Auftritt des Fussball-Gottes an der Baselworld 2018 Diego Maradona läuft aus dem Ruder

Ein Fussball-Gott in Schlagdistanz. Wie an der Uhren- und Schmuckmesse in Basel alle etwas von Diego Maradona wollen - und der Abend unfreiwillig komisch endet.
Diego Maradona Eröffnung Uhrenmesse Baselworld 2018 21.03.2018
© Christian Bürge

Fussball-Gott Diego Maradona wollte sich an der Baselworld der Presse stellen. Musste aber dann doch plötzlich schnell weg.

Ort: Basel, Messehalle 4.

Ereignis: Die Schweizer Uhrenmarke Hublot lädt einen Tag vor der Baselworld, der grossen Uhren- und Schmuckmesse, zum Fussballspiel. Genauer gesagt zum Stelldichein ihrer Markenbotschafter. Knapp 20 A-Promis des Fussballs - Menschen wie José Mourinho, 55, Roberto Carlos, 44, Marcel Desailly, 49, Christian Karembeu, 47, Hernán Crespo, 42, Patrick Kluivert, 41, - dazu die Sprint-Ikone Usain Bolt, 31. Und eben: Diego Maradona, 57.

Der Weltmeister, der Spieler des vergangenen Jahrhunderts. Sie kicken während einer halben Stunde auf einem Micky-Maus-Feld. Das «Spiel für die Freundschaft» ist laut Hublot «Teil der Ewigkeit». 

Nach Schlusspfiff soll ein runder Tisch mit Diego und sieben auserwählten Journalisten  den epischen Abend auch medial abrunden. 

Türe auf. Im Sitzungszimmer hat sich der Argentinier in einen Sessel fallen lassen. Auch dabei: 3 Kamerateams, 15 weitere Journalisten, 25 Menschen, die ihre Smartphones auf Diego richten, Shirts und Käppis signiert haben wollen - und jede Menge Kinder. 

Dann steht Diegos Medienmanager auf: «Sorry, Diegos Flieger geht in einer halben Stunde. Wir haben kaum Zeit. (‹We affe notte muche taim.›) Ich werde stellvertretend drei Fragen stellen.»

Medienmanager: «Diego, wie war es, Teil dieses fantastischen Abends zu sein?»

Diego (auf italienisch): «Penso che… una serata fantastica. (Pause) Con molti amici.»

(im Hintergrund laute ‹Diego! Diego!›-Rufe, die Menschen klatschen mit den Händen über dem Kopf im Takt). 

Medienmanager: «Wie verändert sich der Fussball, wie wird der Fussball der Zukunft sein?»

Diego: «Penso che…»

(im Hintergrund laute ‹Diego! Diego!›-Rufe)

Diego: «Penso che il calcio….. ah, … il calcio sempre… (lange Pause) è come questo orologio.»

(er zeigt auf seine beiden grossen Uhren, die er an beiden Handgelenken trägt.)

Diego nun laut: «Ublo! Ublo! Va avanti e avanti.»

Medienmanager: «Grande Diego! Grande! Grazie!»

(im Hintergrund laute ‹Diego! Diego!›-Rufe)

Der Medienmanager führt ihn mit zwei Securitys durch die Menge, die schiebt, die ihre Shirts unterschrieben und ihre Selfies im Kasten haben will.

Vor der Türe will eine ambitionierte Journalistin nochmals eine Frage stellen. Diego grinst, ein Security rempelt sie mit dem Ellbogen zur Seite.

Diego winkt. Der Manager winkt. 

Aufbrandender Applaus, laute Diego-Rufe.

Abgang, Türe zu.

Zeitlos gut. 

Christian Bürge, Basel

 
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