«I love swiss cheese» US-Botschafter Ed McMullen lernt käsen

Es war sein Herzenswunsch: US-Botschafter Ed McMullen lernt bei 
Brienz BE, wie man Schweizer Käse herstellt. Und schwärmt von Roger Federer.
Ed McMullen mit seiner Frau beim Käsen
© Remo Nägeli

Working Man: 
In der Alpkäserei Ballenberg hantiert Ed McMullen mit der Käseharfe – so trennt sich die Molke vom Käsebruch. Gattin Margaret Ann ist fasziniert.

Unter dem Kupferchessi prasselt das Feuer, es riecht tannig. «America is a great country», sagt Ed McMullen. «Doch die Schweiz hat eine längere Käsetradition. Hier gibts viele grossartige Käsesorten!» Der Mann muss es 
wissen. Seit einem Jahr ist der 54-Jährige US-Botschafter in 
der Schweiz.

An drei Tagen pro 
Woche ist McMullen on the road, lernt die Schweiz und ihre Menschen kennen. Überall probiert 
er lokalen Käse. Eine Lieblingsspeise von ihm: Zwiebelsuppe mit geriebenem Greyerzer. «I love Swiss cheese», sagt McMullen, streicht sich über den Bauch.

Remo Nägeli

«Tastes good»: Käser Beat Strasser reicht dem Botschafter ein Probiererli von 
einem Mutschli.

In der Alpkäserei des Freilichtmuseums Ballenberg bei 
Brienz BE geht ein Herzenswunsch des US-Botschafters in Erfüllung. Beat Strasser, 67, zeigt ihm und Gattin Margaret Ann, 54, wie Käse hergestellt wird. McMullen lässt sich nicht zweimal bitten, fährt mit der Käseharfe durch die weisse Masse.

US-Botschafter macht Ballenberger Mutschli

«Wie leben die Älpler? Wie teuer ist ein Kilo Käse?», fragt er. Margaret Ann verdreht die Augen, lächelt: «Ed will immer alles wissen.» Am Schluss hilft Präsident Trumps Vertreter in der Schweiz beim Abfüllen 
der Käsemasse in «Vätterli», die hölzernen Formschüsseln – fertig sind die Ballenberger Mutschli. «Made by an American.»

Remo Nägeli

«Interessante 
Tradition»: 
Das Ehepaar 
McMullen mit 
Beat Strasser 
in der Tür 
der Käserei.

24 Kantone hat der US-Botschafter schon besucht. Mit Politikern, Wirtschaftsführern, Künstlern diskutiert. «Wir haben viele Freunde gewonnen.» Absolutes Highlight: die Begegnung mit Roger Federer, backstage bei den Swiss Indoors Basel. Zwanzig Minuten talkte Hobby-Tennisspieler Ed mit King Roger über Schweizer Schoggi, Federers Häuser in der Schweiz. McMullen: «Ein liebenswürdiger und bescheidener Gentleman.»

Der Botschafter und seine Frau verabschieden sich vom Käser, «Thanks a lot!», dann steigen sie in den Dienst-Cadillac. Heiligabend feiern sie in ihrer Residenz in Bern. Mit Sohn und Tochter sowie weiteren Familienangehörigen, die aus den USA anreisen. Auf dem Menü: der amerikanische Weihnachtsklassiker Truthahn mit Preiselbeersauce. Dann gehts in die Berge. «Mal schauen, wo es das beste Fondue gibt.»

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