Eros Ramazzotti «Ein Duett mit Adele wäre ein Traum»

Am Sonntag begeisterte der Italiener das Publikum an den CS Sports Awards. Im Mai kommt Eros Ramazzotti auf seiner «Noi»-Tour für zwei Konzerte in die Schweiz. Im Interview mit SI online spricht er über Schweizerdeutsch, Duette und das Älterwerden.
Ist nach Jahren im Geschäft noch immer erfolgreich: Eros Ramazzotti.
© 2009 Getty Images Ist nach Jahren im Geschäft noch immer erfolgreich: Eros Ramazzotti.

SI online: Eros Ramazzotti, Sie waren mit Michelle Hunziker verheiratet, einer Bernerin. Können Sie ein paar Brocken Schweizerdeutsch?
Eros Ramazzotti: Nur «Wie geits?», sonst nichts.

Den Klassiker können Sie nicht?
Welchen Klassiker?

«Chuchichäschtli». 
Wie bitte? Das hab ich noch nie gehört. Was soll denn das sein?

Eine Schublade in einer Küchenkommode.
Ah ja ... Chuchichäschtli. Das muss ich mir merken. Wie sagt man «noi» in Schweizerdeutsch?

Das kommt auf den Dialekt an. Ich sage «mier». 
Das klingt wie «Bier», das kann ich mir merken. 

Kommen Sie ab und zu auch privat noch in die Schweiz?
Nein, nur für Konzerte. Wenn ich frei habe, fahre ich lieber ans Meer. Und ich kann nicht so gut Skifahren, dass es mich auf die Pisten ziehen würde. 

Sie habens angesprochen, Ihr neues Album heisst «noi», «wir». Wen meinen Sie damit?
Das Wort soll eine Einigkeit symbolisieren. Die Einigkeit, die entsteht, wenn man Liebe gibt. In einer Beziehung, in der Familie, in einer Freundschaft, bis zu einem gewissen Punkt auch den Fans. 

Sie sind bekannt für Ihre Duette. Auf der neuen Platte spricht Andy Garcia und Sie singen mit Nicole Scherzinger und den Hooverphonic. Wie entsteht ein solches Duett? 
Da fragt man einfach an, manche sagen ja, manche nein. Es muss aber harmonieren und aufs Album passen. Nicole, zum Beispiel, passt sehr gut zu dem Song, deshalb haben wir sie gefragt.

Gibt es einen Traumpartner oder eine Traumpartnerin für ein Duett? 
Adele, das wäre wirklich ein Traum. Aber sie ist ja gerade erst Mamma geworden und macht eine Pause. Aber wer weiss... Und Beyoncé fände ich auch toll.

Sie haben all Ihre Alben auch in Spanisch aufgenommen. Gibts auch mal eine in Deutsch?
Oh nein! Spanisch und Italienisch sind sich sehr ähnlich, das geht. Aber Deutsch oder auch Englisch - das wäre viel zu schwierig! 

Aber andere Künstler mit internationalem Erfolg singen irgendwann in Englisch...
Die anderen sind die anderen und ich bin ich. In Englisch kann ich emotional nicht das geben, was ich in Italienisch gebe. 

Sprechen wir über Sport: Sie haben in der Nazionale Italiana dei Cantanti gespielt, der beliebten Fussballmannschaft italienischer Sänger...
Ja, aber vor einiger Zeit habe ich aufgehört. Aber der Fussball ist neben der Musik das Wichtigste in Italien! Wir Italiener denken ja alle, an uns sei ein begnadeter Fussballtrainer verloren gegangen.

Machen Sie sonst einen Sport?
Ich spiele ein bisschen Tennis, und wenn ich Zeit habe und ein bisschen zu viel wiege, gehe ich ins Gym und mache Spinning.

Sehen Sie Parallelen zwischen Sportlern und Musikern?
Ja. Die Emotionen in der Musik sind ähnlich wie die, wenn man ein schönes Tor geschossen hat. Auch wenn für einen Sportler natürlich ganz andere körperliche Voraussetzungen gelten wie für einen Musiker.

Sie haben seit über dreissig Jahren fast jährlich ein Album rausgebracht. Woher kommt diese Arbeitswut? 
Nun, zum einen habe ich Verträge unterschrieben, zum anderen besteht die Nachfrage. Für mich stimmte das immer so.

Nächstes Jahr werden Sie fünfzig. Wie ist das in einem Business, in dem Jungsein quasi zum Berufsbild gehört?
Ich bin auch jung geblieben. Ich fühle mich besser als früher, vieles ist einfacher geworden. Wenn ich zurück schaue, bin ich stolz auf das, was ich erreicht habe. Und ich habe auch kein Problem mit jungen, talentierten Künstlern, die in meine Fussstapfen treten möchten. Wenn sie gut sind, ist das toll für die italienische Musik. 

Sie denken also noch nicht ans Aufhören?
Wenn die Leute mir sagen, ich gehe ihnen auf den Sack, dann höre ich auf. Ich schreibe gern Songs für andere. In Zukunft werde ich das öfter tun und weniger selbst singen. 

Sie sind mit vergangenes Jahr mit 48 Papà der kleinen Raffaela geworden. Sind Sie für sie ein anderer Vater als Sie es vor fünfzehn Jahren für Ihre erste Tochter Aurora waren?
Ein bisschen vielleicht schon, ich bin reifer geworden. Ganz früher machte ich Musik, und wenn ich nach Hause kam, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Jetzt weiss ich es! 

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