«GZSZ» Eine Hommage zum Jubiläum

Am 23. Mai strahlt RTL die Jubiläumssendung der Daily-Soap «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» aus. Unsere Redaktorin ist bekenndender Fan und verpasst seit über zehn Jahren keine Folge.

Es war im Herbst 2008, als ich mich traute. Es war kein leichter Schritt, trotzdem habe ichs getan: Ich outete mich als «Gute Zeiten, schlechte Zeiten»-Guckerin. Kurz war es still, dann folgte die Überraschung. Einer nach dem anderen schloss sich mir an: «Ich verpasse keine Folge!» - «Seit über zehn Jahren bin ich dabei.» - «Ich dachte immer, ich sei damit allein…» Das dachten wir alle. Heute kann ich dazu stehen. Ich mag die Daily-Soap und verpasse keine Folge. Ja, ich sage es laut: Mein Name ist Joëlle Weil, und ich bin «GZSZ»-Fan!

Es ist bemerkenswert. Seit 20 Jahren läuft die Soap auf dem deutschen Sender RTL. Am 23. Mai wird es die 5000. Folge sein. 5000 Mal ein emotionales Fiasko, 5000 Mal Spannung und 5000 Nervenzusammenbrüche. Es ist wie ein täglicher Drogentrip. Hat mans einmal ausprobiert, ist man angefixt. Jeden Tag brauche ich den Schuss. Aber so leicht, wie man denkt, ist es nicht: Die Handlungen wollen verstanden werden. Was jetzt ausgestrahlt wird, ist das Produkt eines jahrelangen Prozesses. Da geht nicht einfach ein Typ mit einer Tusse ins Bett. Nein. Da gibt es eine komplexe Vorgeschichte. Und um die zu kapieren, muss man einige Jahre investieren.

Derzeit bereitet Anwalt Jo Gerner den Prozess gegen die Entführer seines Sohnes Dominik Gundlach vor. Eine hochkomplizierte Angelegenheit. Wegen Zeugenschutzprogramms und so… Zeitgleich datet Jos Ex Katrin Flemming einen Typen, der vielleicht etwas mit der Entführung zu tun haben könnte. Und irgendwie ist der Türke Tayfun Badak auch noch in die ganze Geschichte verwickelt. «GZSZ» ist nicht einfach. «GZSZ» entsteht.

Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass ich alle Charaktere gleichermassen mag. Wie im wahren Leben gibt es Lieblinge und Hass-Objekte.

Meine Top 3:

  • Tayfun Badak: Dem Türken gehört der Kiosk «Spätkauf». Früher war er Mitglied einer Schläger-Gang, heute ist er ein einfühlsamer Typ. Es gab wilde Sexszenen mit ihm. Die wünsch ich mir zurück.
  • John Bachmann: Besitzer des Clubs und Restaurants Mauerwerk. Ein voller Mann, der sich seit dem Tod seines Vaters um seine jüngeren Geschwister kümmert. So müssen Männer sein.
  • Jo Gerner: Er ist seit der ersten Stunde dabei. Der fiese Anwalt. Sein Gesichtsausdruck mit der einen hochgezogenen Augenbraue ist legendär.

Meine Flop 3:

  • Emily Höfer: Sie ist die Schwester von John. War Model, nahm Drogen, wünschte sich ein Leben im Luxus, scheiterte. Die Zicke nervt nur noch rum und schmiss letztens ihre Coiffeur-Lehre.
  • Jasmin Flemming: Als Modedesignerin floppte sie. Ihre Familienplanung mit dem Sohn des Mannes ihrer Mutter (ich sag ja: Das ist kompliziert!) ging den Bach runter. Aktuell passiert nichts Spannendes bei ihr. Sie ist so nutzlos und nervtötend wie Akne.
  • Motte: Sie ist die kleine Schwester von Jasmin. Vielleicht drei Jahre alt. Ich verfluche den Tag, an dem das Kind zu sprechen begann. Ein verwöhnter Saugof, der jetzt zum Glück ins Internat abgeschoben wurde.

«Gute Zeiten, schlechte Zeiten» bietet eben alles, enttäuscht und versetzt nie. Auf «GZSZ» ist Verlass. Auch heute Abend werde ich um 19.40 Uhr vor dem Bildschirm kleben. Und das habe ich auch 20 weitere Jahre vor.

 

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