Alexander Pereira Er droht mit Rücktritt

Knapp ein Monat vor Beginn der Salzburger Festspiele droht Intendant Alexander Pereira mit seinem Rücktritt. Das kommt bei dem Festspiel-Kuratorium schlecht an.
Alexander Pereira droht den Salzburger Festspielen mit seinem Rücktritt. Grund: Das Kuratorium will nicht auf seine Budgetforderung für das kommende Jahr eingehen.
© Dukas Alexander Pereira droht den Salzburger Festspielen mit seinem Rücktritt. Grund: Das Kuratorium will nicht auf seine Budgetforderung für das kommende Jahr eingehen.

Noch nicht einmal offiziell im Amt sorgt Alexander Pereira, 64, in Salzburg schon für Empörung. Der aktuelle Intendant des Zürcher Opernhaus und neue Leiter der Salzburger Festspiele droht mit seinem Rücktritt, sollte das Festspiel-Kuratorium das Budget für 2013 nicht erhöhen: «Dieser Streit wird dazu führen, dass ich aufhöre, oder dass sie das zähneknirschend genehmigen», sagt er in einem Interview mit den «Salzburger Nachrichten».

Eine Aussage, die bei den Verantwortlichen für rote Köpfe sorgt: «Diese Drohung, einfach alles hinzuschmeissen, weil es nicht genau nach seinem Willen geht, ist für mich absolut inakzeptabel. Auf diese Weise verstärkt Pereira nur meine Entschlossenheit, eine budgetäre Grenze zu setzen, die selbstverständlich auch einzuhalten ist», kontert der Salzburger Bürgermeister und Mitglied des Festspiel-Kuratoriums Heinz Schaden auf Anfrage der österreichischen Presseagentur APA. Schon im Vorjahr hätten die Verantwortlichen einer Erhöhung von 52 auf 57 Millionen Euro zugestimmt. Jetzt sei man dem designierten Pereira wieder entgegengekommen und habe den Festspielen weitere drei Millionen Euro, also insgesamt 60 Millionen Euro, zugestanden. «Das ist bereits der maximal mögliche Kompromiss», sagt Schaden. «Doch der Wunsch, im kommenden Jahr auf 64 Millionen Euro zu gehen und zehn Leute mehr einzustellen, wird von uns nicht goutiert.». Man wolle ein Wachstum mit Mass, so die Meinung der Kuratoren.

Alexander Pereira empfindet den begrenzten Verhandlungsspielraum für das Budget 2013 als Misstrauen ihm gegenüber: «Ich kann nicht mit einem Kuratorium arbeiten, das jedes Mal drei Sitzungen braucht, um zu genehmigen, ob ich Muti oder Abbado engagieren darf. Aber ich bin überzeugt, dass ich zeigen kann, dass es eine Alternative gibt zur Ängstlichkeit. Ich glaube nicht, dass ich der Grösste bin, aber ich habe Gott sei Dank die Lebenserfahrung. Und dich mache das mit Liebe», sagt Pereira.

Es scheint, als seien in Salzburg die Fronten zwischen dem neuen Intendanten und dem Kuratorium schon vor Pereiras offiziellen Amtsantritt verhärtet. Denn der Kuratoriums-Vorsitzende Wilfried Haslauer kann sich auch ohne Pereira eine Zukunft für Salzburg vorstellen: «Die Festspiele waren vor Alexander Pereira erfolgreich und sie werden auch nach Alexander Pereira erfolgreich sein.»

Pereira leitet noch bis zum 8. Juli das Zürcher Opernhaus und beendet seine Schweizer Ära mit Verdis Falstaff. Ab dem  20. Juli wird der gebürtige Österreicher der offizielle Intendant der Salzburger Festpiele.

Auch interessant