Gérard Depardieu Für die Franzosen ist er gestorben

Als Steuerflüchtling ist Gérard Depardieu in Frankreich in Ungnade gefallen und definitiv unten durch. Darum hat ein französisches Magazin einen Nachruf auf den Schauspieler geschrieben.

Auf dem Cover des französischen Kulturmagazines «Les Inrockuptibles» wird Abschied von einem grossen Schauspieler genommen. «Das war Gérard Depardieu», prangt in weissen Lettern auf dem schwarzweiss Foto aus besseren Tagen. Darunter die Jahreszahl 1948 bis 2013. Auf dem Foto ist der Schauspieler noch attraktiv, beim französischen Volk angesehen und vor allem: kein Verräter. 

Denn das ist der Kult-Franzose mehrheitlich in den Augen seiner Landsleute. Um die Reichensteuer zu umgehen, hat der 64-jährige Schauspieler bei Präsident Wladimir Putin den russischen Pass beantragt und auch bekommen. Ausserdem lobt der Überläufer Russlands «grosse Demokratie» und beschimpft die Opposition des Landes.

Doch Dépardieu ist nicht nur Russe, sondern auch Belgier. Seit Neustem wohnt der «Obelix»-Darsteller in dem Ort Estaimpuis, nur einen Kilometer weg von der französischen Grenze. Dort hat er vergangenen Donnerstag auch seinen neuen Führerschein in Empfang genommen, nachdem er seinen französischen wegen Alkohol am Steuer abgeben musste. 

«Wir von Inrocks lieben Depardieu, den Schauspieler. Das Genie. Aber heute nehmen wir Abschied von ihm, obwohl wir zusammenzucken wegen seines neusten Wahnsinns. Es ist aber immer besser, sich an die schönen Dinge zu erinnern... Das hilft, um zu trauern», schreibt die Chefredaktorin Audrey Pulvar in ihrem Vorwort. Und begräbt damit den Schauspieler. Für immer.

 

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