Jessica Schwarz «Gewürze können einen in Wallungen bringen»

Sie ist ein «Gastro-Kind», hat während ihre Schulzeit neben den brodelnden Töpfen ihre Hausaufgaben gemacht. Deshalb hat Jessica Schwarz, 36, in der Küche auch keine Berührungsängste. Marmelade in der Salatsauce? Das passt, erzählt die Schauspielerin im Gespräch mit SI online. Sie steht derzeit für Martin Suters Kinoverfilmung für «Der Koch» in Zürich vor der Kamera.
Auch der Kräuterschnaps von Jessica Schwarz' Eltern hat eine anregende Wirkung. Deshalb würde ihn die Schauspielerin (nebst dem Trinken) auch gerne vermarkten.
© Getty Images Auch der Kräuterschnaps von Jessica Schwarz' Eltern hat eine anregende Wirkung. Deshalb würde ihn die Schauspielerin (nebst dem Trinken) auch gerne vermarkten.

SI online: Jessica Schwarz, in der Verfilmung von Martin Suters Buch «Der Koch» geht es um «Love Food». Glauben Sie, dass Speisen eine anregende Wirkung haben? 
Jessica Schwarz: Wenn man mit dem richtigen Mann zur richtigen Zeit das richtige Essen geniesst, kann das eine aphrodisierende Wirkung haben. Ich glaube schon, dass Gewürze einen in Wallungen bringen können. Einfach, weil die Blut- und Sauerstoffzufuhr eine andere ist. Es wird etwas losgetreten, das man natürlich merkt. 

Spargeln und Austern sollen anregend sein. Mögen Sie die?
Ich liebe Spargeln und bin bin ein grosser Austern-Fan. Staudensellerie, Wild und Innereien hingegen mag ich nicht so sehr. Meine Eltern brennen übrigens einen 52-prozentigen Schnaps mit vielen Kräutern und indischen Gewürzen. Dem sage ich definitiv eine aphrodisierende Wirkung nach.

Erzählen Sie!
Wenn man davon mehr als drei Gläser trinkt, können einem die wildesten Sachen passieren. Die behalte ich aber lieber für mich...

Kann ein Mann Sie mit seinen Kochkünsten verführen?
Also bei meinem Freund hat sich herausgestellt, dass er besser kocht als ich. Eigentlich war ich die Königin der Küche. Das Feld musste ich jedoch räumen.

Welches Gericht können Sie jederzeit aus dem Ärmel schütteln?
Eine gute Bolognese, die muss aber zwei bis drei Stunden einkochen.

Hat Ihnen das Ihre Mutter beigebracht?
Meine Mutter kocht gut und gerne. Wir hatten eine grosse Küche, wo ich am Tisch neben dem Herd meine Hausaufgaben gemacht habe. Daher habe ich schon von klein auf viel vom Kochen mitbekommen. Sowieso bin ich ein Gastro-Kind. Meine Eltern betreiben in Michelstadt eine Haus-Bauerei mit Gasthaus. Und mit meiner Schwester Sandra habe ich vor fünf Jahren vis-à-vis ein Designhotel mit Café eröffnet.

Dann sind Sie es sich ja gewohnt, mit anzupacken. Teilen Sie und ihr Freund, der Kameramann Markus Selikovsky, sich denn wenigstens die Arbeiten in der Küche?
Ich bin kein guter Sklave. Deswegen überlasse ich ihm das Feld.

Müssen Sie dafür abwaschen?
Mein Freund ist mit Kochen und Aufräumen so schnell, da komme ich oft gar nicht hinterher. Während ich meist noch in irgendwelchen Träumen festhänge, hat er schon wieder alles in Ordnung gebracht.

Was für ein Mann!
Ja, wirklich. Ein toller Fund... (lacht)

Sie sagten, Sie waren einst die Küchenkönigin. Also können Sie auf keinen Fall eine schlechte Köchin sein...
Ich koche wahnsinnig gerne und ärgere mich total, wenn mal etwas nicht klappt.

Holen Sie sich denn Anregungen aus Büchern oder haben Sie eigene Ideen?
Ich bin ein Kochbuch-Mensch und lasse mich wahnsinnig gerne inspirieren. Wenn ich dann mal ein Rezept gut finde, fange ich auch an, damit rumzuexperimentieren. Dann mische ich schon mal Himbeermarmelade in die Salatsauce. 

Kochen Sie denn oft?
Leider fehlt mir dazu die Zeit. Ich merke auch, dass ich die Routine verliere, wenn ich mal längere Zeit unterwegs bin. Dann bin ich total überfordert und ratlos, wenn ich im Supermarkt stehe.

Das müssen Sie sich natürlich während eines Filmdrehs nie überlegen...
Nein, denn wir werden ja die ganze Zeit über vom Catering verpflegt.

Sind Sie deswegen anspruchsvoller geworden?
Das kommt auf das Catering an. Man kann auch Pech haben. Dann kann es am Set schon mal zu Aufständen kommen.

Bei welchem Film war das der Fall?
Das kann ich nicht verraten. Aber es gab dann eine Unterschriftensammlung gegen den Caterer.

So schlimm?
Wir versuchen alle, den Job mit Liebe zu machen. Wir arbeiten sehr viel und in der halben Stunde, die wir zum Essen haben, sollte es dann auch gut sein. 

Wie ist die Verpflegung hier in Zürich?
Toll! Beim Dreh zu «Der Koch» hat man wohl besonders grossen Wert aufs Essen gelegt.

Sie spielen die Rolle der lesbischen Kellnerin Andrea. Haben Sie in einem Film schon mal gleichgeschlechtlich geliebt? 
Ja, in Wedekinds Theaterfilm «Lulu». Doch die Figur war natürlich anders. Lulu liebt alle und wurde von allen geliebt, das ist bei Andrea anders. Sie hat einen guten Egoismus, was ich sehr spannend finde. Sonst spiele ich nämlich oft den Gutmenschen. In der aktuellen Rolle kann ich auch mal das «Taffe» raushängen lassen.

Haben Sie die Bücher von Martin Suter gelesen, bevor sie von Ihrer Rolle in «Der Koch» wussten?
Ich habe eigentlich alles bis auf «Der Koch» gelesen. Deswegen finde ich es super, dass Suter auf diese Art zu mir zurückkommt. Ich finde grossartig, was er schreibt. Auch wenn ich mich am Ende der Geschichten ab und zu frage: «Wo sind denn bloss die Figuren alle hin?» 

«Der Koch» wird noch bis Ende Juli gedreht und soll voraussichtlich im Februar 2014 in die Schweizer Kinos kommen.

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