Jetzt ist es nur noch peinlich! Die 5 schlimmsten Momente des «GNTM»-Finals

Eins vorweg: Ein Finale von «Germany's next Topmodel» war noch nie gut. Doch was dem Zuschauer am Donnerstagabend geboten wurde, schlug dem Fass den Boden aus. SI online kürt die fünf schlimmsten Momente der Sendung.

1. Heidi und ihre Anhängsel singen Playback

Sie machen es den Kritikern ja noch nicht mal schwer: Das Finale von «Germany's next Topmodel» läuft gerade mal zehn Sekunden und schon muss man sich massivst fremdschämen. Heidi Klum und ihre zwei entmannten Jury-Mitglieder Thomas Hayo und Michael Michalsky eröffnen die Show - und zwar singend und tanzend. Selbstverständlich ist alles Playback, man will sich ja nicht blamieren. Wer Heidi zu zugeknöpft findet, keine Angst. Eine halbe Minute später steht sie nur noch im Glitzer-Body da. Die Brüste drohen bei jeder Bewegung aus der Halterung zu springen. 


2. Darauf hat die Welt gewartet: den Topmodel-Award

Als wäre der Titel «Germany's next Topmodel» nicht schon erniedrigend genug, gibt es neu auch noch den Topmodel-Award. Eine wirklich furchtbare, überdimensionale Trophäe, die in den Kategorien «Beste Walk Performance», «Beste Shooting Performance» und «Grösste Personality» vergeben wird. Wieso es diese Auszeichnung nach zwölf Jahren plötzlich braucht, wird nicht ganz klar. Allerdings wird schnell klar, wie doof der Award ist. Die Jury hat jeweils drei Kandidatinnen nominiert, die Zuschauer konnten im Internet abstimmen, wer gewinnt. Gehen wir mal davon aus, dass es in dieser Sendung wirklich darum geht, ein Topmodel zu finden, das in der grossen, weiten Modelwelt überleben kann: Müsste dann die Gewinnerin nicht am besten laufen können und in jedem Fotoshooting überzeugen können? Offenbar nicht. Denn keine der vier Finalistinnen ist in irgendeiner Kategorie nominiert. Sprich: Sie können weder am besten laufen noch am besten shooten. 

3. Mädchen, bitte haltet die Klappe!

Erst im Final merkt man, wie nervtötend diese angehenden Models eigentlich sind. Natürlich findet man die eine oder andere in den gefühlt tausend Folgen davor unsympathisch oder zickig. Aber im Live-Finale müssen sie sprechen. Spontan. Frei. Es kann nichts geschnitten, nichts vorgesagt werden. Das Resultat ist nicht schön. Céline kreischt ihren Begrüssungssatz so raus, dass man sie kurz für einen Heidi-Klum-Klon hält. Und bei Leticia kommt das raus: «Einen wunderschönen Leute, einen wunderschönen schönen Abend an die Leuten vom Fernsehen.» Was? Erinnert irgendwie an den hier: 

Das Highlight der Sendung war dann aber Julia, die den Award für das beste Shooting bekommen hat. Falls Sie sich an Julia erinnern, denken Sie bestimmt: Was die? Der Grund, wieso sie überhaupt nominiert war, war aber nicht, weil sie etwas so gut war, sondern weil sie immer ihre Angst überwinden konnte. Böse Zungen würden jetzt von einem Mitleid-Award sprechen. Item: Julia gewinnt und ist total gerührt. Sie tut aber auch so, als hätte sie gerade einen Oscar gewonnen. In richtiger Oscar-Manier wird dann während ihrer Rede Musik eingespielt. Völlig irritiert sagt sie dann so was wie: «Huääähhhhhh?!?» Und dann - von Heidi ermutigt weiter zu sprechen: «Ich habs geschafft, weil ich an mich geglaubt habe und das ist das wichtigste. Glaubt an euch und eure Träume werden sich erfüllen.» Hat man ihr gesagt, dass sie nicht «Germany's next Topmodel» geworden ist? Gibt es keine Möglichkeit, dieses Mädchen vor sich selbst zu schützen? 


4. So viel Scheinheiligkeit

Seit zwölf Jahren ist es immer wieder die selbe Leier: «GNTM» wird kritisiert, weil die Sendung ein falsches Körperbild idealisiert, die Mädchen sind zu dünn, bla bla bla. Stimmt alles. Und das wissen auch die Macher der Sendung. Um ein bisschen Gegensteuer zu geben bedienen sie sich ein paar ganz schlauen Tricks. Sie laden die übergewichtige Sängerin Beth Dito ein. Die kann dann ein bisschen darüber reden, dass es gar nicht so wichtig ist, wie man aussieht, hauptsache man fühlt sich wohl im eigenen Körper und so weiter. 

Doch nicht nur die Figur ist ein ganz wichtiges Thema. «GNTM» macht ja auch nicht Halt vor Gender-Fragen. So haben in dieser Staffel gleich zwei transsexuelle Kandidatinnen mitgemacht. Eine davon, Melina, bekommt dann - suprise, surprise - den Award für die grösste Personality. In ihrer Rede sagt sie: «Fangt doch bitte an, andere Menschen zu tolerieren - es ist doch egal, wie einer aussieht oder was einer wiegt.» Im nächsten Moment sucht Heidi Klum dann im Publikum schon die nächste Kandidatin für die nächste Staffel. «Schau mal die schönen Augen, die schöne Figur. Such dir ein paar High Heels aus.» Nein, es kommt wirklich, wirklich nicht aufs Äussere an.

5. Die Gewinnerin

Ach ja, jemand hat ja noch gewonnen. Und zwar - wie hiess sie gleich nochmal? Die Unscheinbare mit den Haaren und der Nase. Die Hübsche, die immer so lächelt. Genau, Céline heisst sie. Und wenn man an so an die Staffel zurück denkt, erinnert man sich an folgende Aussagen über die 18-Jährige. «Céline, du bist so langweilig!» - «Céline, du kommst beim Kunden nicht an!» «Céline, du musst mehr aus dir herauskommen!» Eigentlich hatte man konstant das Gefühl, dass Céline die nächste ist, die rausfliegt. Ist sie aber irgendwie nie und jetzt ist die langweiligste Kandidatin die Siegerin. Cool, diese Sendung hat echt Qualität!

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