Ein fulminanter «Germany's Next Topmodel»-Auftakt Drama, Achselhaare und Albträume by Heidi Klum!

Eigentlich will ich fluchen. Über die nervige Heidi Klum und über die fehlenden Herren Hayo und Michailsky. Dann aber kommt alles anders und ich, «Germany's Next Topmodel»-Fan der ersten Stunde, bin versöhnt.
Heidi Klum
© imago/Runway Manhattan

Heidi Klum führt durch die «GNTM»-Staffel 2019.

Falls Sie schon letztes Jahr «GNTM»-Artikel auf SI online gelesen haben, kennen wir uns, werte Leserin, werter Leser. Ich bin es also wieder: Maja Zivadinovic, Redaktorin, Heidi-Klum-Gegnerin und trotzdem sehr grosse Anhängerin von «Germany’s Next Topmodel», enchantée.

Ich habe mich jetzt ein Jahr auf die neue Staffel gefreut. Bis ich erfahren habe, dass Model-Grosi Heidi, 45, die Stammjuroren Thomas Hayo, 50, und Michael Michalsky, 51, aus dem Programm gekickt hat. Neues mag ich nicht. Ausserdem bin ich seit immer schon in Hayo verknallt.

Ich sitze also gestern Donnerstag um 20.15 Uhr skeptisch auf der Couch. Zum ersten Mal aber bin ich um 20.21 Uhr investiert: die erste Kandidatin heult. Simone. Ist eben ein «Sensibeli». Und eine, deren Namen nicht genannt wird, hält stolz ihre Achselhaare in die Kamera. In mir sträubt sich vieles.

Um 20.31 Uhr bin ich dennoch in Staffel 14 angekommen: Wir lernen Melissa a.k.a. Baby-Lady-Gaga kennen. Sehr blond. Sehr ungeschminkte, gefürchige Augen, sehr pinke Lippen, tätowierter Bauch, Army-Hose. Ist bisexuell, kann sich vorstellen, hier ein Girl aufzureissen. Kann von mir aus jetzt schon als Siegerin gekürt werden. Go, Mini-Gaga!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

What’s poppin’? Das war crazy, oder? Was sagt ihr zu der ersten Folge #GNTM2019? #precious @studio.bauendahl

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Wenn alles sitzt und nur eine Burger isst

Zur Szenerie: Heidi hat ihre Top-50-Määäädschen zum grossen Dinner nach Berlin eingeladen. Alles neu eben. Sie will die Kandidatinnen besser kennenlernen. Das Konzept funktioniert.

Auf der Tafel stehen Donuts, Burger, Muffins, Brezel, Schokoladen en masse und andere Dinge, von denen ich mir aber nicht vorstellen kann, dass nur ein einziges Mädchen mit gutem Gewissen davon essen tut. Aber hey, Bodypositivity. 2019. Bla Bla.

Tatsächlich sehen wir nur ein Mädel essen. Joy. Find ich sexy. Wirds nichts mit Baby-Gaga, soll Joy das Ding rocken.

Apropos Charakterköpfe: Diversity. Der Hass-Ausdruck aus der letzten Staffel. Um 20.31 Uhr redet Heidi zum ersten Mal über Diversity. Models müssen nicht schön sein. Sie müssen wandelbar sein. Bla Bla. Nöö, mit Heidi und mir wirds auch dieses Jahr nichts.

Transgender, Instagram-Boyfriends und verzerrte Eigenbilder

Nun drückt uns Pro7 die Kandidatinnen aufs Auge, die Schlagzeilen bringen sollen. Sayana, gläubige Inderin im Sari. Kommt weiter. Ich kann das Drama beim ersten Bikini-Shooting schon sehen.

Tatjana könnte beim Nacktshooting auch an ihre Grenzen stossen. Sie kam als Junge zur Welt. Viel Liebe (und vielleicht schon bald Ablehnung) habe ich für Theresia. 26 ist sie. Ziemlich alt für diese Schose hier. Sie ist mit einem sehr viel älteren Mann verlobt. Sehr wasserstoffblond. Sehr von sich selber überzeugt.

Beim ersten Catwalk auf der Tafel überzeugt sie Heidi. Und auch Tatjana ist dabei. Ich wette jetzt schon 100 Franken drauf, dass keine der beiden gewinnt. Aber unterhaltungsmässig kann das was werden.

Dann wirds zäh: Zahlreiche für mich gleich aussehende Kandidatinnen laufen vor Heidi. Die einen lässt sie weiter, andere schickt sie nach Hause. Es ist wie jedes Jahr: Solange man die Girls nicht kennt, leidet man wenig mit.

Um 21.38 Uhr wirds brenzlig. Baby-Gaga wackelt kurz, bevor sie in die nächste Runde kommt. Gut gebrüllt, Löwin. Heidi so über sie: «Diversity ist gefragt!» Heidi nervt.

Kann mal jemand Heidi einkleiden bitte?

Die ersten zehn Määäädschn sind aussortiert. Die Top 40 muss jetzt in einer U-Bahn-Station die erste Show laufen. Trainiert werden sie von Lena Gercke. Die 30-Jährige ist die erste «GNTM»-Gewinnerin. Lena ist super.

Auch super ist der Designer, für den die Mädchen laufen: Michael Michalsky. Was habe ich ihn vermisst. Obwohl auch er mich in den vergangenen Jahren genervt hat. Ausserdem vermisse ich jetzt Thomas Hayo umso mehr.

Also, die Kandidatinnen laufen. Mehr schlecht als recht. Folge 1. Ich erwarte nicht mehr. Auch hier ist mein Liebling Baby Gaga, obwohl ich bei ihrem Anblick nicht sicher bin, ob ich albtraumlos durch die nächsten paar Nächte komme.

Falls ich nicht wegen Baby Gaga Albträume habe, dann wegen Heidis Outfits. Zur ersten Show kommt sie in eine alufolienfarbigen Bomberjacke, beige Overknee-Stiefel und in einem Fransen-Fummel. Falls Sie also Stylist/Stylistin sind und einen neuen Job suchen, darf ich Ihnen Heidi ans Herz legen, liebe Leserin, lieber Leser?

Elefanten-Tränen zum Schluss

Erinnern Sie sich an Joy? Das ist die, die Burger ass. Ich war Fan. Beim Catwalk hier heult sie nun Rotz und Wasser. Ist ihr alles zu viel. Auf der Bühne starrt sie ins Leere und verliert die Orientierung. Schade, Joy.

Meine Määäädchen Baby Gaga, die Inderin und die verrückte Schnalle mit dem alten Verlobten kommen alle weiter.

Wohlwissend, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll, muss ich sagen, dass ich nach dieser ersten Folge sehr begeistert bin und grosse Hoffnungen für eine ausserordentlich grandiose Staffel hege.

Trotz meiner Anfangseuphorie und dem neuen Konzept hier, gibt es zwei Dinge, die sich nie ändern werden:

  1. Heidis Quitsch-Stimme und Heidis Luftküsse, die mir jegliche Haare zu Berge stehen lassen.
  2. Thomas Hayo, hach, Thomas Hayo. I love and miss you so much.

Das wars, liebe «GNTM»-Community. Wir leiden und lesen uns nächste Woche wieder.

Hochachtungsvoll,
Ihre Maja Zivadinovic

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