Halbfinale bei Heidi Klum Arroganz, Tränen und Gebitche bei «GNTM»

In der zweitletzten «Germany's Next Topmodel»-Folge geben die Halbfinalistinnen alles. Für ein Mädchen reicht es trotzdem nicht. Nicht nur deswegen kochen die Emotionen über. So auch bei der SI-online-Redaktorin Maja Zivadinovic, die während zwei Stunden mit vier Models leidet, eines verflucht und um ein Haar ihren TV aus dem Fenster schmeissen will.
Heidi Klum, Jennifer, Toni, Pia, Julianna, Christtina
© ProSieben/Martin Ehleben

«GNTM»-Modelmama Heidi Klum (im weissen T-Shirt) mit den Halbfinalistinnen Toni, Julianna, Christina, Pia und Jennifer (von links nach rechts).

«Ich glaube, dass der Fotograf mein Gesicht geliebt hat!» Das ist der erste Satz im «Germany's Next Topmodel»-Halbfinale, das mich am Donnerstagabend um 20.41 Uhr zum ersten Mal auf die Palme bringt. Die Sendung auf ProSieben läuft, die Werbung abgezogen, gerade mal knapp 15 Minuten. Und weiter: «Ich würde sagen, ich bin die Beste!» Das arrogante Zitat stammt von der gleichen Halbfinalistin wie Satz 1. Haben Sie schon rausgefunden, über wen ich mich grün und blau ärgere?

Eins sei verraten: Julianna ist es nicht. Nachdem meine Zoe, meine Trixie und meine Klaudia mit K ausgeschieden sind, schlägt mein Herz neu für Julianna. Julianna ist sexy, hat ein wunderschönes Gesicht und ist cool. Die hätte ich gerne als BFF.

Wir befinden uns beim allerletzten Shooting der Staffel. Die Halbfinalistinnen werden für das Cover von «Harper's Bazaar», der grössten Modezeitschrift der Welt, fotografiert. Am Schluss kann aber nur eine gewinnen. Haben wir ja jetzt jeden Donnerstag zur Genüge gehört. Damit zurück zum arroganten Anfangssatz. Gesagt hat ihn Christina. Die 22-Jährige ist sehr davon überzeugt, dass sie die eine ist, die diese Staffel gewinnen kann/soll/muss. 

Um 20.51 Uhr betont sie zum wiederholten Male: «Ich komme jeden Fall ins Finale.» Wäre ich Model-Oma und Chefjurorin Heidi Klum, 44, würde ich die egozentrische Bitch grad extra im weiten Bogen aus der Show schmeissen.

Zum Shooting: Alle Halbfinalistinnen machen es super. Jennifer hat ein kleines bisschen Anlaufschwierigkeiten. Sie ist sowieso ein bisschen die Buuuh-Frau hier. Zum einen ist sie vom Typ her optisch ähnlich wie die arrogante Christina, zum anderen ist Jennifer die einzige, die noch keinen Job bekommen hat. Wird also eng für das Finale. Pardon, Jenny.

Das schlechteste Productplacement nach «Die Bachelorette»

Um 20.48 Uhr rege ich mich zum zweiten Mal auf. Zur Wut mischt sich aber auch Belustigung. Heidi besucht die Mädchen in der Model-Villa. Sie hat für alle fünf Girls ein mega Geschenk. Und zwar einen ganzen Karton voll Klamotten, Taschen und Gürtel, die Klum für eine Discount-Supermarktkette designet hat. Die billigen Fetzen im Hippe-Look sind so hässlich, dass ich sie nur Christina gönne.

Ausserdem, liebe TV-Macher, das hier ist das plumpste und schlechteste Productplacement nach «Die Bachelorette» mit Adela Smajic, 25, der Dating-Show, die gerade auf 3+ läuft. Aber zurück zu den wichtigen Dingen: Welche Mädchen schaffen es ins Finale?

Toni, Julianna, Pia, Christina und Jennifer
© ProSieben/Martin Ehleben

Nur vier der fünf Halbfinalistinnen Toni, Julianna, Pia, Christina und Jennifer (von links nach rechts) schaffen es ins «GNTM»-Finale 2018.

Per Videoanrufe ins Finale!

Die Sendung plätschert vor sich hin. Wir eingefleischte «GNTM»-Fans wissen: Das Halbfinale und das Finale sind jedes Jahr die schlechtesten Folgen. Leider. Hier und heute jedenfalls üben die Mädchen für den letzten Entscheidungswalk. Sie müssen High Fashion präsentieren. Es kommt zu kleinen Streitigkeiten, wer welches Kleid präsentieren darf, dann kommen die Coaches Michael Michailsky, 50, und Thomas Hayo, 49, die ihren Models Mut zusprechen. 

Ich geh mal rasch ein Bier holen. 

Dieses soll mir beim nächsten Christina-Supergau helfen: «Ich war im Walk viel besser als Jennifer», sagt sie. Umso mehr freue ich mich, dass sie fast stolpert, als es dann vor der Jury ernst gilt. Christina weint. Ist sich aber dennoch sicher, dass sie ins Finale kommt. Sie hat sich schliesslich nicht angemeldet, «um ein Teamplayer zu sein». Müsste ich Antipathie bebildern, ich würde mich für Christinas Antlitz entscheiden.

Motto / Ladyboss

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Nachdem die Top 5 ihren High-Fashion-Walk präsentiert haben, gilts ernst: Die erste, die ein Ticket fürs Finale bekommt, ist Toni. Die frohe Botschaft wird der 18-Jährigen von ihrer Familie per Videocall überbracht. Toni flippt aus. 

Ich weine.

Und auch Pia sichert sich einen Platz im Finale. Auch sie wird per Videocall von ihren Liebsten in die letzte Runde gehievt. Pia flippt auf.

Ich weine.

Dann ist Christina dran. Auch sie kriegt einen Videocall. Von ihrer besten Freundin. Die machts spannend. Einen kurzen Moment denke ich, dass es Christina nicht schafft. Aber Christina schaffts. Sie ist die dritte Finalistin. Christina flippt aus.

Ich weine. Es sind keine Freudetränen.

Die bitterste Pille muss ....... schlucken!

Zum Schluss müssen meine Julianna und No-Jobs-Jennifer antraben. Und sich lange Bla-Bla-Reden von Heidi Klum anhören, bevor diese sagt, dass sie nur noch ein Bild für ein Mädchen hat. Schickt die Klum meine Julianna nach Hause, schlag ich meinen TV kaputt. 

Die Erleichterung kommt in Form eines Fotos, das Julianna zeigt. Auch wenn es mir das Herz für Jennifer bricht, hüpfe ich erleichtert durch meine Wohnung. Ende gut, alles gut. Zumindest für heute. Um die Gefahr, dass Christina nächste Woche wirklich «Germany's Next Topmodel» werden könnte, kümmern wir uns nächsten Donnerstag.

Vorher konzentrieren wir uns auf ein anderes Highlight der Weltgeschichte: Auf die Hochzeit von Prinz Harry, 33, (mein Herz!) und Meghan Markle, 36 (you Grrrmpf!). Seien Sie morgen bei unserer vollumfänglichen Live-Berichterstattung hautnah dabei, wenn Prince Charming seiner Meghan das Ja-Wort gibt. 

 
 
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