TV-Regisseur enthüllt, was hinter den Kulissen passiert Sex mit «GNTM»-Models, Vorführen von «DSDS»-Sängern

Seit 24 Jahren arbeitet Kai Tilgen als TV-Regisseur. Seine Erfahrung am Set lehrte ihn, wie schlimm es hinter den Kulissen berühmter TV-Shows zu und hergeht. In seinem Buch packt er nun über Sendungen wie «GNTM» oder «DSDS» aus.
GNTM Jury 2018 Hayo Michalski Heidi Klum
© ProSieben

Die «GNTM»-Jury mit Thomas Hayo (l.), Heidi Klum und Michael Michalsky.

Das neue Enthüllungsbuch von Kai Tilgen, 57, enthält dicke Post für die Macher von «Germany's Next Topmodel» und «Deutschland sucht den Superstar»! Über die berühmte Castingshow, die nach Gesangstalenten sucht, schreibt der TV-Regisseur unter anderem: «Der Erfolg der Sendung liegt nicht im Finden des besten Sängers. Wir tun so, als hätten die Kandidaten eine Chance. Haben sie aber nicht.»

Noch schlimmer: Das Blossstellen der Kandidaten ist laut Tilgen fester Bestandteil des Show-Konzepts. Gegenüber «Bild» verrät der TV-Mann, dass er selbst auch schon absichtlich gemein zu den Teilnehmern war. Als Beispiel nennt er Kandidat Marcel (damals 18) in der 7. «DSDS»-Staffel.

Der Erfolg des Formats steht über der Würde der Kandidaten

Der Teilnehmer wurde am TV wegen eines Flecks auf seiner Hose als Pipi-Kandidat veräppelt. Tilgen enthüllt nun, dass das seine Idee war: «Ich habe damit für das Format das Beste rausgeholt und gleichzeitig einem jungen Mann seine Würde genommen.» 

Schweizer DSDS Kandidaten
© Stefan Gregorowius

Der Schweizer Michel Truog schaffte es in der 15. Staffel von «DSDS» bis ins Finale. Wer Sieger der Castingshow wird, ist laut TV-Regisseur Kai Tilgen Zufall.

«Junge Damen kommen wegen ihrer Bikinifigur weiter»

Eine gute Möglichkeit Kandidaten zu blamieren, seien Homestorys, berichtet Tilgen. Wer schlussendlich als Sieger der Show hervorgeht, sei Zufall. Hilfreich ist offenbar das Aussehen. «Viele junge Damen kommen mehr wegen ihrer Bikinifigur weiter.»

Wer eine gute Figur hat, überzeugt nicht nur die «GNTM»-Juroren, sondern weckt vor allem auch das Interesse der Männer hinter der Kamera. In seinem Enthüllungsbuch schreibt Tilgen: «Einen Kameramann, der über mehrere Monate junge Frauen beim Modelwerden beobachtet hat, fragte ich einmal, mit wie vielen der Anwärterinnen er im Bett war. Seine Antwort: In welcher Staffel meinst du?»

Babys werden in der Werbung absichtlich zum Weinen gebracht 

Auch bei Werbespots werden die Statisten und Schauspieler offenbar nicht nur mit Samthandschuhen angefasst. Im Gegenteil: Um den gewünschten Effekt zu erzielen, wird kräftig in die Trickkiste gegriffen.

Damit ein Baby in einem Spot auf die Sekunde genau zu weinen beginnt, wird ihm extra wehgetan. «Man positionierte eine Heftzwecke zwischen Zeige- und Mittelfinger. Das ist kaum sichtbar. Dann nähert man sich dem Kind in scheinbar freundlicher Absicht, nimmt es auf den Arm und pikst es leicht. Schon weint das Baby», schildert Tilgen den Trick.

Dass sein Enthüllungsbuch ihn seinen TV-Job kosten könnte, ist Kai Tilgen bewusst. Auf die Frage, ob er Angst hat, sagt er: «Schon. Aber wenn ich nicht mehr drehen darf, muss ich weiter schreiben.»

Kai Tilgens Buch erscheint unter dem Titel «Wie ich mir meinen Platz in der Fernsehhölle verdient habe» und ist ab dem 1. Oktober 2018 erhältlich.

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