Tod einer Ikone Grosse Trauer um Komiker Jerry Lewis

Politiker, Freunde und Kollegen gedenken Jerry Lewis. Der US-Komiker verstarb am Wochenende im Alter von 91 Jahren.
Jerry Lewis
© Keystone

Jerry Lewis nach seinem letzten Auftritt im Oktober 2016.

Er galt als «Genie» und «Komödien-Ikone»: Hollywoodstars haben am Sonntag auf den Tod von Jerry Lewis mit Würdigungen und Trauerbekundungen reagiert. Nach Angaben seiner Sprecherin war der US-amerikanische Komiker und Entertainer im Alter von 91 Jahren in Las Vegas gestorben.

Auch seine Familie habe den Tod bestätigt, meldete das «Las Vegas Review-Journal» am Sonntag. Demnach starb er eines natürlichen Todes - friedlich im Kreise seiner Angehörigen.

«Jerry Lewis war ein unbestreitbares Genie, ein unfassbarer Segen, das Absolute der Komödie», schrieb der 55-jährige Komödiant Jim Carrey auf Twitter. Film-Star-Urgestein Carl Reiner twitterte, er trauere um eine «wahre Komik-Ikone». Sie habe ihn schon als Kind verehrt, schrieb Popstar Cher über «Darling Jerry» und erinnerte an gemeinsame Auftritte.

Viel Humor bis zum Ende

«Jerry war ein Pionier in Comedy und Film. Und er war ein Freund», teilte der 74-jährige Oscar-Preisträger Robert De Niro mit. Er habe das Glück gehabt, ihn noch in den letzten beiden Jahre einige Male getroffen zu haben. Bis zum Ende habe er seinen Witz bewahrt. «Wir werden dich vermissen», schrieb der Hollywood-Star. Unter der Regie von Martin Scorsese hatten sie zusammen die Tragikomödie «The King of Comedy» (1982) gedreht.

Jerry Lewis
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Jerry Lewis war auch für eine Spendenaktionen bekannt. Hier 1977 erhält er einen Haarschnitt und damit eine Viertelmillion Dollar. Diese spendet er der Gesellschaft für Muskeldystrophie. Im selben Jahr wird Lewis für den Friedensnobelpreis nominiert.

Auch Bette Midler, Celine Dion, Whoopi Goldberg, Goldie Hawn, Octavia Spencer, William Shatner und Samuel L. Jackson zählten zu den vielen Stars, die den Komiker am Sonntag würdigten.

Trauer auch aus Washington

Auch das Weisse Haus trauerte um «einen unserer grössten Entertainer» und Wohltäter. «Er hat uns alle über ein halbes Jahrhundert hinweg zum Lachen gebracht, und sein unglaubliches wohltätiges Werk hat das Leben von Millionen berührt», hiess es in einer am Sonntagabend (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung. «Jerry lebte den amerikanischen Traum - er liebte sein Land wirklich, und das Land liebte ihn (...). Danke, Jerry. Du wirst vermisst werden.»

Als Grimassen-König brachte Lewis über Jahrzehnte hinweg Menschen auf der ganzen Welt zum Lachen. Seine enorme Popularität verdankte er anfangs der Zusammenarbeit mit Dean Martin. Er hatte den neun Jahre älteren italo-amerikanischen Schmachtsänger 1946 kennengelernt, als er selbst als Alleinunterhalter durch Nachtclubs tingelte. Als Komiker-Duo Martin & Lewis drehten sie Hitfilme wie «Der Prügelknabe» oder «Der Tolpatsch», doch nach zehn gemeinsamen Bühnenjahren ging die zunehmend schwierige Beziehung im Streit auseinander.

Grosses Erbe

Lewis spielte in mehr als 80 Kino- und Fernsehfilmen und führte Regie in über einem Dutzend anderer. Als Höhepunkt seiner Blödelkunst gilt «Der verrückte Professor» von 1963, der 33 Jahre später mit Eddie Murphy neu verfilmt wurde.

Lewis war zum zweiten Mal verheiratet. Er hatte sechs Söhne - davon einer adoptiert - sowie eine adoptierte Tochter. 2009 bekam er für seinen Einsatz im Kampf gegen Armut und Krankheiten einen Ehren-Oscar. Seit 1966 stand Lewis jedes Jahr als Gastgeber einer grossen Benefiz-Show für Muskelkranke auf der Bühne, erst mit 85 Jahren zog er sich aus dieser Spendenaktion zurück, die Millionenbeträge einbrachte.

Das Entertainment-Multitalent hatte selbst viele Gesundheitsprobleme, wie Prostatakrebs, einen Herzinfarkt, chronische Rückenschmerzen und eine schwere Lungenkrankheit.

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