«Wie kannst du das nur gucken?» Fan kommentiert dumme «GZSZ»-Vorurteile

Als am 11. Mai 1992 die erste Folge «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» über den Bildschirm flimmerte, sass SI-online-Redaktorin Maja vor dem Bildschirm. Heute zählt sie zu den grössten Anhängern der Daily Soap. Anlässlich des 25. Geburtstages nimmt sie Stellung zu Fragen und Kommentaren, mit denen sie als Fan ständig konfrontiert wird.

Der Satz «Ich bin ein ‹GZSZ›-Fan der ersten Stunde» macht mir null Angst. Auch habe ich null Schiss, an Coolness einzubüssen, nur weil ich dazu stehe, dass ich seit 25 Jahren von Montag bis Freitag um 19.40 Uhr auf der Couch sitze, um während einer halben Stunde in mein Lieblingsparalleluniversum abzutauchen.

GZSZ Schauspieler Jubiläum Folge 6000
© RTL / Philipp Rathmer

So weit, so gut. Wären da nicht all die Vorurteile und Aussagen, mit denen ich als Hardcore-Fan von vorwiegend Menschen, die keinen Plan haben und noch nie eine Folge gesehen haben, oft konfrontiert werde. Weil ich darauf a.) keine Lust mehr habe und b.) die Serie heute ihren 25. Geburtstag feiert, will ich mich für einmal hinstellen und Stellung nehmen, um dann die skeptischen Mäuler hoffentlich für immer zum Schweigen zu bringen.

1. Wie kannst du den Scheiss bloss gucken, wenn die Schauspieler so schlecht sind?!

Darf ich vorstellen: die Mutter aller Vorurteile. Ein Evergreen quasi. Note to myself: tief Luft holen. Also. Schon klar, dass wir hier nicht von Hollywood-Grössen wie Leonardo Di Caprio oder Halle Berry sprechen. Aber sapperlot, es ist nicht alles schlecht, das nicht der hollywood'schen Traumfabrik entstammt. Ich will nicht behaupten, dass die «GZSZ»-Schauspieler alle brillant sind, es wäre aber auch vermessen zu sagen, dass sie durchs Band talentfrei sind. An dieser Stelle gebührt Wolfgang Bahro, 56, in der Rolle des fiesen Anwalts Jo Gerner viel Lob und Ehre. Ich sags mal so: Vielleicht nicht gerade George Clooney, aber Till Schweiger kann in Sachen Schauspielerei sehr wohl von Bahro lernen.

Dr. Jo Gerner GZSZ Wolfgang Bahro
© RTL / Rolf Baumgartner

2. Die Geschichten sind doch meeeeeega unrealistisch!?

You don't say, mein Freund! Aber ja, okay, es gab und gibt wirklich viele Stories, die an jeglicher Realität vorbeischlittern und ja, ich gebe zu, dass es sehr wohl Geschichten gab, die einerseits viel zu lange dauerten und anderseits so absurd waren, dass ich an meine Grenzen stiess. Aber hey, ist das nicht in jeder Beziehung so? Manchmal läufts besser, manchmal schlechter. Daily Soap, daily life. Und wenns dann mal gut läuft, ich denke an all die Hochzeiten, Geburten, erste Küsse und sonstige «GZSZ»-Ereignisse, die mich im letzten Vierteljahrhundert Tränen der Rührung haben weinen lassen, dann ists pure Love. Davon will ich mehr. Und zwar heute Abend. In der Jubiläumsfolge. Aufregung herrscht! Wem wird Sunny Richter, (Valentina Pahde, 22), das Ja-Wort geben? Ihrem Verlobten Felix Lehmann (Thaddäus Meilinger, 35), oder dessen Serienbruder Chris Lehmann (Eric Stehfest, 27)? 

GZSZ Jubiläum mit Sunny, Chris, Felix
© RTL / Sebastian Geyer (Fotomontage SI online)

3. Hast du dir schon mal überlegt, wieviel Zeit du von deinem Leben schon verschwendet hast?

Ja. Und jedes Mal, wenn ich mir genau diese Gedanken mache, ist «GZSZ» ganz ganz ganz weit weg. Das liegt daran, dass ich der tiefsten Überzeugung bin, dass die Zeit, die ich mit dem Gucken der Serie verbringe, nicht verschwendet ist. Noch einmal: Knappe 30 Minuten, die ich täglich in einem Paralleluniversum verbringen kann, sind nicht nur herrlich entspannend, nein, sie kicken mich und machen mich glücklich. Sorry not sorry!

4. Du könntest echt klügere Serien gucken.

Welche denn, Klugscheisser? «Game of Thrones»? «House of Cards»? «Narcos»? Danke fürs Feedback. Und Merci, nein Merci. Ich hoffe, du bist okay damit, dass Geschmäcker verschieden sind und ich bei «GZSZ», «Grey's Anatomy» und «The Big Bang Theory» bleibe. Because I can.

PS: Unter all den aufgezählten Serien ist und bleibt «GZSZ» mein absolut ungeschlagener Favorit. Bämm!

Grey's Anatomy Season 12 Staffel SRF Dr. Callie Torres Sara Ramirez
© Getty Images

5. So eine Scheiss-Serie!

Jetzt mal im Ernst, wer bestimmt nach welchen Kriterien, was offiziell cool oder uncool ist? Und wenn du schon mal so pauschal und ungefragt deine Abneigung in die Welt rausschreist, würde ich gerne wissen, ob du überhaupt ein paar ganze «GZSZ»-Folgen, am effektivsten hintereinander, gesehen hast? Wenn nicht, rate ich dir dazu. Wenn schon und du die Serie immer noch das Letzte findest, ist das okay für mich. Nicht okay finde ich, wenn du motzt, ohne dass du weisst, worüber genau. Weil du noch nie eingeschalten hast. Ich sags dir gerne noch einmal: ICH LIEBE «GZSZ». Und es gibt rein gar nichts, das mich davon abhält, auch die nächsten 25 Jahre einzuschalten. Wohlwissend, dass sich die Geschichten irgendwann wiederholen. Ich bin sowas von bereit für die nächsten Liebesdramen, Trennungen, Scheidungen, gebrochenen Herzen, Essstörungen, Drogenmissbräuche, Serientode, Neuzugänge, Abgänge, Krankheiten, kriminelle Machenschaften und absurde Affären. Auf die nächsten 25! Prost, Lieblingsserie, I love you!

Bei «GZSZ» stirbt sie den Serientod
© RTL / Rolf Baumgartner

Bei «GZSZ» stirbt sie den Serientod

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