Nach Belästigungs-Skandal Emmy-Akademie schliesst Weinstein aus

Nach den Vergewaltigungs-und Missbrauchsvorwürfen gegen den einst mächtigsten Film-Mogul scheint sich ganz Hollywood von Harvey Weinstein abzuwenden. Gestern Montag entschied nun auch die Emmy-Akademie, dass der 65-Jährige als Mitglied nicht mehr tragbar ist.
Harvey Weinstein
© Keystone

In wenigen Wochen wurde Harvey Weinstein vom Filmgott zum Sexgrüsel.

Seit Anfang Oktober geht es bergab mit Harvey Weinstein, 65. Der Film-Mogul soll diverse Schauspielerinnen und Angestellte seiner Firmen «Miramax» und «The Weinstein Company» bedrängt, und drei Frauen gar vergewaltigt haben. Auch Weltstars wie Angelina Jolie, 42, und Gwyneth Paltrow, 45, haben von Vorfällen berichtet. Weinstein bestreitet nach wie vor die Vorwürfe. Doch die Filmbranche will nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Angelina Jolie
© WPA Pool/Getty Images

Auch Angelina Jolie wurde vom Film-Mogul bedrängt.

Es geht um den Schutz von Filmschaffenden

Gestern Montag hat seine Abwärtsspirale einen neuen Tiefpunkt erreicht: Laut dem Portal «TMZ» hat die «Academy of Television Arts & Sciences», welche die begehrten Emmy-Awards verleiht, Weinstein lebenslänglich verbannt. Der Verwaltungsrat veröffentlichte ein offizielles Schreiben zum Fall Weinstein. Darin heisst es, die Akademie unterstütze die Frauen, die sich gegen Weinstein ausgesprochen haben.

Man wolle den Verhaltenskodex für Mitglieder überprüfen und sicherstellen, dass es klare Regeln für ein respektvolles Verhalten am Arbeitsplatz gebe. Das Schreiben endet mit: «Wir sehen uns in der Verantwortung, alle Filmschaffende vor Belästigung zu schützen, um zu gewährleisten, dass sie in der Lage sind, ihren Beruf in einer sicheren Umgebung auszuführen.»

Oscar-Akademie trennte sich schon früher von Weinstein

Damit bestätigt die Emmy-Akademie das Vorgehen der Oscar-Akademie. Diese hatte bereits wenige Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe in Los Angeles eine Dringlichkeitssitzung einberufen und entschieden, Weinstein auszuschliessen. Der Film-Mogul verdiene nicht den Respekt seiner Kollegen, hiess es damals in einer Mitteilung der Organisation. Die Entscheidung solle die Botschaft aussenden, dass «die Ära des vorsätzlichen Ignorierens und der schändlichen Komplizenschaft bei sexuell aggressivem Verhalten sowie Belästigung am Arbeitsplatz in unserer Branche vorbei ist».

In England ist nur noch ein Haufen Asche von Weinstein übrig

Im britischen Edenbridge geht man mit Harvey Weinstein dieser Tage besonders hart ins Gericht: Dort hat die Stadt am vergangenen Samstag eine Figur des Skandal-Produzenten auf einen Scheiterhaufen gestellt und verbrannt. Bei der traditionellen Bonfire-Nacht wird jeweils eine prominente Figur angezündet.

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