Bernd Eichinger Herzinfarkt: Deutscher Filmemacher ist tot

Es geschah beim Abendessen: Bernd Eichinger erleidet am Montagabend einen Herzinfarkt und stirbt. Der Produzent vom «Baader Meinhof Komplex» wurde nur 61 Jahre alt.
Im April letzten Jahres erhielt Bernd Eichinger an der Verleihung des Deutschen Filmpreises den Award für sein Lebenswerk.
© Reuters Im April letzten Jahres erhielt Bernd Eichinger an der Verleihung des Deutschen Filmpreises den Award für sein Lebenswerk.

Der bekannte deutsche Filmproduzent Bernd Eichinger ist am Montagabend in Los Angeles unerwartet gestorben. Der 61-Jährige habe während des Abendessens mit Freunden und Familie einen Herzinfarkt erlitten, teilte die Produktionsfirma Constantin Film am Dienstag mit.

Der Münchner produzierte in mehr als 30 Jahren rund 70 Filme. Darunter sind zahlreiche Kassenschlager, etwa «Der Baader Meinhof Komplex», «Das Parfum» oder «Der Untergang». In Hollywood hatte er einen zweiten Wohnsitz.

In den 70er-Jahren produzierte Eichinger Autorenfilme von Regisseuren wie Wim Wenders, Alexander Kluge, Edgar Reitz oder Hans-Jürgen Syberberg. Es folgten Produktionen wie «Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo», «Die unendliche Geschichte», «Der Name der Rose» und «Der bewegte Mann».

Der von ihm mitproduzierte Film «Nirgendwo in Afrika» (Regie: Caroline Link) gewann 2003 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

Er sei «filmsüchtig», sagte Eichinger einst über sich selbst. Zwei, drei Filme pro Nacht anschauen, das sei kein Problem. Seine Obsession prägte sein Leben seit den frühen 1970er-Jahren, als der streng katholisch erzogene Junge aus dem Bayerischen Wald zum Studium an die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film kam.

Seitdem war er Produzent, Drehbuchschreiber, Regisseur. Sogar als Schauspieler versuchte er sich einmal in einer kleinen Rolle. Als Entdecker unter anderem von Til Schweiger und Förderer von Jungregisseuren wie Nico Hofmann galt Eichinger Mitte der 90er-Jahre als «Königsmacher des jüngsten deutschen Films» («Die Zeit»).

Zeitweise war Eichinger auch Chef der deutschen Produktionsfirma Constantin Film. «Bernd war über 30 Jahre lang das Herz der Constantin Film und hat die Filmindustrie national und international geprägt», würdigte die Produktionsfirma den Produzenten in ihrer Mitteilung. Der Filmemacher hinterlässt seine Ehefrau Katja und Tochter Nina, 29.

Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) hat bestürzt auf den Tod von Bernd Eichinger reagiert. Akademiedirektor und Regisseur Jan Schütte sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Bernd Eichinger war vielleicht der grösste und originellste Filmemacher der deutschen Nachkriegsgeschichte - vielleicht der einzige von wirklichem Weltformat.»

In der Schweiz machte Eichinger vor einigen Jahren als Produzent des Films «Das Parfum» Schlagzeilen. Das Filmprojekt war nämlich von der Basler Mäzenin Gigi Oeri grosszügig unterstützt worden. Nur so war der bis anhin teuerste deutsche Film, der 2006 in die Kinos kam, überhaupt möglich.

Im Jahr 2008 schritt Eichinger über den roten Teppich am 4. Zurich Film Festival. Er war in die Limmatstadt gekommen, um den Film «Baader Meinhof Komplex» über die deutsche Terroristengruppe RAF zu vermarkten.

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