Catherine & William Wie normal wächst George auf?

Nachdem seit Mittwoch der Name des kleinen Prinzen bekannt ist, bewegt die Welt noch eine letzte - nicht so schnell zu beantwortende - Frage: Wie normal wird seine königliche Hoheit Prinz George von Cambridge wohl aufwachsen? 
Herzogin Catherine und Prinz William mit Baby George vor Spital
© Dukas

Laut einer Umfrage wünschen sich die Briten, dass der Sohn von Herzogin Catherine und Prinz William später einen normalen Beruf erlernt. 

Es ähnelt einer kleinen Revolution, die Prinz William und Herzogin Catherine, beide 31, im Kinderzimmer angezettelt haben. Weil Kate für George Alexander Louis eine «normale Mutter» sein möchte, verzichtet das royale Paar auf eine Nanny. Die frischgebackene Mama wird lediglich von der Haushaltshilfe Antonella Fresolone unterstützt, die das Paar der Queen ausgespannt hat. Die 42-jährige Italienerin arbeitete 13 Jahre im Buckingham Palace und setzte sich dank ihrer angeblich herausragenden Arbeitsmoral gegen die Konkurrenz durch. Für ein Jahresgehalt von etwa 34'000 Franken wird sie Kate 37 Stunden pro Woche zur Hand gehen, köstliche italienische Speisen kochen und sich hingebungsvoll um Arbeitgeber, Hund Lupo und Söhnchen George kümmern. Und der soll auf Wunsch seiner Eltern zukünftig so normal wie möglich aufgezogen werden - und die Brust bekommen.

Das ist sehr untypisch für einen Thronfolger. Wie Adelsexperte Alexander von Schönburg in der «Bild» schreibt, hätte Queen Victoria († 1901) einst äusserst irritiert auf die Tatsache reagiert, dass ihre Tochter Alice ihre Babys stillte. Sie soll gelacht und daraufhin eine ihrer Kühe auf den Namen «Alice» getauft haben. 

Um auf die Frage der Normalität zurück zu kommen: Wie realistisch ist die Umsetzung? «William hätte gerne, dass dieses Kind ein weitgehend normales Leben führen kann», sagt die Journalistin und Autorin Penny Junor gegenüber Tagesschau.de. Gemäss der Königshaus-Expertin Sue Pollard wüssten der Herzog und die Herzogin von Cambridge, dass «viele Menschen an diesem Kind interessiert seien. Aber sie würden nicht wollen, dass es eingeschüchtert wird - und auf keinen Fall, dass es keine normale, glückliche Kindheit erlebt».

William selbst habe ein relativ normales Leben geniessen können. «Die Menschen haben ihn nicht verfolgt und ihn nicht fotografiert. Die Medien haben die getroffenen Vereinbarungen akzeptiert und sich zurückgehalten», meint Junor. Genau das hätte der Prinz auch gerne für sein eigenes Kind. 

Dabei nicht ganz unwesentlich wird der Einfluss von Kates Familie sein. Die Middletons führen ein normales, gutbürgerliches Leben in dem kleinen Ort Bucklebury. William schätze diese Lebensweise abseits der Palast-Regeln. «Ich glaube, dass die Middletons eine wichtige Rolle beim Aufziehen dieses Kindes spielen werden», sagt Junor. «Carole Middleton ist die einzige Grossmutter, denn traurigerweise lebt Diana nicht mehr.» Und: Der älteste Sohn von Prinz Charles, 64, schätze seine neue Familie. Sie würden gemeinsam in die Ferien fahren und hätten sogar letztes Weihnachtsfest miteinander verbracht. Selbst zwei Tage nach der Geburt ist die Grafschaft Berkshire (vorerst) Lebensmittelpunkt des Paares. Hier erhofft es sich so viel Privatsphäre wie nur möglich. «Er liebt es, sich in ihrer ganz normalen Welt aufzuhalten.» 

Doch die Königshaus-Expertin Junor, die unter anderem das Buch «Born to be King» über Prinz William geschrieben hat, ist skeptisch. Schliesslich wird George Alexander Louis der erste Thronfolger sein, der im Zeitalter des Internets aufwächst. Nahezu jeder habe heute ein Handy mit Kamera und Zugang zum Internet. Das sei deshalb gefährlich, weil damit private Ereignisse veröffentlicht werden können. «Intime Fotos, private Momente können plötzlich öffentlich werden, weltweit. Und dann wird William als Vater nachdenken, ob er sein Kind wirklich ein so normales Leben führen lassen kann, wie er es eigentlich möchte.» Daher hinge es grösstenteils von den Medien und der Öffentlichkeit ab, in wie weit der Prinz vom Cambrige ein normales Leben führen könne. 

Weitere Artikel zum Royal-Baby finden Sie im SI-online-Dossier.

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