Heftige Kritik nach Baftas Keine Solidarität von Herzogin Kate

Die Verleihung der «British Academy Film Awards» gestern Abend stand im Zeichen der «Time's Up»-Bewegung. Zahlreiche Stars trugen als Protest gegen sexuelle Belästigung in der Filmbranche Schwarz – Nicht aber Herzogin Kate. Dafür wird sie nun heftig kritisiert.
Herzogin Kate Bafta
© GettyImages

Kam in Grün statt in Schwarz: Herzogin Kate bei der Verleihung der British Academy Film Awards.

An den Golden Globes erschienen die Stars in schwarzen Roben, um sich mit der #MeToo- und «Time's Up»-Bewegung zu solidarisieren. Dabei geht es um den Protest gegen sexuelle Belästigung und Ausbeute von Frauen im Allgemeinen und in der Unterhaltungsbranche im Speziellen.

An den Grammys machten weisse Rosen an den Outfits auf das Anliegen aufmerksam. Gestern Abend wählten die Gäste auf dem Roten Teppich der «British Academy Film Awards» (Bafta) wieder Schwarz. Ausser eine: Herzogin Kate, 36, erschien im grünen Abendkleid zur Preisverleihung in der Londoner Royal Albert Hall. Dafür erntet sie nun heftige Kritik.

Herzogin Kate Prinz William Bafta
© GettyImages

Ein schwarzer Gürtel und eine schwarze Handtasche: Zu mehr Protest reichte es bei Herzogin Kate nicht.

Grosse Enttäuschung

Im britischen Königreich übernehmen die Mitglieder der royalen Familie primär repräsentative Aufgaben. Dazu gehören öffentliche Auftritte wie jener an den Baftas. Schon seit Tagen wurde deshalb spekuliert, ob und wie sich die Ehefrau von Thronfolger Prinz William, 35, mit der Bewegung solidarisieren wird. Zu mehr als einem schwarzen Gürtel und einer schwarzen Handtasche konnte sich Kate aber nicht durchringen. Das enttäuscht viele Zuschauer: Auf Twitter und in den sozialen Medien hagelt es nun Kritik wie diese:

Das strenge Protokoll

Doch hatte Kate überhaupt eine Wahl? Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben gibt es strenge Protokolle. Diese Verhaltensregeln diktieren zum Beispiel auch, dass die Mitglieder der königlichen Familie politische Statements vermeiden.

Ob das dunkelgrüne Kleid und die schwarzen Accessoires als stille Unterstützung gewertet werden können, muss Spekulation bleiben. Eines ist aber klar: Schwarz ist nicht für Beerdigungen reserviert. Die Herzogin trug schon schwarze Kleider an öffentlichen Auftritten, welche nichts mit einer Bestattung zu tun hatten:

Die grosse Frage bleibt nun, ob die «Time's Up»-Bewegung als politisches oder gesellschaftliches Anliegen angesehen werden muss. «Es ist keine politische Angelegenheit. Es ist eine Frauen-Angelegenheit», meint etwa die oben zitierte Userin.

Die Royals setzen sich für viele benachteiligte Gruppen wie Obdachlose oder Menschen mit Behinderungen ein. Weshalb sollen sie sich also nicht gegen die sexuelle Belästigung von Frauen starkmachen.

Auch interessant