Stefan Raab «Ich bin bislang nur selten gescheitert»

Wohl kein anderer deutscher Entertainer gibt so selten Interviews wie er. Pünktlich zum Start seiner Polit-Show «Absolute Mehrheit» macht Stefan Raab wieder einmal eine Ausnahme. Und äussert sich nicht etwa nur über die neue Sendung - er spricht auch über die Lust zu gewinnen, seinen ausgeprägten Ehrgeiz und «Wetten, dass..?».
Tausendsassa Stefan Raab hat schon wieder eine neue Sendung konzipiert: die Polit-Talkshow «Absolue Mehrheit».
© Getty Images Tausendsassa Stefan Raab hat schon wieder eine neue Sendung konzipiert: die Polit-Talkshow «Absolue Mehrheit».

«TV Total», «Schlaag den Raab», Turmspringen, Wok-Weltmeisterschaft, Autoball-Europameisterschaft, Stockcar-Rennen - es gibt nichts, das Stefan Raab nicht schon ins Leben gerufen hätte. Müsste man meinen. Denn immer dann, wenn die TV-Zuschauer glauben, es sei still um den umtriebigen Entertainer geworden, liefert er bereits wieder Nachschub. Am Sonntagabend ist es wieder mal so weit: Der 46-Jährige feiert mit sein Polit-Talk «Absolute Mehrheit» Premiere.

Die Sendung funktioniert wie eine Catingshow: Politiker, Prominente und Bürger treffen sich zum Austausch über unterschiedliche Themen. Die Zuschauer dürfen per Telefon bestimmen, wer ihnen am besten gefällt - kann einer der Gesprächsteilnehmer über 50 Prozent der Zuschauerstimmen für sich gewinnen, gewinnt er 100'000 Euro.

So oft man Stefan Raab im Fernsehen sehen kann, so wenig darf die Öffentlichkeit an seinem Leben abseits der TV-Bühne erfahren. Der deutsche Moderator ist fast nie an Anlässen zu sehen, Interviews mit ihm sind eine Seltenheit. Den Start von «Absolute Mehrheit» nimmt er nun jedoch zum Anlass, um eine seiner seltenen Ausnahmen zu machen: Dem deutschen Magazin «Stern» hat er ein Interview gegeben und spricht darin neben seiner neuen Polit-Sendung auch über andere Themen.

STEFAN RAAB ÜBER FRAUEN IN CHEFSESSELN:
«Ich habe kein Problem mit Frauen in Führungspositionen, ich habe aber auch kein Problem mit Männern in Führungspositionen. Ich finde nur, man sollte flexibel sein und sollte nicht vesuchen, alles mit Dogmen zu lösen.»

...ÜBER DIE ENTSTEHUNG SEINER SENDUNGEN:
«Wenn man eine gute Idee hat, muss man sie direkt umsetzen, sonst wird das alles zerredet. Im Moment des Enthusiasmus nimmt man das Risiko viel eher in Kauf. Man springt ins kalte Wasser, auch wenn man nicht weiss, wie tief es ist.»

...ÜBER DAS SCHEITERN:
«Ich bin bislang nur selten gescheitert. Und zwar, weil ich keine Angst vor dem Scheitern habe. Angst ist der grösste Verhinderer. [...] Für mich gilt: Eine Niederlage ist nur dann von Relevanz, wenn sie nicht durch einen weiteren Sieg eliminiert werden.»

...ÜBER DIE ANGST VOR UNFÄLLEN WIE SAMUEL KOCHS STURZ IN «WETTEN, DASS..?»:
«Das Risiko ist bei uns sehr kalkuliert. Beim Stockcar-Fahren sind die Insassen geschützt. Bei der Wok-WM kann man zwar bei 100 Studnenkilometer im Eiskanal umkippen, rutscht dann aber halt auf dem Bauch weiter. Ich bin einmal vom Mountainbike gestürtzt und einmal ist mir ein Turmsprung ins Wasser misslungen.»

...ÜBER DEN NEUEN «WETTEN, DASS..?»-MODERATOR MARKUS LANZ:
«Ich finde es übrigens gut, dass Lanz ‹Wetten, dass..?› übernommen hat. Er hat den Mut gehabt. Die anderen haben alle abgesagt, nicht weil sie es nicht gern gemacht hätten, sondern weil sie die Hose voll hatten.»

...ÜBER SEINE LEISTUNGEN:
«Ich bewerte die Ergebnisse erst zum Schluss. Es ist noch nicht alles gesagt und getan. Wir haben doch gerade erst angefangen.»

«Absolute Mehrheit»: Sonntag, 11. November, 22.45 Uhr, ProSieben

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