Donna Leon «Ich grenze mich von Brunetti ab»

Die grosse Krimi-Autorin feiert heuer ihren 70. Geburtstag. Donna Leon mordet, stiehlt und betrügt seit 20 Jahren in ihren Commissario-Brunetti-Büchern. An die Pensionierung denkt die Amerikanerin noch lange nicht. Weder für sie noch für den Venezianer.

Sie lebte schon in China, Saudi-Arabien und dem Iran. Ihre Heimat hat die Amerikanerin Donna Leon aber in Venedig gefunden - dort, wo ihr weltberühmter Comissario Brunetti seine Fälle löst. Im Gegensatz zu der ungefähr 50-jährigen Kultfigur feiert Donna Leon am Freitag bereits ihren 70. Geburtstag. «Geistig fühle ich mich nicht verletzlich. Ich merke aber, dass ich schwächer werde», erzählt die Bestseller-Autorin in der «Schweizer Illustrierten».

Ihr schönstes Geschenk bekam sie einst von einem Freund aus den USA. Sie fand im Paket vier groteske Waschbären aus Ton. «Nun - über die Jahre habe ich gelernt, sie zu lieben.» Leon engagiert sich für den Schutz dieser Tiere. Sie seien auch der Grund weshalb sie sich schwarz-weiss kleide. «Meine Uniform.» Es erleichtere ihr morgens die Kleiderwahl.

Die Zuneigung zu ihrer Romanfigur hält sich hingegen in Grenzen. Sie grenze sich, vielleicht mehr als jeder Leser, von Brunetti ab. Im Verlauf eines Jahres lese sie ein Buch sicher acht Mal und überarbeitet es mit Lektoren gemeinsam. «Das macht mich immer ganz krank.» Sie verschwende keine Gedanken, wenn sie nicht arbeitet, an den Commissario. Er werde niemals so was wie ein Familienmitglied. Nerven tue er sie aber auch nicht. Sollte das irgendwann der Fall sein, sagt Leon, dann werde Brunetti keine Fälle mehr lösen.

 

 

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