Roman Polanski «Ich kann nicht länger schweigen»

Seit letzten Dezember steht Regisseur Roman Polanski in seinem Gstaader Chalet unter Hausarrest. Im Internet spricht er erstmals über den Vorfall - und von einer grossen Lüge.
Nimmt zwei Jahre nach seiner Verhaftung seinen Award doch noch entgegen: Regisseur Roman Polanski.
© RDB/KEYSTONE/AP/AP/ROBERTO PFEIL Nimmt zwei Jahre nach seiner Verhaftung seinen Award doch noch entgegen: Regisseur Roman Polanski.

«Ich kann nicht länger schweigen!» Roman Polanski, 76, der in der Schweiz unter Hausarrest steht, hat im Internet eine Stellungnahme publiziert, um auf grobe Fehler in seinem Fall hinzuweisen. Er wende sich direkt an die Öffentlichkeit, weil «das Auslieferungsverfahren an die Schweiz auf einer Lüge basiert».


Am 26. September 2009 landete der Regisseur am Flughafen Kloten. Doch schon bei der Einreise verhafteten ihn Polizisten. Nach Wochen in Auslieferungsshaft steht der gebürtige Pole seither unter Hausarrest und wohnt in seinem Gstaader Chalet. Der Grund der Verhaftung liegt 33 Jahre zurück, als Polanski ein 13-jähriges Mädchen missbraucht haben soll. Er wurde verurteilt, sass seine Strafe von 42 Tagen ab.


Polanski in seinem Schreiben: «Ich bekenne mich schuldig. Schon seit 33 Jahren. Ich bitte jedoch nur darum, wie alle anderen behandelt zu werden.» Sein Vorwurf: Als er entlassen wurde, hätten die Richter seine Haftzeit einfach verlängert. «Wegen dieses Rückziehers verliess ich damals die Vereinigten Staaten.» Er kehrte nie wieder zurück.


Polanski wirft dem damaligen Richter vor, ihn hintergangen und seinen Eid gebrochen zu haben. Auch der heute für den Fall zuständige Staatsanwalt bekommt sein Fett weg: Dieser wolle nur deshalb seine sofortige Auslieferung, weil er im Wahlkampf stecke und dringend Aufmerksamkeit der Medien benötige.


Er hofft, dass die Schweiz ihn nicht an die USA ausliefern werde, wo ihm gemäss eines Entscheids US-Berufungsgericht nur bei seiner Anwesenheit der Prozess gemacht würde. «Ich möchte nur in Frieden, als freier Mann und endlich wieder bei meiner Familie leben können.»

Auch interessant