Jetzt meldet er sich aus der Reha Jan Ullrich: «Die Kinder sind meine Medizin»

Seit zwei Wochen befindet sich der Ex-Radprofi Jan Ullrich in einer Klinik in Deutschland für seinen Alkohol- und Drogenentzug. Jetzt meldet er sich erstmals wieder zu Wort und sorgt nach seinen Eskapaden für Hoffnung.
Jan Ullrich Til Schweiger Mallorca
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Ex-Radrennprofi Jan Ullrich wurde auf Mallorca verhaftet, nachdem er in der Villa von Til Schweiger randalierte.

Er randalierte auf einer Party von Schauspieler Til Schweiger, wurde anschliessend auf Mallorca verhaftet. Später flog er nach Deutschland und sorgte auch dort wieder für Negativ-Schlagzeilen: Eine Escort-Dame beschuldigte ihn, sie gewürgt zu haben. Erneut musste die Polizei eingreifen.

Der öffentliche Absturz von Jan Ullrich aber dauert schon viel länger. Der ehemalige Radprofi hat seit Monaten mit Drogen und Alkohol zu kämpfen. Vor allem seit der Trennung von seiner Frau Sara vor einigen Monaten, die inzwischen mit den drei gemeinsamen Söhnen im Allgäu lebt.

«Einen Alkohol-Test muss ich auch machen»

Jetzt aber gibt es tatsächlich einen Hoffnungsschimmer. Vor zwei Wochen startete der 44-Jährige einen Drogen- und Alkoholentzug in einer Betty-Ford-Klinik in Deutschland. Und dieser scheint ihm gut zu tun. Sechs Stunden pro Tag darf Ullrich die Klinik inzwischen bereits wieder verlassen: Und nutzte eine dieser Auszeiten nun für ein Gespräch mit der deutschen Boulevardzeitung «Bild».

Jan Ullrich Til Schweiger Mallorca
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«Ich sagte ihm, dass er einen Entzug machen soll. Er verliere so sein ganzes Leben», erzählte Til Schweiger, nachdem Jan Ullrich auf dem Anwesen des Schauspielers auf Mallorca verhaftet wurde.

Jan Ullrichs Gesicht seien die Spuren der vergangenen Monate zwar noch anzusehen, schildert der Journalist das Zusammentreffen. Seine Stimme sei aber schon viel klarer und deutlicher als beim letzten Treffen. Er werde morgens und abends auf Substanzen im Körper getestet, durch Blutabnehmen und Urin-Tests, erzählt Ullrich. «Einen Alkohol-Test muss ich auch machen.» 

«Dann kann ich nicht mehr explodieren»

Trotz des Verzichtes auf Alkohol, Amphetamine und Kokain habe er keine Entzugserscheinungen, müsse auch keine Medikamente nehmen.«Ich bin mit leicht erhöhten Leberwerten hier angekommen - das war das einzige. Nach zehn Tagen bin ich wieder im Normalbereich angekommen. Da haben schon alle gestaunt nach meinem Konsum in den letzten vier Monaten...», so Jan Ullrich weiter. 

Jan Ullrich
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Im Zenith: Jan Ullrich gewinnt die Tour de France 1997.

Der Verzicht auf die Drogen falle dem dreifachen Vater nun so einfach, weil er wieder täglichen mit seinen Söhnen telefonieren dürfe. «Die Kinder sind meine Medizin.» Die Trennung von seiner Frau und den Kindern führt Ullrich denn auch als Grund für seinen Absturz an. Er sei hochgradiger ADHSler, so der Tour-de-France-Sieger. Dadurch fahre er emotional extrem schnell hoch. Dagegen habe er eine Notfall-Medikation in Form eines Amphetamins verschrieben bekommen. «Wenn ich das nehme, geht mein Energie-Level runter, dann kann ich nicht mehr explodieren.»

«Das muss ich jetzt nicht mehr»

Als dann im Frühjahr der Ärger mit seiner Frau begann, und er die Kinder wochenlang nicht sehen und sprechen konnte, sei er regelmässig explodiert. «Da ist dann auch der eine oder andere Fernseher kaputt gegangen oder der Box-Sack aus der Decke gerissen worden… Und um da wieder runterzukommen, habe ich Kokain und Amphetamin genommen.» Das müsse er nun aber nicht mehr. «Wenn ich die Kinder habe, brauche ich keine Drogen.»

Jan Ullrich Sara
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Jan Ullrich mit seiner Frau Sara. Die Ehe zerbrach Anfang 2018.
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