Jahrelange Alkoholsucht Jenny Elvers: «Ich war ein kotzendes Wrack»

Schauspielerin Jenny Elvers schockt mit einer traurigen Beichte: In ihrer Autobiografie gibt sie zu, jahrelang alkoholsüchtig gewesen zu sein.
Jenny Elvers
© Getty Images

Hat harte Zeiten hinter sich: Jenny Elvers. 

Nächsten Montag erscheint Jenny Elvers' Autobiografie «Wackeljahre - Mein Leben zwischen Glamour und Absturz». In einem ersten Auszug, der «Bild.de» zur Verfügung steht, ist von einem der düstersten Kapitel des Lebens der 46-Jährigen zu lesen: ihrer langjährigen Alkoholsucht.

Heimlich getrunken

Jenny Elvers gibt offen zu, dass sie eine funktionierende Alkoholikerin gewesen sei, die in erster Linie heimlich getrunken habe. «Ich begann, mir im Supermarkt bald gleich zwei Flaschen Wodka zu kaufen. Ich brauchte mittlerweile das beruhigende Gefühl, zu wissen, dass überall immer eine Flasche greifbar war. Ich fühlte mich wie eine Kriminelle, weil ich mir den Alkohol heimlich beschaffte. Ich schämte mich.»

Auch daher habe sie versucht, nach aussen hin die Fassade der erfolgreichen Promi-Dame aufrechtzuerhalten. Was zunehmend schwieriger wurde, wie Elvers berichtet: «Tag für Tag guckte mir ein zitterndes, kotzendes, wackeliges Wrack im Spiegel entgegen.»

Jenny Elvers Porträt von Instagram
© Instagram/Jenny Elvers

In ihrer Autobiografie enthüllt Jenny Elvers, dass sie über Jahre heimlich getrunken hat.

«Ein Glas noch. Nur dieses eine»

Den einzigen Ausweg hat sie zu dieser Zeit im Alkohol gesehen: «Mit stechenden Schmerzen und Schweissausbrüchen kroch ich zur schmerzlindernden Flasche.» Beim Trinken hat Elvers immer ein Mantra gehabt: «Ein Glas noch. Nur dieses eine.» Ihr war bewusst, dass sie sich damit ruiniert: «Die Zeit der Heimlichkeiten nahm kein Ende und ich konnte nicht mehr. Meine Tage waren gezählt, das spürte ich ganz deutlich.»

Trotz dieser Erkenntnis kam sie nicht vom Alkohol los: «Ich war eine charakterlose Alkoholikerin, die sich zugrunde richtete. Die sich nicht im Griff hat, die ‹es› nicht im Griff hatte. Die bald sterben würde, wenn nicht ein Wunder geschah. Eine von 1.3 Millionen Sprittis in Deutschland.»

Therapie nach Suff-Auftritt

Elvers selbst hatte sich nicht zu einer Therapie durchringen können, bis sie 2012 in der «NDR»-Talkshow «DAS!» einen Suff-Auftritt hinlegte und damit ihre Alkoholsucht öffentlich machte. Dieser beschämende Auftritt hat sie schliesslich dazu bewogen, sich in den Entzug zu begeben. 

Diesen absolvierte Elvers in der «My Way Betty Ford Klinik» in Bad Brückenau - in der Klinik, in der sich auch Jan Ullrich bis Anfang dieser Woche behandeln liess. In einem Interview mit «Gala» erklärte die Schauspielerin, angesprochen auf ihren Entzugsklinik-Vetter: «Entzug ist nichts für Feiglinge. Und wer glaubt, er macht mal nur ne Woche und ist dann wieder aus der Klinik raus, der ist genauso schnell wieder drin.»

Umfeld hat nicht reagiert

In ihrem Buch gibt Elvers zu, dass das Verhalten ihres Umfeldes sie gewundert habe. Niemandem ist aufgefallen, dass sie ein ernsthaftes Suchtproblem hatte. Nicht einmal ihr Ex-Mann Götz Elbertzhagen habe jemals etwas zu ihr gesagt, sagt Elvers. «Dass das Bier ständig aufgefüllt werden musste, schien Götz nicht weiter zu wundern.»

Darauf angesprochen hat Elvers ihren damaligen Mann allerdings nicht: «Ich habe ihn nie gefragt, was er denn gedacht hat, wer das alles trinkt.» Und dabei ist es geblieben: Gespräche über die Sucht haben zwischen Jenny Elvers und Götz Elbertzhagen keine stattgefunden, sagt sie: «Ich habe ihn nie gefragt, warum er nichts gesagt hat.» 

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