Der Ex-Radprofi spricht zum ersten Mal über seine Verhaftung Jan Ullrich: «Eine der härtesten Prüfungen meines Lebens»

Letzten Freitag randalierte Jan Ullrich in der Villa seines Nachbarn Til Schweiger auf Mallorca. Die Folge: Verhaftung und eine Nacht im Gefängnis. Jetzt spricht der Ex-Radprofi zum ersten Mal über den Vorfall. 
Jan Ullrich Til Schweiger Mallorca
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Ex-Radrennprofi Jan Ullrich wurde am Freitag verhaftet, da er in der Villa von Til Schweiger randalierte.

Es war bis jetzt kein gutes Jahr für den Deutschen: Im Juni verlässt seine Frau Sara, 40, Jan Ullrich, 44, nach zwölf Ehejahren und zieht mit den drei gemeinsamen Söhnen zurück nach Deutschland. Ullrich bleibt alleine auf seiner Finca auf Mallorca zurück. Dort klettert der Ex-Radprofi letzten Freitag über einen Zaun und wütet auf Til Schweigers Grundstück. Dieser ruft die Polizei. Jan Ullrich wird festgenommen, verbringt eine Nacht im Gefängnis.

Später gibt Til Schweiger in den Medien bereitwillig Auskunft, spricht darüber, wie schlecht es um seinen Nachbarn stehe. «Das einzige, was Jan helfen kann, ist, dass er zusammenbricht, sodass er dabei nicht stirbt, aber eingewiesen wird und einen Entzug macht.»

 
Jan Ullrich Til Schweiger Mallorca Frau Sara
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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Jan Ullrich mit seiner Frau Sara. Sie verliess ihn mit seinen Kindern im Juni. 

Jetzt meldet sich erstmals Jan Ullrich selbst zu Wort. In einem Interview mit «Bild» spricht der 44-Jährige über seine Probleme, die schwierige Zeit nach der Trennung von seiner Familie und gibt zu, dass er ein Drogenproblem habe. «Aus Liebe zu meinen Kindern mache ich jetzt eine Therapie. Die Trennung von Sara und die Ferne zu meinen Kindern – die ich seit Ostern nicht gesehen und kaum gesprochen habe, haben mich sehr mitgenommen. Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue.» Allerdings bestreitet er, süchtig zu sein. 

«Plötzlich wurde ich in Handschellen in eine Zelle geführt»

Den Vorfall letzten Freitag, als er in Til Schweigers Villa festgenommen wurde, erklärt er so: «Ich bin zu Til rüber, weil ich hörte, dass er demnächst Mallorca wieder verlässt und wollte mich verabschieden. Ich habe gerufen, es hat mich keiner gehört, da habe ich einfach das Grundstück betreten.» Im Garten sei auch noch eine andere Person gewense. «Es gab Wortgefechte, auch mit Til, möglicherweise auch mal eine Berührung an der Schulter. Plötzlich sprang mich diese Person mit einem Kung-Fu-Tritt an. Ich konnte ausweichen, bin aber auf den Ellenbogen gefallen. Dann kam schon die Polizei.»

Til Schweiger
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Der Schauspieler Til Schweiger musste auf Mallorca die Polizei rufen.

Jan Ullrich liess sich wegen des Ellenbogens in eine Klinik bringen. «Ich wurde dort untersucht, auch Blut wurde entnommen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich danach wieder nach Hause gebracht werde. Doch plötzlich wurde ich in Handschellen in eine Zelle geführt.»

«Eine der härtesten Prüfungen meines Lebens»

Die Radsport-Legende verbrachte die Nacht anschliessend im Gefängnis. Ein traumatisches Erlebnis für Ullrich: «Ich konnte mich mit den Beamten nicht verständigen. Sie sprachen nur Spanisch, verstanden kein Englisch. Ich konnte keinen Anwalt anrufen. Ich musste alles bis auf die Hose ausziehen. In der sehr kleinen Zelle gab es nur eine Pritsche und ein Handtuch. Überall Kot und Urin auf dem Boden und an den Wänden. Ich habe Platzangst bekommen, konnte nicht schlafen. Es war eine der härtesten Prüfungen meines Lebens

Jan Ullrich Autounfall nach Doping Alkohol
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Macht eine schwierige Zeit durch: Jan Ullrich spricht offen über seine Drogenprobleme. 

Ein spanisches Gericht ordnete ein Annäherungsverbot an: Jan Ullrich muss zu seinem Nachbar Til Schweiger mindestens 50 Meter Abstand halten. Ullrich nimmt dies ernst: «Ich lasse vom Gärtner jetzt eine Linie im Garten ziehen, damit ich weiss, wo die 50-Meter-Grenze liegt. Ich bin bereit, mich bei Til zu entschuldigen, erwarte aber auch eine Entschuldigung.»

Für Jan Ullrich ist es nicht das erste Mal, dass er in Konflikt mit dem Gesetz kommt. Im Jahr 2013 gab der ehemalige Sieger der Tour de France zu, dass er gedopt hat. Ein Jahr später verursachte er im Kanton Thurgau, wo er damals wohnte, unter Alkoholeinfluss einen schweren Verkehrsunfall mit zwei Verletzten.

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