Oscars 2013 Jüngste & älteste Nominierte: Frauen brechen Rekorde

Quvenzhané Wallis hat Jahrgang 2003, Emmanuelle Riva 1927. Und beide sind in der gleichen Kategorie für einen Oscar nominiert: als beste Hauptdarstellerin. Die 9-jährige Amerikanerin und die 85-jährige Französin sind somit die jüngste und die älteste Schauspielerin, die je auf ein goldenes Männchen in dieser Kategorie hoffen durften. Frauen sind bei der begehrtesten Filmpreisverleihung zwar nach wie vor untervertreten, sorgen dafür jährlich für eine Überraschung.
Quvenzhané Wallis und Emmanuelle Riva sind überraschend nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Naomi Watts, Jessica Chastain und Jennifer Lawrence sind ebenfalls Anwärterinnen auf einen Oscar.
© Getty Images/Dukas Quvenzhané Wallis und Emmanuelle Riva sind überraschend nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Naomi Watts, Jessica Chastain und Jennifer Lawrence sind ebenfalls Anwärterinnen auf einen Oscar.

Noch nie zuvor stand die 9-Jährige vor der Kamera, geschweige denn für eine Hollywood-Produktion. Und dann sorgt Laiendarstellerin Quvenzhané Wallis gleich mit ihrem ersten Film für grosses Aufsehen: Die Amerikanerin ist als beste Hauptdarstellerin in «Best of the Southern Wild» für einen Oscar nominiert. Im Casting hatte sie sich gegen 4000 Konkurrentinnen durchgesetzt - als sie gerade mal fünf Jahre alt war und eigentlich zu jung für die Rolle.  

Die älteste Nominierte blickt auf eine fast 60-jährige Karriere zurück: Emmanuelle Riva darf heuer als beste Hauptdarstellerin im österreichischen Film «Amour» auf eine goldene Statue hoffen. Gewinnt die 85-jährige Französin am Sonntag, würde sie Jessica Tandy als älteste Oscarpreisträgerin ablösen.

In der Geschichte der Oscars gab es bereits jüngere und ältere Nominierte als Quvenzhané Wallis und Emmanuelle Riva, aber nicht in der Kategorie Bester Hauptdarsteller oder Beste Hauptdarstellerin - der Königsdisziplin der Academy Awards. 

In Vergangenheit haben schon zahlreiche andere Schauspielerinnen die Männer in den Schatten gestellt. Denn die meisten Nominierungen zählt nicht etwa Jack Nicholson, der zwölf Mal auf einen Oscar hoffen durfte. Filmdiva Meryl Streep war sagenhafte 17 Mal nominiert - gewonnen hat sie allerdings nur drei Mal. Nicholson hat ebenfalls drei goldene Männchen zu Hause stehen und ist somit neben Walter Brennan Spitzenreiter unter seinen männlichen Kollegen. Aber: Katharine Hepburn ist mit vier Oscars die Rekordhalterin. 

Die Kategorie Regie ist hingegen vollkommen in Männerhand. In den letzten 20 Jahren wurden lediglich zwei Frauen nominiert, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow. Letztere hat als einzige Regisseurin überhaupt in dieser Kategorie den Oscar gewonnen, 2010 für «The Hurt Locker». Ausgerechnet ihr Ex-Mann James Cameron galt damals mit «Avatar» als heisser Favorit. Das Duell war das Gesprächsthema an der Verleihung.

Gewinnt am 24. Februar 2013 bei der 85. Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles die jüngste oder älteste Nominierte, würde ein Mädchen oder eine Seniorin den Männern die Show stehlen.

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