Karl Dall Er erzählt von der Begegnung mit der Anklägerin

Er räumt ein, einige Fehler im Umgang mit der Schweizer Journalistin gemacht zu haben. Dennoch weist Karl Dall die Vergewaltigungsvorwürfe von sich. Mit seiner Frau Barbara, die nach 43 Jahren Ehe auch in schlechten Zeiten zu ihm hält, schildert er die Bekanntschaft mit der 43-Jährigen, die auch anderen Prominenten bekannt ist.
Barbara und Karl Dall reden über Vergewaltigung
© Getty Images

Dass Karl Dall seit 43 Jahren mit Barbara verheiratet ist, störte die Stalkerin nicht. Das liesse sich schon arrangieren, habe sie gemeint.

Alles angefangen hat es mit einer Email auf rein beruflicher Basis: Karl Dall spielte einige Shows in der Schweiz - eine Journalistin aus Solothurn kontaktierte ihn für ein Interview. Drei Monate später sieht sich der deutsche Entertainer mit einem schwerwiegenden Vorwurf konfrontiert: Er soll die 43-jährige Medienschaffende in seinem Hotelzimmer sexuell missbraucht haben. Vier Tage verbrachte er wegen Verdacht auf Vergewaltigung in Untersuchungshaft in Zürich. Das Verfahren ist noch immer hängig.

Karl Dall macht sich Sorgen, dass seine Karriere wegen dieser Geschichte ein jähes Ende nimmt. Denn Moderator Andreas Türk oder Wetterfrosch Jörg Kachelmann waren trotz Freispruch beruflich ruiniert. «Ich werde nicht als Gewalttäter in die ewigen Jagdgründe eingehen», sagte Karl Dall eben erst im Interview mit «Blick» und «Bild». Der 72-Jährige sucht den Weg über die Öffentlichkeit, um seine Unschuld zu beweisen. In der «Zeit» spricht er ausführlich über die Bekanntschaft mit der Journalistin: «Ich habe dieser Frau mit ihren Problemen stundenlang zugehört. Das war ein Fehler», sagt er.

Im vergangenen August hat der Albtraum begonnen, schildert er. Karl Dall war mit seiner Frau Barbara gerade zu Besuch bei der gemeinsamen Tochter Janina in Kanada, als er die erste Email über seine offizielle Website bekam. Die Frau schrieb einen Artikel über Dalls Shows in der Schweiz - er gab ihr die Telefonnumer von seinem Ferienhaus, «dann haben wir gequatscht.» Die Frau erschien ihm zunächst vernünftig und sympathisch. «Bloss irgendwann fing sie an erotische Sachen zu schreiben, und zum Teil bin ich darauf eingegangen. Pupertäre Scheisse.» Als es ihm zu viel wurde, habe er den Email-Verkehr komplett gelöscht. Die Frau hätte dem Staatsanwalt jedoch genau nur eine Mail übergeben, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde - und die die Vergewaltigungstheorie natürlich unterstützte.

Seiner Gattin Barbara kam sie schon von Anfang an sehr suspekt vor. «Sie hatte immerzu gemailt und wollte auch Fotos haben», sagt sie. «Sie war sehr anhänglich. Wir hatten gleich das Gefühl, dass die zu viel von uns will.» Tatsächlich melden sich, seit bekannt ist, dass die 43-Jährige den deutschen Komiker angezeigt hat, auch andere Prominente. Unternehmer Hausi Leutenegger beispielsweise berichtete, dass er von derselben Frau unter anderem mit Terroranrufen gestalkt wurde und sie erst aufhörte, als er ihr mit der Polizei gedroht hatte. Heute weiss es natürlich auch Karl Dall besser. «Es war ein Fehler, dass ich bei diesem ‹Interview› allein war. Ich Idiot!»

Über die verhängnisvolle Nacht nach einem Auftritt in Kurt Aeschbachers Talkshow will und kann Karl Dall nicht sprechen. Nur so viel: Er habe sich auf Wunsch der Journalistin mit ihr getroffen. Sie wollte eigentlich ins Restaurant Kronenhalle, er litt allerdings unter Jetlag und schlug sein Hotelzimmer vor, wo er dann mit ihr gesprochen hat. «Sie wollte mit mir in der Schweiz leben. Sie hatte mich auch schon um Geld angehauen. Sie hatte jede Menge Schulden, war spielsüchtig. Und ich sollte ihr ein Häuschen im Berner Oberland kaufen.» Es hätte sie nicht gestört, dass er seit 43 Jahren verheiratet war - auch das liesse sich irgendwie arrangieren.

Karl Dall glaubt, weil er ihren Chefredaktor anrief, der sie danach nicht mehr beschäftigen wollte, kam es zur Anzeige. Der bald 73-Jährige wird weiterhin um seinen guten Ruf kämpfen und die Geschichte allen erzählen, die sie hören wollen.

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