Karl Dall So erlebte er die Zeit im Gefängnis

Es kommt ihm wie ein einziger Albtraum vor. Weil ihm eine Schweizer Journalistin Vergewaltigung vorwirft, sass Karl Dall in Zürich vier Tage lang in Untersuchungshaft. In einem Interview erzählt der deutsche Komiker von katastrophalen Zuständen der Zellen und vom Dall-Bonus hinter Gittern.
Karl Dall lästert über heutiges TV (und übrigens)
© Getty Images

Dass ihm das mit 73 Jahren noch passiert: Karl Dall muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten.

Ende Oktober wurde er in Handschellen abgeführt und vier Tage in Untersuchungshaft gesteckt. Karl Dall hat ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung an einer Journalisten aus Solothurn am Hals. Ein einziges Mal sollen sich die beiden getroffen haben, am 5. September nach dem Auftritt bei Kurt Aeschbacher. Der deutsche Komiker habe sie auf sein Hotelzimmer genommen, wo es zum sexuellen Übergriff gekommen sei. Karl Dall, 73, bestreitet die Tat und berichtet nun in zwei Interviews von seinen Erfahrungen hinter Gittern.

«Ich habe ständig an meine Frau und meine Familie gedacht. Die wussten ja anfänglich gar nicht, wo ich mich aufhielt», sagt er dem «Blick». Die vier Tage verbrachte er laut eigenen Aussagen folgendermassen: Um sechs Uhr war Tagwache, zum Frühstück gab es zwei Scheiben frisches Brot mit etwas Margarine und Konfitüre. Das Mittagessen fiel aus, Dall hatte dann jeweils seine Anhörungen. Um halb fünf Uhr Abend gab es die letzte Mahlzeit des Tages, abends um acht ging das Licht aus.

«Es war wie früher in der Jugenherberge», sagt er. Schweizer Kost habe er besser in Erinnerung und an Komfort im Gefängnis fehle es offenbar auch in der Schweiz: Mit einem dünnen Deckchen habe er sich in der Nacht zugedeckt, nicht mal einen Schlafanzug habe er bekommen. Und: «Die Zelle war in einem katastrophalen Zustand. Alles mit Graffiti beschmiert. Jeder Klodeckel ist kaputt geschlagen.» Sein einziger Luxus: Zigaretten. Nie haben sie ihm besser geschmeckt, fünf am Tag pro Insasse seien erlaubt, aber: «Ich habe sechs bekommen. Das war wohl der Dall-Bonus», sagt er der «Bild»-Zeitung.

Das einzige, was er nicht sagen kann und will: Wieso er die 43-jährige Journalistin auf sein Zimmer eingeladen hat. «Dies habe ich dem Staatsanwalt bereits ausführlich beantwortet, er wird das in Ruhe prüfen. Ich werde weiter öffentlich dazu schweigen.» Jetzt hofft er, dass wieder Normalität in sein Leben einkehrt. Und er kämpft weiter: «Ich werde nicht als Gewalttäter in die ewigen Jagdgründe eingehen.»

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