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  3. Karl Lagerfeld hat sogar das Trauern nach seinem Tod organisiert

Der Modezar bleibt Chef

Karl Lagerfeld: Trauern nach Anleitung

Es mutet auf den ersten Blick etwas skurril an: Die Mitarbeitenden der Boutiquen von Karl Lagerfeld trauern aktuell sozusagen unter Anleitung um ihren verstorbenen Chef. Und zwar nach Vorgabe des Modezars höchstpersönlich.

Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld verstarb am 19. Februar im Alter von 85 Jahren. 

Dukas

Mit dem Tod von Karl Lagerfeld verliert die Welt einen der schillerndsten Modeschöpfer. Nicht nur die Modewelt, sondern auch die Mitarbeitenden von Lagerfelds Stores trauern um den Modezar, der am 19. Februar im Alter von 85 Jahren verstarb. Bis zu seinem Tod amtete Lagerfeld als Chefdesigner von Chanel, behielt alle Fäden in der Hand, war der Perfektionist schlechthin.

Da erstaunt es kaum, dass Karl Lagerfeld sogar organisiert hat, wie um ihn getrauert werden soll. Konkret soll der Deutsche, der seit Jahrzehnten in Paris wohnte, ein Handbuch verfasst haben als Anleitung an die Mitarbeitenden seiner Boutiquen. Diese sind auf der ganzen Welt verteilt, unter anderem in Berlin, New York und natürlich Paris. Und alle sollen gleich trauern.

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«Danke für Ihr Beileid» als Standardsatz

Das Handbuch soll der deutschen «Bild» vorliegen, die nun Auszüge daraus veröffentlicht hat. Auf den fünf Seiten sind zum Beispiel Antworten für die Mitarbeitenden auf Beileidsbekundungen von Kunden aufgeführt. «Danke für Ihr Beileid» oder «Es ist für uns alle eine schwere Zeit», zitiert die deutsche Boulevardzeitung.

Weiter soll in der Anleitung stehen: «Wenn Blumen oder andere Gegenstände im Store abgegeben werden, akzeptieren Sie diese und sammeln sie im Hinterzimmer. Weitere Anweisungen folgen.»

Karl Lagerfeld Store

Blumen vor dem Store wollte Karl Lagerfeld nicht - sie sollen im Hinterzimmer gesammelt werden. «Weitere Anweisungen folgen.»

imago/PanoramiC

Weisse Rosen in transparenter Vase

Ebenfalls geregelt ist, wie die Schaufenster der Boutiquen nun auszusehen haben. Und dies bis ins Detail. So mussten die Mitarbeitenden alle Produkte aus den Schaufenstern entfernen und Blumen besorgen. «Bitte kaufen Sie einen grossen Strauss weisser Rosen und platzieren Sie ihn in der Mitte des Schaufensters», ist in einem Auszug zu lesen.

Sogar die Blumenhöhe von mindestens 120 Zentimetern ist vorgegeben. Und die Vase, in welche die Rosen platziert werden sollen: Aus transparentem Glas, alternativ ist auch Weiss erlaubt. Und aktuelle Bilder der Lagerfeld-Stores zeigen: Die Mitarbeitenden halten sich tatsächlich an die Anweisungen ihres Chefs. Auch nach dessen Tod.

Karl Lagerfeld Store

Wie es sein soll: Ein Strauss weisser Rosen im Schaufenster des Pariser Lagerfeld-Stores

Gettyimages
Von Thomas Bürgisser am 22. Februar 2019