Diese Zukunft steht dem kleinen Prinzen Louis bevor Muss das Royal-Büebli arbeiten gehen?

Der Jüngste von Herzogin Kate und Prinz William hat als Nummer fünf in der Thronfolge wenig Chancen, einmal König zu werden. Und die Queen hat mehrmals klar gemacht, dass sie kein aufgeblähtes Königshaus will. Obwohl die Royals die britische Steuerzahler nur zwei Franken pro Jahr kosten.
Herzogin Kate mit Baby Nummer 3
© Getty Images

Noch weiss er nichts von seinen royalen Verpflichtungen: Der kleine Louis Arthur Charles verlässt mit seiner Mutter, Herzogin Kate, das Krankenhaus in London.

Gute Ersatzspieler braucht, wer als Fussballverein die Champions League gewinnen will. Ein Grosskonzern hat meist nicht einfach einen Chef, sondern einen Vorstand. Und ein grosses Königshaus wie die Briten benötigt mehr royale Familienvertreter als Winzlinge wie Monaco oder Liechtenstein.

Bei Queen Elizabeth, 92, stehen vier Kinder samt Ehepartnern im Dienste der Krone: Der übernächste Thronfolger William, 35, mit Gattin Kate, 36, Prinz Harry, 33 (bald mit Gattin Meghan, 36), Cousins wie der Herzog von Gloucester, 73, der Herzog von Kent, 82, und Prinz Michael von Kent, 75.  Bemerkenswert: Gloucester steht gerade noch auf Platz 26 der Thronfolge – die zwei anderen, weil mit Katholikinnen verheiratet, überhaupt nicht mehr.

Bildergalerie - das neuste Royal-Baby in der britischen Thronfolge:

Williams Jüngster, der kleine Louis Arthur Charles, wird in seiner Kindheit und Jugend – Schule, Militärdienst und Studienzeit inbegriffen – auf der königlichen Payroll stehen. Nur: Wie definiert sich die Rolle eines dritten Königskindes in Zukunft? Immer wieder beklagen Kritiker an Europas Monarchien die in ihren Augen zu grosse Zahl von Royals. Diese würden das Königshaus oft mehr oder weniger engagiert repräsentieren – und das auf Kosten der Steuerzahler.

Bei der Queen ist Andrew, 58, «Kind Nr. 3»: Nach seiner Militärkarriere als Helikopterpilot im Falkland-Krieg lieferte er wenig Nutzbares – seine Tätigkeit als «Botschafter der britischen Wirtschaft» brachte dem Prinzen den zweifelhaften Titel «Air Miles Andy» ein, dazu peinliche Schlagzeilen, weil er statt voller Auftragsbücher Berichte über Partys bei dubiosen Superreichen lieferte.

Queen Elizabeth Prinz Philip Anne Charles Edward Andrew
© Getty
In der Familie hat Prinz Philip die Rolle des Chefs inne. Er und Elizabeth mit ihren Kindern Anne (v. l.), Charles, Edward und Andrew.

Über dem Pensionsalter ist seine Schwester Anne. Die Prinzessin absolviert jährlich 500 Auftritte. Ähnlich wie ihr jüngster Bruder Edward, 54, und dessen Gattin Sophie, 54, deckt sie den royalen Terminplan in Bereichen und Regionen ab, in denen fast nur die Regionalpresse berichtet.

Wie das «Arbeitsleben» für das dritte Kind von William und Kate aussieht, entscheidet sich frühestens 2040. Ein normales Leben, wie es Williams Cousine Zara Phillips, 36, als Berufsreiterin und Werbegesicht sowie ihr Bruder Peter, 40, als Banker führen, damit Geld verdienen dürfen – und am Hof nur zum Verwandtschaftsbesuch auftauchen?

Stets eine offizielle Aufgabe erfüllen muss als «Kind Nr. 2» Prinzessin Charlotte, 2. Sie ist quasi der Edel-Reservist, falls dem etatmässigen Thronfolger etwas zustossen sollte. Noch vor zwei Generationen wäre klar gewesen: Auch «Kind Nr. 3» ist sein Leben lang hauptberuflicher Royal. Per Geburt Platz 5 der Thronfolger, könnte es zwar nach dem Tod der Queen, 92, von Prinz Charles, 69, und Prinz William aufrücken – wird aber von allen künftigen Kindern seiner älteren Geschwister überholt. Andererseits will selbst die Queen den Personal-Apparat von Vollzeit-Royals innerhalb der Familie nicht unnötig aufblähen. Denn Wunsch Andrews, seinen Töchtern Beatrice, 29, und Eugenie, 28, eine solche Rolle auf Lebenszeit zuzusichern, delegierte sie an Thronfolger Charles. Der lehnte es mit Blick auf die öffentliche Meinung ab.

Selbst Royal-Fans wollen zu allzu vielen Mitgliedern des Hauses Windsor keine Existenz-Garantie auf Kosten des Staatsetats geben. Das Königshaus kostet jede Britin und jeden Briten knapp zwei Franken im Jahr – gut angelegtes Geld, berechnet man den Wert der Royals für den Tourismus. Doch in 20 Jahren kann sich viel tun.

Mehr als in der Historie wird auch «Kind Nr. 3» selbst über sein Leben entscheiden wollen. Und vielleicht froh sein, es nicht damit verbringen zu müssen, preisgekrönten Widdern in Nordwest-Wales Schleifen an die Hörner zu binden.

Der Autor ist Royal-Experte und stv. Chefredaktor der deutschen Magazine «Frau im Spiegel» und «Royal».

Bildergalerie - die Highlights der Prinzengeburt:

Im Dossier: Alles über die britischen und andere Royals

Auch interessant