«Ich erinnere mich an die Scheisse, an das Blut» Keira Knightley kritisiert Kates Geburt-Auftritt

Schauspielerin Keira Knightley spricht sich in einem Essay für mehr Echtheit aus. Dabei schiesst sie auch gegen Herzogin Catherine, die nur sieben Stunden nach der Geburt von Tochter Charlotte einen perfekten Auftritt hinlegte - und damit gemäss Knightley so gar nicht der Wirklichkeit entsprach.
Keira Knightley
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Ist nicht einverstanden mit dem Bild, das Herzogin Kate nach der Geburt abgab: Schauspielerin Keira Knightley.

Keira Knightley, 33, brachte am 1. Mai 2015 ihre Tochter Edie, 3, zur Welt - einen Tag später wurde in London ein weiterer prominenter Sprössling geboren: Herzogin Catherines, 36, und Prinz Williams, 36, Tochter Charlotte erblickte das Licht der Welt. Nur sieben Stunden nach der Geburt wurde die kleine Prinzessin der Öffentlichkeit präsentiert. Die Bilder ihres stolzen Papas und der strahlenden Mama, die sie auf dem Arm hielt, gingen um die Welt - doch genau diesen Auftritt findet Hollywood-Schauspielerin Keira Knightley fehlleitend, wie sie in ihrem Essay «Das schwächere Geschlecht» festhält.

«Das Bild, das die Welt sehen will»

Dass Kate sieben Stunden nach der Geburt aus dem Krankenhaus entlassen worden sei, perfekt gestylt mit geschminktem Gesicht und in High Heels, beschreibt Knightley als «das Bild, das die Welt sehen will». Denn eigentlich sehe die Zeit unmittelbar nach der Geburt ganz anders aus, schreibt die «Pirates of the Caribbean»-Schauspielerin in den Zeilen, die sie ihrer Tochter widmet: «Ich erinnere mich an die Scheisse, das Erbrochene, das Blut, die Stiche. Ich erinnere mich an mein Schlachtfeld. [...] Meine Vagina ist aufgerissen. Du kamst mit geöffneten Augen raus. Arme in die Luft gerissen. Schreiend. Sie haben dich auf mich gelegt, mit Blut und Fruchtschmiere bedeckt, dein Kopf verformt vom Geburtskanal. Pulsierend, keuchend, schreiend.»

Herzogin Catherine Prinz William Prinzessin Charlotte
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Stein des Anstosses: Catherines makelloser Auftritt nur sieben Stunden nach der Geburt sorgt bei Knightley für Ärger. 

Knightley prangert nicht die Herzogin per se an, sondern die Tradition der britischen Royals, gleich nach der Geburt die Kinder zu zeigen - und damit ein perfektes Bild abzugeben, das so nicht der Realität entspricht: «Versteckt unseren Schmerz, unsere aufgerissenen Körper, unsere leckenden Brüste, unsere tobenden Hormone. Sei schön, sei stilvoll, zeig dein Schlachtfeld nicht, Kate. Sieben Stunden nach dem Kampf um Leben und Tod, sieben Stunden, nachdem dein Körper aufgerissen ist und blutiges, schreiendes Leben herausgekommen ist. Zeig es nicht. Sag es nicht. Stehe dort mit deinem Mädchen, umringt von einem Rudel männlicher Fotografen.»

Sieben Stunden nach dem Kampf um Leben und Tod, sieben Stunden, nachdem dein Körper aufgerissen ist und blutiges, schreiendes Leben herausgekommen ist.

Eine lange britische Tradition

Dass sich die frischgebackenen royalen Mütter fast unmittelbar nach dem Kreissaal mit Ehemann und Nachwuchs präsentieren müssen, gefällt Knightley so gar nicht. Doch die Zur-Schau-Stellung hat Tradition: So wurde beispielsweise auch Prinz William nach seiner Geburt auf dem Arm von Mama Prinzessin Diana und neben Papa Prinz Charles vorgestellt. Und auch nach der Geburt von Söhnchen Louis diesen April schritt Kate nach wiederum sieben Stunden die Krankenhaus-Treppe herunter - Tradition bleibt eben Tradition. 

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Knightleys Essay erschien im Sammelband «Feminists Don't Wear Pink (And Other Lies)» (Deutsch: «Feministinnen tragen kein Pink (und andere Lügen)»). Darin versammeln sich 52 Meinungen und Gedanken zum Thema Feminismus. So haben neben Knightley auch «Harry Potter»-Schauspielerin Emma Watson, 28, «Lady Bird»-Darstellerin Saoirse Ronan, 24, und Model Adwoa Aboah, 26, Texte verfasst, die sich «um das F-Wort drehen», wie der Verlag schreibt.

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