Das persönliche Interview Kim Wilde: «Ich habe schon Aliens gesehen»

Hits wie «Kids In America» machten Kim Wilde in den 1980er-Jahren weltberühmt. Jetzt ist sie musikalisch zurück. «Here Come The Aliens» heisst ihr neues Album. Nicht von ungefähr – denn die passionierte Gärtnerin glaubt fest an ausserirdisches Leben.
Kim Wilde
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Glitzer, Garten, Aliens In den Achtzigern ein Superstar, zog sich Kim Wilde, 57, zurück, gründete eine Familie, hatte eine Gartenshow und schrieb Bücher übers Gärtnern. Mit dem Comeback «Here Come The Aliens» gastiert sie am 3. Oktober im Volkshaus Zürich.

Kim Wilde, welches Gemüse sollte verboten werden?
Um Himmels Willen, gar keins! Ich liebe Gemüse und baue in meinem Garten alles an, von Kartoffeln über Randen, Mais, Tomaten bis hin zu Zwiebeln.

Sie sind ja auch Gartenbauarchitektin und hatten in England eine eigene Garten-TV-Show. Wie viel Zeit verbringen Sie im Garten?
Im Moment bin ich auf Tour, deshalb leider nicht viel. Aber sonst kommt es oft vor, dass ich den ganzen Tag dort bin und abends zum Kochen ins Haus gezerrt werden muss.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Meine Einkaufsgewohnheiten. Ich kaufe immer noch viel zu viele Plastikverpackungen.

Kim Wilde Buch
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2005 brachte Kim ihr eigenes Buch übers Gärtnern mit Kindern heraus.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Momentan bin ich auf Tour und arbeite 14 Stunden pro Tag. Aber sonst habe ich eine sehr gute Work-Life-Balance. Zwischendurch bin ich wochenlang Köchin, Gärtnerin und Hunde-Walkerin.

Ihr Spitzname als Kind?
Smitty, das stammt von Smith, meinem richtigen Nachnamen.

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgemachtes geschenkt?
Erst kürzlich habe ich meinen Eltern und Geschwistern selbst gemachte Orangenmarmelade geschenkt. Die mache ich oft.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Manchmal am Knie, aber sonst ist mein Körper sehr gnädig mit mir.

Ist es schwierig, im Showbusiness zu altern?
Ich habe kein Problem damit. Ich bin viel entspannter als früher.

Kim Wilde
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Kim Wilde 1985 in Hamburg.

Stört es Sie, wenn Sie auf Ihre alten Hits wie «Kids In America» reduziert werden?
Gar nicht, ich bin stolz auf sie. Aber ich hoffe, es kommen mit dem aktuellen Album neue dazu.

Welches Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Eines meines neuen Terrierwelpens. Ich habe ihn erst seit ein paar Wochen. Seine Schwester ist schon seit zwei Jahren bei uns.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja. Meine Tochter und ich haben uns vergangenes Jahr gemeinsam je einen besorgt. Es gibt keinen Grund, keinen zu haben.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Schön wäre, wenn meine Familie spielen würde. Mein Sohn ist ein begabter Gitarrist, meine Tochter eine tolle Songwriterin, mein Mann ebenfalls. Er ist viel jünger als ich, die Chancen, dass er mich überlebt, stehen also gut (lacht).

Kim Wilde Hal Fowler
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Kim Wilde hat ihren Ehemann Hal Fowler 1996 geheiratet.

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Ich bin eine Kämpferin fürs Leben, darum bezweifle ich es. Aber wenn ich kaum auszuhaltende Schmerzen hätte: Sag niemals nie.

Haben Sie ein Tattoo?
Ja, an meinem Rücken, ein Blumenmuster, das ich selbst designte. Ich habe es zu meinem 50. Geburtstag in Berlin stechen lassen.

Worüber wird man noch nach Ihrem Ableben reden?
Ich hoffe, es hat etwas mit mir als Popstar zu tun. Diesen Platz habe ich mir verdient.

Und als die Frau, die an Aliens glaubte?
Klar. Das tun viele, ich rede halt drüber. Ich weiss, dass ich schon Aliens gesehen habe, und fands eine inspirierende Erfahrung.

It's Here Come The Aliens day.... Catch me on Sky Sunrise news this morning....

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Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Mit 36 temporär aus dem Musikbusiness auszusteigen, eine Familie zu gründen und mich dem Gärtnern zu widmen.

Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Mein Sinn für Humor und meine Lebenslust.

Welcher Film hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
«Arrival» über die Ankunft von Ausserirdischen auf der Erde. Er ist unglaublich.

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Wir werden Kontakt zu Ausserirdischen haben, die uns zeigen, wie viel Schaden wir auf der Erde angerichtet haben, und uns helfen, das wieder hinzukriegen.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus.
Nicht sehr aufgeräumt, mit Fotos von David Bowie, Elton John und Marilyn Monroe sowie Drucken von Chagall und Matisse an den Wänden.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Er hiess David, wir waren 13, und es gab diesen unschuldigen Kuss in der Schuldisco. Das wars auch schon – meine Eltern erlaubten mir bis 16 keinen Freund.

Wer ist Ihr bester Freund?
Mein Mann. Meine beste Freundin ist Claire. Wir kennen einander, seit wir neun waren, sie lebt in Holland.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Über Muttertagskarten meiner Kinder. Besonders von meinem Sohn, der solche Konventionen nicht so mag.

 
 
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