Bushido Kommt nach der Party die Partei?

Einmal mehr erhärtet sich der Verdacht um eine baldige politische Aktivität des Berliner Rappers Bushido. Folgt auf die (Hochzeits-)Party seine eigene Partei - und tauft der Wortschmied diese womöglich noch vor der eigenen Tochter?
Ob er eines Tages mit politischen Erfolgen an seine musikalischen anknüpfen werden wird? 2011 durfte Bushido im Rahmen der Bambi-Verleihung immerhin den sogenannten Integrationspreis entgegennehmen.
© 2011 Getty Images Ob er eines Tages mit politischen Erfolgen an seine musikalischen anknüpfen werden wird? 2011 durfte Bushido im Rahmen der Bambi-Verleihung immerhin den sogenannten Integrationspreis entgegennehmen.

Dem deutschen Rapper Bushido, 33, stehen gleich zwei Geburtstermine kurz bevor: Die Tochter von ihm und Ehefrau Anna-Maria Lagerblom, 30, soll noch diesen Monat zur Welt kommen. Seit Neustem wieder aktuell ist aber auch eine weitere Thematik, die der wenig wortkarge Rapper schon mehrfach zur Sprache gebracht hat: Bushido will seine eigene Partei gründen und in die Politik einsteigen.

«Guten Morgen meine Freunde, gestern sind alle Informationen und Unterlagen zur Gründung einer Partei angekommen!!! Wir werden aktiv!!!» Dies vermeldete Bushido am 10. Juni mittels Twitter. Offen bleiben dabei, wer mit «wir» gemeint ist, und wie die genauen politischen Inhalte der Partei lauten, die er, wie bereits mehrfach angedroht, gründen möchte.

Gegenüber der Zeitung «Welt am Sonntag» sagte Bushido im vergangenen Dezember, dass er durchaus daran glaube, Wählerstimmen zu kriegen. Weiter verriet er das übergeordnete Ziel seiner politischen Betätigungen: «Ich würde versuchen, die Einstellung der Menschen zu ändern.» Man darf also gespannt sein, mit welchem Parteiprogramm Bushido seine Fans und die deutsche Politszene überrascht.

Fakt ist, dass Bushido einst der SPD seine Stimme gab - bis Schröder ging. Seither wähle er gar nicht mehr. Weiter sei ihm die Piratenpartei zu «teeniemässig» unterwegs, hingegen schreibe er Kanzlerin Angela Merkel sehr wohl Führungsqualitäten zu, sie habe ihn in der «Euro-Zeit» positiv überrascht.

Als Parteimotto liesse sich die Aussage des einstigen Aggro-Berlin-Rappers verstehen, «Bushido For A Better World». Dazu nur so viel: Die letzten Male ins öffentliche Gespräch geriet Bushido, als er sich 2010 mit Alice Schwarzer anlegte («Ganz ehrlich, fick dich ins Knie, du Fotze.») und als er 2011 einen Integrationspreis abräumte, für seinen Einsatz für ein «respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft». Empörter äusserte sich manch ein Politiker; Bushido stehe für «Frauen- und Schwulenfeindlichkeit» sagte etwa Thorsten Schäfer-Gümbel, seines Zeichens Vorsitzender der Landtagsfraktion Hessen der - richtig - SPD.

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