Zum 20. Todestag von Lady Di Teil 13: Ein Blumenmeer für Diana

Am 31. August jährt sich Dianas Todestag zum 20. Mal. SI online blickt deshalb jeden Tag im August zurück - auf das Leben der Königin der Herzen, den tragischen Unfall in Paris und das Erbe, das sie hinterlassen hat. Teil 13 der grossen Diana-Serie: das Leiden des englischen Volkes. 

Dianas Tod schockt die Briten zweifellos wie kein anderes royales Ereignis. Sie ist der erste königliche Superstar, dessen Leben die Medien wie bei einem Musik- oder Filmstar mit allen Höhen und Tiefen dokumentieren - besonders die englischen Reporter folgen Lady Di auf Schritt und Tritt.

Die Trauer ob Dianas Tod ist deshalb so gross, weil viele Briten an ihrem Leben teilnehmen und sich mit der jungen Frau identifizieren. Sie ist die betrogene Ehefrau, die an Bulimie leidet, die Fremdgeherin, die unterdrückte Prinzessin, die mit dem strengen königlichen Protokoll nicht zurecht kommt. Diana ist aber auch die liebevolle Mutter, die ihre beiden Söhne William und Harry in der Öffentlichkeit herzt und küsst - ein Novum in der Geschichte der britischen Monarchie, die vor Publikum sonst keine Gefühle preisgibt.

Auch ihren Untertanen begegnet Diana ohne Berührungsängste. Sie stellt sich auf die Seite der Ärmsten der Gesellschaft und besucht Obdachlose und Krebskranke, schüttelt Aidskranken die Hand, kämpft für das Verbot von Landminen. Diana ist ein Royal zum Anfassen, zum Gernhaben.

Die Trauer einer ganzen Nation

Als Diana 36-jährig verunglückt, stirbt für die Briten deshalb nicht einfach eine Prinzessin, sondern eine nationale Identifikationsfigur. Sie ist aber auch eine junge Mutter, die unter tragischen Umständen ihr Leben verliert und zwei Buben im Alter von 12 und 15 Jahren hinterlässt. Das bricht vielen Menschen das Herz.

Lady Diana Spencer Todestag Tribute September 1997 Buckingham Kensington Palace
© Getty Images

Tausende strömen zum Buckingham Palace.

Nachdem am 31. August 1997 die Mitteilung von Dianas Tod in den Medien die Runde macht, verwandelt sich London innerhalb weniger Stunden in eine trauernde Stadt, in der hunderttausende Menschen weinend zum Buckingham Palace, der Residenz der Queen, und zum Kensington Palace, Dianas Wohnsitz, strömen. Dort legen sie Blumen, Kondolenzkarten, Fotos, Briefe, Trauersprüche und Kerzen vor den eisernen Gittern der Paläste nieder. «Wir werden dich nie vergessen» oder «Du wirst immer in unseren Herzen sein», lauten die Botschaften, die die Trauernden hinterlassen. Sie weinen, liegen sich in den Armen. Viele bringen Lilien mit, die Lieblingsblumen der Prinzessin. Innert kurzer Zeit bildet sich ein riesiges buntes Blumenmeer vor beiden Gebäuden. Die Queen weilt derweil mit William und Harry in ihrem Schloss in Balmoral (Schottland).

In der Woche bis zur öffentlichen Trauerfeier Dianas am 6. September sollen Diana-Anhänger über eine Million Sträusse niedergelegt haben. So erweisen die Briten ihrer Königin der Herzen die letzte Ehre. Es ist der ultimative Beweis für die kollektive Trauer einer Nation.

Lady Diana: Ihr Leben in Bildern

Teil 14: Die Reaktion der Queen

Im Dossier: Alle Teile der Diana-Serie

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