Swiss made für Hollywood Bernerin entwirft Mode für Angelina Jolie

Die Berner Fashion-Designerin Laura Basci, zu deren Kundinnen auch Angelina Jolie gehört, hat mit dem Schweizer Möbelhaus de Sede einen Showroom in Hollywood eröffnet.  
Laura Basci
© Jonas Mohr

120 Stunden Handarbeit: lm Atelier oberhalb des Showrooms wurden die Glasperlen einzeln aufgenäht.

Es geht zu und her wie in einem Bienenhaus: Die Models machen sich im oberen Stock für die Fashionshow fertig, im Showroom beginnt der Schweizer Star-Cellist Martin Tillman seine Live-Performance, und illustre Gäste, darunter Stars wie Felicity Huffman und Abbie Cornish, bewundern mit einem Cüpli in der Hand die Schweizer Präzisionsarbeit, die neu an der La Brea Avenue eingezogen ist.

Gastgeberin ist die Berner Fashion-Designerin Laura Basci, 37, die mit dem Schweizer Ledermöbelhersteller und Taschen-Designer de Sede einen gemeinsamen Showroom an der bekannten Shoppingmeile in Hollywood eröffnet hat. Licht aus, Spot an: Die Models defilieren in den neuesten Laura-Basci-Kreation die Treppe hinunter.

Laura Basci
© Jonas Mohr
Atelier, Fotostudio und Showroom: Laura Basci in ihrem neuen Reich an der La Brea Avenue in Hollywood.

«Zuerst war ich ein bisschen nervös, denn ich wusste nicht, ob die Leute auch wirklich kommen würdenMan weiss ja nie in Los Angeles», blickt Laura Basci ein paar Tage später in ihrem Atelier auf ihre erste eigene Fashion-show zurück. Aber sie kamen: Die Leute von Tom Ford, vom Fachblatt «Hollywood Reporter» und prominente Kundinnen wie die Schauspielerinnen Lisa Rinna oder Olivia Munn, die extra aus New York einflog.

Die Treue hat sich Laura Basci nicht nur mit Qualitätsarbeit, sondern auch mit ihrer ruhigen Art und verlässlicher Diskretion hart erarbeitet. Deshalb gehört auch Angelina Jolie zu ihren langjährigen Kundinnen. Der Hollywood-Star trägt Bascis klassisch elegante Zweiteiler zu Treffen mit dem Papst oder bei UNO-Reden. «Laura ist eine reizende Person und nun eine Freundin», so Jolie auf Anfrage. «Ich hatte zuerst ein paar Stücke bestellt, und inzwischen haben wir eine ganze Garderobe aufgebaut.»

Laura Basci
© Rebecca Sapp / Getty Images

Bascis Fashion-Credo: «Ich möchte mit meinen Kreationen die natürliche Schönheit und Stärke von Frauen untermalen.

Freundschaft ist ein dehnbarer Begriff in der Traumfabrik, weiss Laura Basci, die mit ihrem Team nach wie vor auch Oscar-Roben von Versace & Co. für ihr Klientel abändert. «Aber man kommt einander schon näher, wenn man stundenlang mit jemandem zu Hause im Umkleidezimmer verbringt», so die Schweizerin, die den Körper von Jolie wie kaum sonst jemand kennt. «Wenn auch ihre Kinder premierenfertig sein müssen, können die Anproben bis zu sieben Stunden dauern.»

Dass sie eines Tages mit Nadel und Faden bei den Stars in Hollywood ein- und ausgehen würde, hätte sich Laura Basci nie träumen lassen. Nähen war zwar ihr frühes Hobby, aber ursprünglich wollte sie Ballerina werden. Sie tanzte an der Wiener Staatsoper, bis eine Rückenverletzung ihren Karriereplänen ein jähes Ende setzte. Wieder in der Schweiz, liess sie sich zur Kosmetikerin ausbilden.

Angelina Jolie
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Papstbesuch: Angelina Jolie in einem Laura-Basci-Deuxpièces.

Als ihr Mann, der Musiker Marco Basci, aus beruflichen Interessen nach Los Angeles auswandern wollte, war sie begeistert. 2008 in L. A. angekommen, musste sich die Stadtbernerin aber zuerst neu orientieren: Am Anfang jobbte Laura Basci als Babysitterin, dann engagierte sie die Schweizer Designerin Daniela Kurrle als Schneiderin, um Designer-Roben für Prominente abzuändern. Schliesslich machte sich Basci selbstständig.

Star-Designer Tom Ford, bei dessen Fashionshow sie mitgearbeitet hatte, offerierte ihr den Job als Leiterin seines Design-Teams und Ateliers, aber sie wollte lieber ihr eigenes Label vorantreiben: «Mein Ziel ist es nun, ab 2018 je zwei volle Kollektionen pro Jahr herauszugeben.

Video: Raffaelphoto.com - Raffael Dickreuter Photography

Massenproduktion kommt aber nicht infrage. «Wir machen hier alles von Hand und mit Fair-Trade-Materialien», so Basci über ihr helles Atelier im oberen Stock, wo zehn Festangestellte an den Nähmaschinen sitzen. «Gute Arbeitsplätze zu schaffen, ist mir wichtiger als der schnelle Erfolg. Meine Näherinnen arbeiteten zuvor in Fabriken für sieben Dollar die Stunde und ohne Krankenversicherung. Bei mir haben sie nun einen Mindestlohn von zwanzig Dollar und sind versichert.»

Das Konzept von Handarbeit und In-House-Fertigstellung brachte sie schliesslich mit dem Klingnauer Möbelhersteller de Sede, der Will Smith und Mick Jagger zu seinen Kunden zählt, zusammen. Aber nicht nur: «Ich habe mich auch sofort gut mit der Geschäftsführerin Monika Walser verstanden. Sie hat eine ähnliche Arbeitseinstellung wie ich – denn sie hat auch einmal als Schneiderin angefangen.»

Laura Basci
© Jonas Mohr
Unterwegs zur nächsten Anprobe: Laura Basci macht oft stundenlange Hausbesuche bei ihren Kundinnen.
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