Erpressung, Misshandlung und totale Kontrolle Leah Remini rechnet mit Scientology ab

Im Jahr 2013 brach Leah Remini mit der Religionsgemeinschaft Scientology - nach 30 Jahren Mitgliedschaft. Anstatt leise zu gehen, trat die Schauspielerin ihren Ausstieg in der Öffentlichkeit breit. Nun veröffentlicht sie ein Buch über ihre Zeit bei der Sekte und rechnet schonungslos mit den Mitgliedern und der Organisation selbst ab.
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© Getty Images

30 Jahre war Leah Rimini Mitglied bei Scientology.

Seit ihrem Ausstieg aus der Organisation Scientology im Jahr 2013 meiden die anderen Mitglieder Leah Remini. In der Religionsgemeinschaft gilt die 45-Jährige seither als «unterdrückerische Person» - jemand, der sich öffentlich von Scientology abgewandt hat und dem der Kontakt zu anderen Scientologen verboten ist.

Dass die Religionsgemeinschaft gegen sie hetzt, stört Remini nicht. «Niemand kann mir sagen, wie ich denken und fühlen soll, und niemand kann mir sagen, mit wem ich reden darf und mit wem nicht», so der «King of Queens»-Star kurz nach ihrem Ausstieg. Nun geht die Schauspielerin gar einen Schritt weiter. Im November erscheint ihr Buch «Troublemaker: Surviving Hollywood and Scientology». Darin beschreibt sie, wie schlimm es wirklich in der Sekte zuging.

DIE SKRUPELLOSE INDOKTRINATION DER KIRCHE:
Erpressung, Misshandlung und die Kontrolle über Stars wie Tom Cruise oder Kirstie Alley gehören bei Scientology zur Tagesordnung, schreibt Leah Remini. Wer sich nicht so verhält, wie es die Kirche wünscht, wird entweder gemieden oder so lange von anderen Scientologen bearbeitet, bis er kein Problem mehr für die Kirche darstellt. Dass die Schauspielerin ausgestiegen ist, nimmt ihr besonders ihre ehemals gute Freundin Kirstie Alley übel. In einem Interview bezeichnete sie Remini als «eine Fanatikerin» und «abstossend».

KINDER, DIE IN DER GEMEINSCHAFT AUFWACHSEN:
«Wenn du als Kind dort aufwächst, bist du deiner Familie gegenüber nicht loyal. Die Kirche kommt immer zuerst, und das bringen wir den Kindern bei. Ich wollte meine Tochter nicht in der Kirche grossziehen, weil ich gesehen und erlebt habe, wie es ist. Die Kirche wird dein Alles, deine Mutter, dein Vater, dein Alles. Du wirst abhängig von der Kirche.»

ZEIT FÜR SCIENTOLOGY:
Mindestens dreieinhalb Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche, soll man für die Religion aufwenden, berichtet Remini. Da bleibe kaum Zeit, die man mit der eigenen Familie verbringen könne.

BESTRAFUNGEN:
Shelly Miscavige, die Frau von Scientology-Chef David Miscavige, wurde seit 2006 nur einmal in der Öffentlichkeit gesehen. Deshalb gab Leah Remini eine Vermisstenanzeige auf und fragte David Miscavige über das Verbleiben seiner Ehefrau aus. Weil sie wagte zu fragen, unterzog die Kirche sie einem «Security Check». Monatelang hätten die Sicherheitsleute sie befragt und einer Verhaltensmodifikation unterzogen. Die Befragungen hätten so lange angedauert, bis sie einwilligte ihre Beschwerde fallen zu lassen. Anschliessend habe sie eine Rechnung von Scientology in der Höhe von 300'000 Dollar bekommen.

Und was sagt die Religionsgemeinschaft zu Reminis Anschuldigungen? Sie sei «davon besessen, ihre frühere Religion in einem erbärmlichen Versuch schamlos auszunutzen, um Publicity zu bekommen», zitiert die «Daily Mail» einen Sprecher der Organisation.

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