Matthias Sempach & Co. Heulsusen! Richtige Männer weinen nicht?

Frauen können ihren Gefühlen und Tränen problemlos freien Lauf lassen - von den Männern hingegen konnte man das lange nicht behaupten. Dank einigen Stars wissen wir, dass diese Zeiten inzwischen vorbei sind. Und spätestens seit dem Tränenausbruch von Matthias Sempach nach seinem Sieg am Eidgenössischen Schwingfest 2013 stellt sich erneut die Frage: Wie viel Emotionen sind beim starken Geschlecht erlaubt?

Matthias Sempach, Will Smith, Roger Federer und Wladimir Putin haben etwas gemeinsam: Sie alle haben bereits geweint und zwar vor laufenden Kameras. Die einen stärker, die anderen schwächer. Die einen aus Freude, die anderen aus Trauer. Obwohl diese und andere starken Kerle vor Testosteron nur so strotzen, trauen sie sich in der Öffentlichkeit auch mal die harte Schale abzulegen und den weichen Kern zu zeigen.

Eigentlich nichts Aussergewöhnliches - denn bis zum Beginn der Pubertät weinen Jungen und Mädchen ungefähr gleich viel. Laut einer Mitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) aus dem Jahr 2009 ändert sich die Situation erst nach dem 13. Lebensjahr: Die Frauen vergiessen mit 30 bis 64 Mal pro Jahr etwa 4 bis 5 Mal mehr Tränen als die Männer. Die Damenwelt heult aber nicht nur häufiger, sondern auch länger und dramatischer.

Liegt es daran, dass Männer seltener traurig oder sonst emotional aufgewühlt sind? Wohl kaum! Im Allgemeinen existiert die Meinung, Tränen seien «weiblich» - und somit den Frauen vorbehalten. Dabei können die härtesten Kerle verschmust oder traurig sein, schliesslich besitzen die Herren ebenfalls ein X-Chromosom. Laut Elisabeth Messmer von der Augenklinik der Münchner Ludwig- Maximilians-Universität weinen die Frauen meistens, wenn sie vor schwer lösbaren Konflikten stehen oder in (romantischen) Erinnerungen schwelgen (DOG-Mitteilung 2009). Bei den Männern kullern die Tränen dann, wenn sie Mitgefühl zeigen oder an etwas gescheitert sind.

Manche können ihre Gefühle nicht mehr im Zaum halten, wenn sie sich beispielsweise an einem Erfolg erfreuen. So erging es vergangenen Sonntag Matthias Sempach nach der Verkündung seines Sieges. Das Sein und Seinsollen sind aber nach wie vor zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

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