Marco Basci So erlebte der Schweizer Musiker die Grammy-Verleihung

Der Grammy ist der Heilige Gral für Musiker. Für den Schweizer Arrangeur und Keyboarder Marco Basci war er am Sonntag zum Greifen nahe. 

«Daft Punk, Pharrell Williams zusammen mit Stevie Wonder - das war der Hammer!», schwärmt der Schweizer Musiker Marco Basci, 36, der sich am Sonntagabend die internationalen Top-Acts live vor Ort bei der Grammy-Verleihung 2014 anhörte. «Für mich war das der Höhepunkt. Cool und mutig fand ich auch die Performance von Macklemore & Ryan Lewis mit der Vermählung von homosexuellen Paaren, und interessanterweise fand ich auch Metallica ganz toll, obwohl ihre Musik sonst nicht so mein Ding ist.»

Sein Ding, das ist eher Funk, R&B und Soul. Mitnominiert war er in der Kategorie «Best Pop Instrumental Album» als Arrangeur und Keyboarder für drei Titel auf «Summer Horns» von Saxofonist Dave Koz. Der Grammy in dieser Kategorie wurde bereits am frühen Nachmittag vor der Show in einer separaten Zeremonie verliehen. Leider schafften es Marco Basci und seine Frau Laura nicht rechtzeitig Downtown: «Es hatte extrem viel Verkehr und unsere SUV-Limousine verfuhr sich noch», sagt er im Nachhinein lachend. Verpasst hat er letztlich auch nicht viel, denn seine Kategorie wurde vom Brass-Urgestein Herb Alpert gewonnen. «Es tut mir leid für Dave Koz, denn er war schon mehrmals nominiert und konnte die Trophäe noch nie mit nach Hause bringen.»

Aus dem Schulter-Reiben mit den Superstars der Musikszene wurde dann leider auch nichts: «Den Roten Teppich machen nur die Superstars, unsereins wurde durch einen separaten Eingang ins Staples Center geschleust und auch danach gabs verschiedene Ticket-Kategorien.» Dabei hatte er sich doch auch in Schale geschmissen, sein bestes Bling montiert und am Vortag sogar noch eine neue coole Sonnenbrille gekauft. Etwas zu Essen oder zu Trinken gabs während der mehrstündigen Show auch nicht zu erwerben: «Ich hatte mir schon etwas mehr Glamour vorgestellt», sagt Marco Basci nach der Show mit knurrendem Magen. «Aber es war toll, einfach mal dabei gewesen zu sein und entsprechend schon ein einmaliges Erlebnis.»

Und ein Erlebnis, das sich der gebürtige Berner vor ein paar Jahren nicht einmal in seinen wildesten Träumen hätte vorstellen können: Als er vor sechs Jahren nach Los Angeles kam, fing Marco Basci ganz unten an: «Ich putzte Bad und Böden in einem Hostel für Gratis-Unterkunft», erinnert sich der Musiker, der nach dem Lehrer-Seminar die Berner Jazz-Schule besuchte und in eigenen Formationen wie «2 For Soul» auftrat. Ein Kontakt in der L.A. Gospel-Szene führte schliesslich zum Künstler-Visum und zur Zusammenarbeit mit dem Jazz-Gitarristen und zweifachen Grammy-Gewinner Paul Brown, der dem Schweizer auch den Koz-Gig vermittelte. Der 36-Jährige hofft, dass sich aus diesem bisherigen Höhepunkt in seiner Musiker-Karriere weitere Türen öffnen werden. Und wer weiss: Dann wird er eines Tages vielleicht sogar neben Bruno Mars und Pharrell Williams über den exklusivsten Roten Teppich zu den Grammys schreiten dürfen. 

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