Der Starregisseur spricht über «Ballon» Bully Herbig: «Ich hätte auch versucht zu flüchten»

Michael Bully Herbig ist bekannt für seine lustige Art und seine derben Sprüche. Gestern Donnerstagabend sprach der Regisseur über seinen Film «Ballon», mit dem er sich erstmals an ein ernstes Thema gewagt hat. Das hielt Bully aber nicht davon ab, mit gewohntem Humor auf Nicole Berchtolds Fragen einzugehen.
Michael Bully Herbig am ZFF
© Alexandra Pauli

Michael Bully Herbig präsentierte am ZFF seinen neuen Film «Ballon».

18.55 Uhr, Zürich, Seefeld. Stars wie Heidi Maria Glössner, 74, Sabina Schneebeli, 55, und Nadja Schildknecht, 45, warten nur auf einen Mann: Michael Bully Herbig. Der 50-Jährige hat sich extra Zeit genommen, um an der Veranstaltung «A Night with Michael Bully Herbig» über seinen neusten Film «Ballon» zu sprechen.

Heidi Maria Glössner ZFF
© Alexandra Pauli

Schauspielerin Heidi Maria Glössner mit ihrem Begleiter Adrian Strauss vor der Premiere von «Ballon».

Auf die Bühne tritt er mit einem Lächeln und einer Bitte: «Nennen Sie mich Bully», sagt er zu Moderatorin Nicole Berchthold, 40. «Nur meine Mutter nennt mich Michael und wenn Sie das auch machen, kann es sein, dass ich zusammenzucke und glaube, mein Zimmer aufräumen zu müssen.»

Video: «A Night with Michael Bully Herbig» in voller Länge

Michael Bully Herbig spricht live über seinen neuen Film «Ballon».

Posted by Schweizer Illustrierte on Thursday, October 4, 2018

«Ich bin in Freiheit aufgewachsen»

Der Saal lacht. Das ist der Bully, den alle kennen. Charmant und witzig. Der Deutsche ist der Macher hinter dem erfolgreichsten und wohl auch lustigsten deutschen Film «Der Schuh des Manitu». Und auch wenn sich über Humor streiten lässt, 11.7 Millionen Kinobesucher weisen Kritiker in ihre Schranken. 

Und nun kommt «Ballon»: ein Thriller, der alles andere als lustig ist. In dem Film, der auf wahren Begebenheiten basiert, geht es um die Flucht einer Familie aus der ehemaligen DDR mit einem Heissluftballon. Im Gespräch verrät Bully, was ihn dazu bewegte, sich gerade diesem Thema zu widmen: «Wissen Sie, ich bin in Freiheit aufgewachsen. Ich weiss nicht, was es bedeutet, gefangen zu sein. Das hat mich so bewegt.»

Sechs Jahre bis zum fertigen Film

Geht es um «Ballon» und die Geschichte Familie Strelzyk, von deren Flucht der Film erzählt, wird der Grimassenschneider ernst. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, den Segen der Strelzyks zu haben, sagt Herbig. Und das war nicht einfach: «Da kommt der Komiker aus Bayern und will den Leuten erzählen, wie DDR geht», resümiert Bully. 

Michael Bully Herbig am ZFF
© Berit Gründlers

Nicole Berchthold führte durch den Abend mit Bully Herbig.

Der Weg des Ballons vom Kopf auf die Leinwand habe sechs Jahre gedauert, so der Regisseur weiter. Und das war auch wichtig. «Mit 40 bemerkte ich zum ersten Mal, dass ich mehr will als Komödien, und jetzt mit 50 ist die Zeit reif. Es klingt wie ein Klischee, aber ich war vorher einfach noch nicht so weit.»

Und da blitzt er hervor, der Perfektionist hinter der Grimasse. Wenn Bully etwas macht, dann macht er es richtig - und er macht es richtig gut. So auch «Ballon». «Der Film ist ganz und gar nicht das, was man von Bully Herbig erwartet», sagt Nicole Berchthold. «So intensiv, düster und spannend. Ich bin sicher, das wird ein ganz grosser Erfolg.»

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