Michael Schumacher Felipe Massa: «Ich will dich stärker sehen als je zuvor»

Mehr als drei Wochen im Koma und keine Besserung in Sicht: Michael Schumachers Gesundheitszustand ist unverändert. Während Familie, Fans und Freunde fest an seine Genesung glauben, zeichnen Spezialisten ein düsteres Bild. 
Michael Schumacher 2011
© Dukas

Die Chance auf eine vollständige Genesung stehen schlecht: Michael Schumacher liegt seit Ende des vergangenen Jahres im Koma.

Wird er je wieder der Alte sein? Vor 25 Tagen veränderte sich das Leben von Michael Schumacher, 45, und seiner Familie von Grund auf: Seit dem Skiunfall in den französischen Alpen liegt der siebenfache Formel-1-Weltmeister in Grenoble im Spital - im künstlichen Koma. Die betreuenden Ärzte halten sich mit Informationen zu seinem Gesundheitszustand zurück - seit Tagen gibt es keine Neuigkeiten mehr. Auswärtige Spezialisten sehen die Chancen allerdings klein, dass Schumacher sich je vollständig erholen wird. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Wohl in der Annahme, dass Koma-Patienten unterbewusst ihr Umfeld wahrnehmen, richtet Formel-1-Fahrer Felipe Massa nun rührende Worte an seinen ehemaligen Teamkollegen: «Lieber Michael, mein guter Freund, du hast mir so sehr in meiner Karriere geholfen, und ich bete jeden Tag für dich. Als ich noch Kart fuhr, stand dein Name auf meinem Helmvisier, und jetzt will ich dich stärker sehen als je zuvor. Ich umarme dich», schreibt er auf der Ferrari-Website. Er selbst lag 2009 nach einem Unfall im künstlichen Koma - damals war Michael Schumacher gar als Ersatz im Gespräch. Er kennt die Leidensgeschichte also nur zu gut.

Am meisten bangen Schumis Angehörige um das Leben des 45-Jährigen. Und auch wenn Ehefrau Corinna Schumacher, 44, Fans und Presse bat, das Krankenhaus zu verlassen, gibt ihr die grosse Anteilnahme Kraft. Am Wochenende veröffentlichte die Familie ein weiteres Statement auf seiner offiziellen Website: «Wir sind tief bewegt darüber, dass die Genesungswünsche für Michael aus der ganzen Welt noch immer nicht abreissen. Das gibt uns Kraft. Vielen Dank euch allen! Vielen Dank dem Kerpener Fanclub, dem 1. FC Köln und Schalke 04, aber auch all den anderen Menschen und Fangruppen, die uns und Michael unterstützen. Wir wissen alle: Er ist ein Kämpfer und wird nicht aufgeben!»

Dass Michael Schumacher seinen grössten Kampf unbeschadet überstehen wird, davon gehen Neurologen knapp vier Wochen nach dem Unfall nicht mehr aus. Die Hirn-Spezialisten sind sich einig: Je länger das Koma andauert, umso gravierender die Verletzungen und desto schlechter die Chance auf eine vollständige Genesung. Der Chef-Neurologe der Kölner Universitäts-Klinik, Professor Gereon Fink, sagt aufgrund der bekannten Informationen zu Express.de: «Zu den Blutungen zwischen Schädel und Hirn sollen auch Blutungen ins Hirngewebe hinein aufgetreten sein. Je nachdem, wo eine solche Einblutung stattgefunden hat, kann sie zu halbseitiger Lähmung, Sprachstörungen oder Persönlichkeitsveränderungen führen.» Ausserdem warnen verschiedene Ärzte vom sogenannten apallischen Syndrom: ein andauernder vegetativer Zustand - die Patienten sind dann zwar wach, nehmen aber nichts wahr. 

Felipe Massa denkt an Michael Schumacher
© Getty Images

Felipe Massa lag vor ein paar Jahren auch im Koma - allerdings nur ein paar Tage.

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