Nach Verwechslung bei Miss-Universe-Krönung Jetzt spricht Miss Colombia

Ariadna Gutiérrez war bereits die Siegerin - dann wurde ihr die Krone wieder abgenommen. In einem Radio-Interview bricht die Miss Kolumbien nun erstmals ihr Schweigen und redet ausführlich über den Flop-Moment ihres Lebens.
Miss Universe Wahl 2015 falsche Siegerin gekürt Miss Colombia Philippines
© Keystone

Wie gewonnen, so zerronnen: Kolumbianerin Paulina Vega (M.) musste ihrer Cousine Ariadna Gutiérrez (l.) die Krone wieder wegnehmen und der philippinischen Konkurrentin Pia Alonzo Wurtzbach (r.) aufsetzen.

«Miss Universe 2015 ist...Colombia!», hiess es am 20. Dezember beim grössten Schönheitswettbewerb der Welt in Las Vegas. Es war Ariadna Gutiérrez', 21, Moment ihres Lebens. Sie nahm Krone und Schärpe entgegen und liess sich feiern. Etwa zwei Minuten später folgte der Schock: «Ok Leute, ich muss mich entschuldigen», so der Moderator. «Die Miss Universe 2015 kommt von den Philippinen.» Steve Harvey, 58, hatte sich geirrt, der Skandal war perfekt. Das Video der Wahl und das Bild, auf dem Ariadna die Krone wieder abgenommen wurde, gingen sofort um die Welt.

Ariadna Gutiérrez zog sich nach dem Vorfall zurück, wollte mit niemandem Kontakt haben. «Ich kommunizierte nur mit wenigen Leuten», sagte sie nun dem kolumbianischen W Radio. Und sprach mit dem Sender erstmals ausführlich über den schönsten und gleichzeitig schlimmsten Moment ihres Lebens - die «grosse Ungerechtigkeit», wie sie die Geschehnisse selbst bezeichnet.

Erst habe sich gedacht, der Moderator habe einen Witz gemacht. «Bei den Proben hat er solche Dinge getan.» Als ihre Cousine, Miss-Universe-Vorgängerin Paulina Vega, 22, ihr die Krone wieder vom Haupt genommen hat, war klar, dass es ernst war. «Es war sehr hart für mich, ehrlich gesagt, war es ein grosser Schock», so Gutiérrez. «Es war ein Traum, für den ich gekämpft hatte. Ich hatte immer davon geträumt, Miss Universe zu werden. Es war sehr erniedrigend. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für alle anderen Latinos, die anwesend waren.»

Schnell wurden in Kolumbien Stimmen laut, dass alles inszeniert gewesen sei, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. «Wenn das das Ziel gewesen ist, haben die Macher es erreicht», sagt Gutiérrez zu den Vorwürfen.

Die 21-Jährige profitiert inzwischen auch vom Skandal, bekommt diverse Jobangebote und hat sogar die Möglichkeit, bald in den USA zu arbeiten. «Ich habe es geschafft, Geschichte zu schreiben», sagt sie stolz. Und das sei eigentlich noch wichtiger als der Miss-Universe-Titel.

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