Jack Osbourne «MS ist kein Todesurteil»

Diagnose: Multiple Sklerose. Erst weinte Sharon Osbourne, angesprochen auf die unheilbare Krankheit ihres Sohnes, bittere Tränen. Jetzt spricht Jack selbst in der Sendung seiner Mutter - und klärt auf.
Schicksalhafte Diagnose: Jack Osbourne, Talent-Scout und TV-Prominenter, leidet an Multipler Sklerose.
© Dukas Schicksalhafte Diagnose: Jack Osbourne, Talent-Scout und TV-Prominenter, leidet an Multipler Sklerose.

«Ganz ehrlich: Mir geht es gut», lautet Osbournes Antwort auf die Frage nach seiner Befindlichkeit. Das Saalpublikum applaudiert, Jack lächelt, doch seine Miene vermag seine Anspannung nicht zu verbergen. Erst vor kurzem erwischte ein ärztlicher Befund Jack Osbourne, 26, eiskalt: Multiple Sklerose (MS). Mit steter Stimme, arm an Emotionen, erklärt er den Zuschauern der US-Talkshow «The Talk», was MS für eine Krankheit sei. «Mit Laienworten gesprochen ist es eine Art Arthritis des Nervensystems», sagt Osbourne nüchtern.

Gemeinsam mit Jack am Studiotisch sitzt seine Mutter Sharon, Co-Moderatorin von «The Talk». Nach ihrem Tränenausbruch wirkt sie jetzt einigermassen gefasst, sichtlich froh um Jacks offenen Umgang mit seiner schicksalhaften Diagnose. Mit der Bekanntgabe der Krankheit von Jack hat die Familie um Star-Rocker Ozzy Osbourne Mitte Juni die Öffentlichkeit schockiert. Es habe eine Zeitlang gedauert, bis man den Umstand akzeptieren konnte. Die Eltern sind nach wie vor von Schuldvorwürfen geplagt, ständig im Raum stehe die Frage nach dem Warum.

«Das Timing war miserabel», sagte Jack gegenüber «Hello!». Mit der Arbeit lief alles super, und er und seine Verlobte Lisa Stelly bekamen gerade erst eine gemeinsame Tochter, Pearl, zwei Wochen zuvor.

Das Furchtbare sei die Unberechenbarkeit des Krankheitsverlaufs, die Symptome, die plötzlich und unerwartet auftauchen können. «In der einen Woche fühlt man sich gut, und in der nächsten verliert man plötzlich die Sehkraft auf dem rechten Auge», schildert Jack. Daraufhin habe er einen Arzt aufgesucht, der dann den MS-Verdacht bestätig hat. Mittlerweile sei die Sehfähigkeit des betroffenen Auges wieder auf 80 Prozent angestiegen.

Anzeichen einer Erkrankung habe es im Verlauf der letzten zwei, drei Jahre zwar gegeben. Doch diese seien sehr «zufällig» gewesen, sagt Osbourne. So hatte er über zwei Monate ein taubes Gefühl in den Beinen, das er sich mit einem eingeklemmten Nerv erklärte und mit Akupunktur behandelte.

In einem Punkt gibt Jack Entwarnung: Es sei ihm ein Anliegen, mitzuteilen, dass eine grosse Mehrheit von MS-Patienten ein im Grossen und Ganzen normales Leben führen kann - «eine 80-jährige Frau hat mir einen Tweet geschickt und gesagt, dass sie seit 30 Jahren an MS leide». Eine MS-Diagnose sei längst kein Todesurteil.

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