Guillaume & Stéphanie Nicht alle freuen sich über Adelshochzeit

Luxemburg macht sich fein für die Hochzeit von Thronfolger Guillaume und seiner Verlobten Stéphanie. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und alle Polizisten im Land haben Urlaubssperre. Da hilft zum Trost auch kein Schluck aus dem eigens für die Hochzeit kreierten Prinzensekt.
Am Freitag findet die standesamtliche Trauung von Herzog Guillaume und Gräfin Stéphanie statt. Die Kosten für die Adelshochzeit sorgen im bescheidenen Luxemburg für Gesprächsstoff.
© Dukas Am Freitag findet die standesamtliche Trauung von Herzog Guillaume und Gräfin Stéphanie statt. Die Kosten für die Adelshochzeit sorgen im bescheidenen Luxemburg für Gesprächsstoff.

Der Aufwand für den Kleinstaat ist enorm: Auch wenn man bislang nur wenig von Herzog Guillaume und Gräfin Stéphanie von Lannoy gehört hat, sorgen 2000 Sicherheitsleute, alle Polizeikräfte, ein Helikopter und 13 Hunde an ihrem Hochzeitswochenende für Recht und Ordnung. Die Trauung von Guillaume, 30, und Stéphanie, 30, wird schliesslich die letzte grosse des Königshauses in den nächsten rund zwanzig Jahren sein. 

Während sich Xavier Bettel, Bürgermeister der 142'000-Einwohner-Stadt, über das Grossereignis freut und sein Rathaus auf Hochglanz bringt, hagelt es Kritik aus Politik und Gesellschaft. Denn rund 420'000 Franken kostet den Staat die Finanzierung der Sicherheit sowie das Essen nach der standesamtlichen Eheschliessung am Freitag. Weitere 380'000 Franken gehen für das exakt 16.5-minütige Feuerwerk über der Festung Dräi Eechelen, das geplante Konzert und die Kosten für die öffentlichen Toiletten drauf. Aber auch der angebliche Verfassungsbruch nach der Blitz-Einbürgerung der belgischen Braut sorgt für erhitzte Gemüter. 

Egal, werbewirksam ist sie allemal, die Adelshochzeit des Jahres. Zig Übernachtungen sind gebucht und die mehr als 500'000 erwarteten Schaulustigen (aus Luxemburg und der Region Trier) müssen sich ja schliesslich auch verpflegen. Eine eigens entworfene Sonderbriefmarke lässt den passionierten Sammler das Portemonnaie öffnen und den Prinzensekt sowie die Schokoladen-Täfelchen mit dem Abbild des Brautpaares aus der Traditionspatisserie Kaempff-Kohler gibt es für eingefleischte Adelfans auch nicht gratis.

Auch Léa Linster kann für sich wieder einmal die Werbetrommel rühren. Die Sterne-Köchin ist für das leibliche Wohl des Brautpaares zuständig. Weil ja Liebe bekanntlich durch den Magen geht, wurde grossen Wert darauf gelegt, dass Luxemburgs Aushängeschild den golden Kochlöffel schwingt. Was der Spass aus der Küche der 57-jährigen Trägerin der Bocuse-d'Or-Auszeichnung kostet, ist nicht bekannt. Aber Geld ist im Staate Luxemburg (wie wir ja jetzt wissen) sowieso zweitrangig. Man heiratet schliesslich nur einmal. Bezahlt wird der Gaumenschmaus sowieso aus der Portokasse der grossherzoglichen Familie.

Und vielleicht gibt es ja auch Sonderkonditionen, denn Linster kennt den Bräutigam seit seiner Kindheit. Schon damals soll er grosses Interesse am Kochen gezeigt haben. Als 13-Jähriger habe er sie sogar auf eigenen Wunsch in der Küche besucht, erzählt die Sterne-Köchin in der aktuellen Ausgabe der «Gala». Zwar wird Guillaume zu Lebzeiten nie und nimmer kulinarisch am Herd aufholen können, doch in Sachen Bekanntheit könnte er seine damalige Küchenmentorin am Wochenende ablösen. Dann wird die Hochzeit nämlich live im Fernsehen übertragen. 

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