Nicole Scherzinger im persönlichen Interview «Als Kind war ich scheu und linkisch»

Als Frucht wäre sie eine Ananas - Ehrensache, denn Nicole Scherzinger stammt ja aus Hawaii. Die US-Sängerin und Tänzerin verrät im Interview mit der «Schweizer Illustrierten», weshalb sie Lehm «cool» findet, Velofahren in der Schweiz glückselig macht und wie sie aufgehört hat, gemein zu sich selber zu sein. 
Nicole Scherzinger ohne Freund auf Instagram
© Getty Images

Sängerin Nicole Scherzinger, 38, war bis 2010 Frontfrau der Pussycat Dolls.

Schweizer Illustrierte: Nicole Scherzinger, wie gut kennen Sie die Schweiz?  
Nicole Scherzinger: Ich liebe das Land. Sie dürfen mich nicht auslachen, aber immer wenn ich im Spinning-Unterricht an meine Grenzen radle, stelle ich mir vor, dass ich in der Schweiz wäre. Ich habe hier mal einen Velo-Ausflug gemacht, und diese unberührte Landschaft mit den Bergen, den Seen und der frischen Luft machte mich glückselig.

Welches ist sonst Ihr Lieblingsort?
Hawaii. Nicht nur, dass es landschaftlich das Paradies ist, sondern auch auf spiritueller und geistiger Ebene. Meine Familie lebt dort. Aber ich mag auch Italien. Und wie gesagt, die Schweiz.

Sowieso bin ich eigentlich immer am Essen

Als Sie ein Kind waren: Was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
Sei wie du bist, und verstelle dich nicht, nur damit andere dich mögen.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Nein. Weil ich meinen Teller nie nicht leer esse. Sowieso bin ich eigentlich immer am Essen.

Welches Gemüse sollte verboten werden?
Ich liebe Gemüse. Aber ist die Yambohne ein Gemüse? Hat sie überhaupt einen Eigengeschmack - und was ist es überhaupt? Niemand weiss das so genau.

Und was wären Sie für eine Frucht?
Eine Ananas, da sie aus Hawaii stammt wie ich selber auch. Sie ist süss und saftig - und dennoch stachelig an der Oberfläche.

Um wie viel Prozent müssten Sie ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Gar nicht. Ich fühle mich sehr ausbalanciert, weil ich meine Arbeit gar nicht als solche betrachte. Sie besteht darin, etwas zu kreieren. Und je kreativer ich bin, desto glücklicher bin ich auch.

Als Sie 16 Jahre alt waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Schwarz und weiss. Ich mochte damals nur diese zwei Farben. Die Wände waren jedoch mit Collagen aus Bildern von Paula Abdul tapeziert.

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Handydisplay?
Ein Foto voller gesprayter Graffiti-Herzen. Ich habe es in Venice Beach aufgenommen. Dort gibt es eine Liebesmauer, die mit Herzen vollgesprayt ist. Jedes Mal, wenn ich das Bild anschaue, erinnert es ich an Liebe und Positives.

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Heulsuse, weil ich so sensibel war. Nein, Spass beiseite. Meistens war es Nic oder Nicci. Und Nickers. Meine australischen Freunde nennen mich noch heute so.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Zu singen. Ich wurde geboren, um zu singen. Meine dümmste Idee werde ich aber nicht verraten.

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
Vor einem Monat war ich in einem Töpferkurs und habe dort etwas getöpfert, das vage an einen Becher erinnert. Den habe ich einer Freundin geschenkt. Ich wollte meinen inneren Lehmmeister kennenlernen. Lehm ist cool, Lehm ist wirklich «zen».

Welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Die von Whitney Houston. Ich habe sonst einen sehr eklektischen Geschmack - von Gospel zu Rock 'n' Roll zu R ’n’ B oder zu den grossen Jazzsängerinnen wie Ella Fitzgerald oder Billie Holiday bis hin zu zeitgenössischer Musik.

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Ich würde gerne sagen, dass wir in hundert Jahren als Generation der Technologie gepriesen würden. Aber dann ist das ja schon lange überholt, und alle fliegen herum, um von einem Ort zum anderen zu gelangen.

Welche Pille sollte erfunden werden?
Glücks- und Liebespillen. Ich würde sie nehmen. Wenn alle Menschen voller Glück, Liebe und Vertrauen wären, wäre die Erde ein friedlicherer Ort.

Welche Idee haben Sie endgültig begraben?
Gemein zu mir selber zu sein. Wir sollten alle damit aufhören, gemein zu uns zu sein. Meistens gehen wir zu hart mit uns um.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Ich versuche bereits, so ökologisch wie möglich zu leben. Ich fahre sehr wenig Auto oder benutze praktisch kein Papier.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ein bisschen. Ich war ein scheues und linkisches Kind. Ich war in einen Jungen verknallt, aber ich glaube, er wusste nicht einmal, dass ich existiere.

Wer ist Ihre beste Freundin?
Ich habe zwei beste Freundinnen. Katie Morris und Liz Divino. Wir sind zusammen aufgewachsen. Sie sind beide zauberhaft, magisch und unglaublich kreativ. Und arbeiten beide nicht im Showbusiness. 

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