Tränen, Lacher & ein peinlicher Sturz Das sind die unvergesslichsten Oscar-Momente

Am Sonntag werden zum 89. Mal die begehrten Goldmännchen verliehen. Eine weitere langweilige Award-Show? Nicht, wenn sich einer dieser unvergesslichen Oscar-Momente wiederholen würde!

1. Halle Berry gewinnt als erste farbige Hauptdarstellerin einen Oscar

2002 wurde Halle Berry für ihre Hauptrolle in «Monsters Ball» mit dem Oscar ausgezeichnet. Als erste farbige Hauptdarstellerin überhaupt. Zwar gewann auch Whoopi Goldberg 1991 bereits einen Oscar, dies jedoch als Nebendarstellerin in «Ghost, Nachricht von Sam». Die heute 50-jährige Berry fand zu Beginn vor lauter Emotionen gar keine Worte, bevor sie sagte: «Dieser Moment ist so viel grösser als ich selber.» Den Oscar widmete sie «jeder berühmten, farbigen Frau, die nun ebenfalls die Chance hat, solch einen Oscar zu gewinnen. Die Tür dafür ist ab heute offen». Dafür gab es Tränen und eine Standing Ovation des Publikums. Trotzdem blieb es bis heute der einzige Hauptdarstellerinnen-Oscar für eine schwarze Frau.

2. Roberto Begninis Jubelsprung über die Sitzreihen

Was für ein Oscar-Abend für Roberto Benigni! 1998 war sein Film «La vita è bella» für sieben Awards nominiert und konnte drei davon abstauben. Benigni selbst bekam den Oscar als bester Hauptdarsteller und nahm als Regisseur und Drehbuchautor auch gleich jenen für den besten ausländischen Film entgegen. Und wie: Sein Jubelsprung über die Sitzreihen gehört zu den unvergesslichsten Momenten der Oscar-Geschichte. Der Film basiert zum Teil auf den Erfahrungen von Benignis Vater, der selbst zwei Jahre im Konzentrationslager Bergen-Belsen zugebracht hatte.

3. Jennifer Lawrences Sturz auf die Bühne

Die Horror-Vorstellung jedes Gewinners: Bei ihrer Oscar-Auszeichnung 2013 als beste Hauptdarstellerin stolperte Jennifer Lawrence auf der Treppe zur Bühne und fiel hin... Auf der Bühne lächelte sie ihren kleinen Fauxpas jedoch gekonnt weg und sagte als Kommentar auf die Standing Ovations: «Ihr steht jetzt auch nur auf, weil ihr Mitleid habt, dass ich hingefallen bin - und das ist richtig peinlich.» Den Moment gibts hier zu sehen (ab Minute 1:20).

4. Das berühmteste Selfie

Dieses Selfie ging um die Welt - und wie! 2014 bat Oscars-Moderatorin Ellen DeGeneres kurzerhand Bradley Cooper darum, ein Selfie zu schiessen und holte noch ein paar bekannte Gesichter dazu. Das Bild mit Jennifer Lawrence, Meryl Streep, Julia Roberts, Ellen DeGeneres, Kevin Spacey, Bradley Cooper, Brad Pitt, Lupita Nyong'o, deren Bruder Peter Nyong'o und Angelina Jolie wurde innerhalb nur einer Stunde über 1.4 Millionen Mal geteilt - Rekord!

Twitter-Selfie von Ellen DeGeneres von Oscars 2014
© Via Twitter.com

5. Das berühmteste Oscar-Bein

Was macht Angelina Jolie nur mit ihrem Bein? Fast schon krampfhaft hielt sie es auf dem Roten Teppich bei den Oscars 2012 aus ihrem schwarzen Versace-Kleid - und verhalf ihm damit zu wohl ungewollter Berühmtheit. Denn nach der Verleihung sprach fast niemand mehr über die Sieger, vielmehr war «The Leg» in aller Munde. Schon eine Stunde nach dem ersten Auftritt des Beins hatte es einen eigenen Twitter-Account, der inzwischen jedoch inaktiv ist. «The Leg» bleibt trotzdem unvergessen.

Oscars 2012 Roter Teppich Skandal Auftritt Angelina Jolie
© Dukas

6. «Wir wollen diesen Krieg nicht, Mr. Bush»

2003 gewann Michael Moore den Oscar für den besten Dokumentarfilm mit «Bowling for Columbine» und nutzte seine Dankesrede für eine Anti-Bush-Ansprache und ein Statement gegen den Irak-Krieg. «Wir wollen diesen Krieg nicht, Mr. Bush. Schämen Sie sich!» Die Reaktion des Publikums war gespalten. Das könnte dieses Jahr anders aussehen bei den zu erwartenden Anti-Trump-Reden.

7. Adrien Brody küsst Halle Berry  

2003 gewann Adrien Brody den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle im Holocaust- Drama «Der Pianist» - als gerade mal 29-Jähriger. Sein Auftritt ging nicht nur wegen seines Alters in die Geschichte ein, denn überschwenglicher hätte er sich bei Laudatorin Halle Berry nicht bedanken können. Brody stürmte auf die Bühne und drückte seiner Berufskollegin seinen Mund auf die Lippen. Ein filmreifer Kuss! Auch wenn Berry mitspielte, soll sie gar nicht erfreut über die Überraschungs-Aktion gewesen sein, hiess es später.

8. Der hysterische Lacher von Julia Roberts 

Bis heute denkt man bei Julia Roberts in einem Atemzug an «Pretty Woman» - und an ihre überschwengliche Oscar-Rede 2001. Damals gewann sie den Award für ihre Rolle als Erin Brokovich im gleichnamigen Film und hätte eigentlich auch einfach nichts sagen müssen auf der Bühne, so ansteckend war ihr breites Grinsen. Roberts sagte aber etwas, und sie stellte gleich zu Beginn ihrer Rede klar: «Ich werde hier oben einige Zeit benötigen, um einige Dinge zu sagen.» Schliesslich könne es sein, dass sie  nie mehr wieder hier stehen würde. Gegen Ende ihrer langen Dankesrede brach sie dann noch in ein hysterisches Gelächter aus. Fast wie bei «Pretty Woman».

9. Marlon Brando schickt Indianerin, um Oscar entgegenzunehmen

Marlon Brando holte seinen Oscar 1973 für seine Rolle in «Der Pate» nicht selbst ab, sondern schickte eine eindrucksvolle Vertretung: Indianerfrau Littlefeather, die - den Tränen nahe - eine Erklärung gegen die Unterdrückung der Indianer vorlas. «Ich bin immer noch stolz darauf, was ich an diesem Abend vor 42 Jahren getan habe», sagte Brando im Jahr 2016 in einem Interview. «Wir haben dagegen protestiert, wie die Native Americans in Filmen und im Fernsehen jahrzehntelang dargestellt wurden.»
 

10. Das Kleid von Cher

Dieses Outfit gehört definitiv in die Liste der auffälligsten Oscar-Dresses - und in jene der schlimmsten. Trägerin war Sängerin Cher im Jahr 1986. Das Kleid hatte viel zu wenig Stoff und viel zu viele Federn. Weniger Haut zeigte Cher aber auch nach diesem modischen Fauxpas nicht bei ihren Oscar-Auftritten. 1988 erschien sie in einer durchsichtigen Robe. Hauptsache auffallen.

Oscars Oscar Fashion Kleider 1986 Cher
© Dukas

Cher an der Oscar-Verleihung 1986.

Im Dossier: Alles zu den Oscars 2017

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