Prinz Charles König werden? Nein danke!

Seit Jahren steht der «vergessene Prinz» im Schatten seiner Mutter. Doch während andere Thronfolger den Aufstieg kaum abwarten können, ist Prinz Charles froh, nicht an der Spitze stehen zu müssen. In einem Interview sagt er, warum er sich nicht darauf freut, König zu werden. 
Prinz Charles lacht
© Dukas

Prinz Charles möchte sich viel lieber für den Umweltschutz einsetzen, als britischer König zu werden. 

Prinz Charles ist mit seinen 64 Jahren offiziell der älteste Thronfolger. Am 14. November feiert er seinen 65. Geburtstag und wäre somit bei seiner Krönung älter als alle seine Vorgänger. Weil die Queen, 87, aber sowieso nicht vor hat, den Thron freiwillig zu verlassen, kann das noch ewig dauern. Oder wird gar nicht erst passieren. Das scheint dem Prinzen aber ganz recht zu sein, wie er nun in einem exklusiven Interview mit dem «Time»-Magazin erzählt.

Bevor das Heft am 4. November erscheint, enthüllt Catherine Mayer, die Prinz Charles und 50 ihm nahestehende Personen eine Zeit lang begleitet hat, schon einige Details. Im Interview mit der «Daily Mail» sagt sie, Prinz Charles freue sich nicht darauf, König zu werden, denn diese Tatsache sei für ihn mit Angst und Belastung verbunden. Seine Charity-Arbeit, der er seit Jahren betreibt, würde darunter leiden. Im «US Magazine» sagte er einst: «Ich habe, seit ich mich erinnern kann, dieses aussergewöhnliche Gefühl, Dinge besser machen zu müssen. Es ist meine Pflicht, mich um die Menschen in diesem Land zu sorgen.» Prinz Charles hat mehr als 25 Hilfsorganisationen gegründet und fördert noch weitere 428.

Würde er König werden, hätte er kaum mehr Zeit für seine geliebten Projekte, sagte er laut Reporterin Mayer. Und auch seine Helfer meinten, dass er verzweifelt damit beschäftigt sei, möglichst viele karitative Arbeiten für den Umweltschutz abzuschliessen, bevor er das Oberhaupt der britischen Monarchie werde. Sein Leben lang habe er die Queen bei all ihren offiziellen Verpflichtungen unterstützt. Er spüre bereits jetzt den Druck, der auf ihn zukomme - und der bereite ihm Sorgen. Andererseits halte er auch nicht viel davon, auf den Thron zu verzichten und direkt seinen Sohn Prinz William als König zu verpflichten: «Wenn man Dinge einfach wegwirft, wacht man später auf und merkt, wie wertvoll sie gewesen wären.» Am liebsten sei es ihm, wenn er sich mit dem Königdasein gar nicht erst beschäftigen müsse. Schliesslich würde das ja den Tod seiner Mutter voraussetzen.

Nächsten Monat wird Prinz Charles zum ersten Mal die 87-Jährige Queen beim «Commonwealth-Gipfel» in Sri Lanka vertreten. Diese und auch kommenende königliche Aufgaben wird er zwar alle auf sich nehmen, jedoch kaum Freude daran haben, verrät Catherine Mayer. König zu sein empfinde er zwar nicht als Gefängnis - aber als einen Freiheits- und Zeitverlust.

Time Cover Prinz Charles
© Photograph by Nadav Kander for Time

Der älteste britische Thronfolger, Prinz Charles, auf dem Cover des «Time»-Magazins.

Alle Artikel über die Königsfamilie finden Sie in unserem grossen Royal-Dossier.

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