Smalltalk am Gurtenfestival mit Ásgeir Reisetipps vom isländischen Superstar

Zuhause ist er längst ein Superstar! Nun hat der isländische Singer-Songwriter Ásgeir Trausti, 25, auch am Gurtenfestival die Massen verzaubert. Ein Smalltalk über seinen Namen, die Schweizer und Island-Reisetipps.
Ásgeir
© Aurelia Forrer

Der isländische Singer-Songwriter Ásgeir Trausti rockte am Samstag die Bühne am Gurtenfestival in Bern.

Ásgeir, für uns tönt Ihr Name nach einem Vogel. Wie spricht man ihn richtig aus?
Man sagt Ous-Geyr. Und es hat nichts mit einem Vogel zu tun, sondern bedeutet Waffe der Götter. Aber die Aussprache scheint ein echtes Problem zu sein. Viele fragen mich hier danach.

Und sicher auch nach Island-Reisetipps!
Nun, da kann ich Ihnen sagen: ich kenne die gängigen Attraktionen nicht so gut. Die Bláa Lónið etwa, die blaue Lagune, haben die meisten Isländer noch nie besucht, das ist ein Touristen-Ding. Was ich aber empfehlen kann: Mieten Sie sich ein Auto und fahren Sie planlos durch den Süden des Landes. Die Farben der Landschaft dort sind einzigartig. Und man begegnet Rentieren. Das tönt vielleicht unspektakulär, aber dort kriegt man ein ziemlich gutes Gefühl für meine Heimat.

Wie viel haben Sie schon von der Schweiz gesehen?
Ich war bereits zwei- oder dreimal hier und muss gestehen, dass ich ausser der Konzertlokale kaum etwas gesehen habe. Auch heute Nacht fahren wir gleich wieder weiter nach Frankreich.

Am Gurtenfestival bleibt Ihnen wenigstens der spektakuläre Ausblick!
Das stimmt, diese Location ist von der Lage her absolut einzigartig. Die Schweiz ist landschaftlich atemberaubend. Und vom Backstage-Bereich aus habe ich die uneingeschränkte Sicht über Bern und die grüne, hügelige Natur genossen. Ich komme vom Land, viel mehr als das brauche ich nicht, um glücklich zu sein.

Wie glücklich macht Sie das Schweizer Publikum?
An Festivals ist es eine Chance, dass man auch vor Menschen spielen kann, die einen nicht kennen. Und gleichzeitig ist das die grösste Herausforderung. Aber die Schweizer machen es einem leicht. Sie sind definitiv das wärmere Publikum als die Isländer.

Kennen Sie einen Schweizer Musiker?
Ganz ehrlich, mir kommt keiner in den Sinn.

Die Welt kennt im Gegenzug einige Isländer – etwa Björk oder Sigur Rós. Wie kommts?
Wissen Sie, wir haben ein sehr langes Brauchtum von traditioneller Musik. Wahrscheinlich tragen wir alle ein Gespür dafür in uns. Und weil es nur so wenige Isländer gibt, ist die Hemmschwelle, mit einem Talent den Durchbruch zu schaffen, viel kleiner als in anderen Ländern. Du startest eine Band und in ein paar Tagen kennt dich jeder. Das macht es einfach, Erfolg zu haben.

Manche Schweizer sind enttäuscht, dass Sie nicht mehr auf Isländisch singen.
Wir haben uns entschieden, die Texte ins Englische zu übersetzen, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Aber klar, die isländischen Texte, die zum Teil mein Vater geschrieben hat, sind näher an meinem Herzen. Und ich freue mich, wenn sie auch hier gefallen!

Sylvie Kempa Ásgeir
© Aurelia Forrer

SI-Journalistin Sylvie Kempa im Gespräch mit dem isländischen Singer-Songwriter Ásgeir.

Auch interessant