Der Enthüllungsjournalist spricht über den Fall Ronaldos Opfer sei ein «zutiefst traumatisierter Mensch»

Er bringt Fussballer Cristiano Ronaldo in Bedrängnis: «Spiegel»-Journalist Rafael Buschmann hat die mutmassliche Vergewaltigung an Kathryn Mayorga aufgedeckt. Jetzt erzählt er, warum das Opfer ausgepackt hat - und wie es der Frau heute geht. 
Cristiano Ronaldo
© Getty Images

Im Mittelpunkt des Geschehens: Cristiano Ronaldo soll Kathryn Mayorga 2009 anal vergewaltigt haben. 

Fussball-Superstar Cristiano Ronaldo, 33, sieht sich mit einer heftigen Anklage konfrontiert: Die US-Amerikanerin Kathryn Mayorga, 34, wirft ihm anale Vergewaltigung vor. Der Vorfall, der sich im Jahr 2009 zugetragen haben soll, hat den deutschen «Spiegel»-Journalisten Rafael Buschmann, 36, über Jahre beschäftigt - letzte Woche hat er seine Recherchen veröffentlicht. Jetzt sprach er erstmals darüber, wie er das mutmassliche Opfer erlebt hat. 

«Wir merkten bald: Wir können unseren Dokumenten trauen»

Rafael Buschmann erklärt im Interview mit «Blick», dass er im vergangenen Jahr auf ein «verstörendes Papier» gestossen sei, in dem Kathryn Mayorga die mutmassliche Vergewaltigung durch Cristiano Ronaldo schilderte. Doch zuerst seien weder Mayorga noch deren Familie für ein Interview bereit gewesen: «Überall wurde uns die Tür vor der Nase zugeschlagen.» Doch weitere Recherchen hätten gezeigt: «Wir können unseren Dokumenten trauen.» 

«Ein traumatisierter Mensch»

Mayorga hat sich schliesslich dazu entschieden, den Anwalt zu wechseln, wodurch sie bei Buschmann und seiner Kollegin Antje Windmann auspackte. Der Mensch, den die Journalisten antrafen, war «ein zutiefst traumatisierter», erzählt Buschmann. «Wir interviewten sie in Las Vegas über drei Tage lang. Erst fragten wir sie nach ihren Sorgen. Sie musste das Gespräch unter Tränen abbrechen, den Raum verlassen.»

Video: Ronaldo und Mayorga haben Spass im Club - später soll sich die Vergewaltigung zugetragen haben

Mayorgas Schilderung seien ihm sehr nahegegangen, erzählt Buschmann: «Sie sagt, dass sie hilflos dalag, versuchte, ihre Vagina zu schützen, als er von hinten anal in sie eindrang.» Zudem, so Buschmann, existierten fragwürdige Dokumente, die ihn ratlos zurückliessen: «In einem Fragebogen von Ronaldos Anwälten, der kurz nach der vermeintlichen Tatnacht entstand, wird Ronaldo damit zitiert, dass Kathryn Mayorga ihn bat, aufzuhören und immer wieder «Nein» gesagt habe. Zudem sei der Sex ‹auf die harte Tour› abgelaufen. Ein ärztliches Gutachten, das nach jener Nacht angefertigt wurde, weist zudem anale Verletzungen aus.»

Buschmann glaubt dem Opfer

Der «Spiegel»-Journalist würde seine Hand für eine Quelle nie ins Feuer legen, sagt aber: «Der Fragebogen von Ronaldos Anwälten ist schon ein Indiz, das ihre Position stärkt.» Die 375'000 Dollar, die Ronaldo dem mutmasslichen Opfer bezahlt hat, sieht er dennoch nicht als Schuldeingeständnis: «In Amerika sind solche aussergerichtlichen Einigungen nicht unüblich. Bei Klagen musst du öffentlich über dein ganzes Sexualleben reden. Deshalb wählen viele reiche Menschen lieber den Ausweg einer solchen Einigung.»

Kathryn Mayorga habe aus verschiedenen Gründen den Weg an die Öffentlichkeit gewählt - doch vor allem für sich selbst: «Sie will eine Form der Verarbeitung finden. Sie durfte über Jahre nicht über Ronaldo sprechen, sah ihn aber an jeder Ecke. Im Fernsehen, auf Plakatwänden, selbst im Italien-Urlaub, wo überall Jungs mit Ronaldo-Trikots rumlaufen.» Vor ebendiesen zahlreichen Fans des Juventus-Turin-Stars hat sich Kathryn Mayorga gemäss Rafael Buschmann gefürchtet: «Die vielen Anhänger waren eine Angst von Kathryn Mayorga, dass sie und ihre Familie von fanatischen Fans aufgesucht werden könnten. Sie sagte immer wieder: ‹Was ist, wenn sie mich finden?›»

Ronaldo selbst hat sich vergangenes Wochenende in einem kurzen Video (s. oben) zum Vorfall geäussert. Der Portugiese streitet die Tat ab: «Das sind alles Fake News!» Dass man mit seinem Namen berühmt werden wolle, sei normal: «Das ist Teil meines Jobs. Ich bin ein glücklicher Mann, alles ist gut.»

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