Hollywood so politisch wie noch selten Die SAG-Awards werden zur Anti-Trump-Show

Nur schöne Kleider, nettes Zuwinken auf dem roten Teppich und langweilige Dankesreden auf der Bühne? Denkste! Am Sonntagabend wurden in Hollywood die Screen Actors Guild Awards verliehen. Dafür schmissen sich die Hollywood-Damen zwar wie gewohnt in ihre schönsten Roben. Im Mittelpunkt standen für einmal aber politische Statements.

Schon während der Eröffnungsrede von Schauspieler Ashton Kutcher, 38, bei den «Screen Actors Guild-Awards» (SAG-Awards) wurde klar: Diese Verleihung wird politisch. Nachdem der neue US-Präsident Donald Trump, 70, am Samstag per Dekret ein Einreiseverbot für Personen aus mehreren grösstenteils muslimischen Ländern erliess, begrüsste Kutcher am Sonntagabend nicht nur die Zuschauer, sondern auch alle «auf Flughäfen, die zu meinem Amerika gehören. Wir lieben euch und heissen euch willkommen».

Gleich mehrere Siegerinnen und Sieger nutzten anschliessend ihre Dankesreden, um sich gegen Trump und seinen Beschluss stark zu machen. Julia Louis-Dreyfus beispielsweise, die als Hauptdarstellerin in der Comedy-Serie «Veep» ausgezeichnet wurde, zeigte sich entsetzt über Trumps Dekret. Dieses sei ein Makel. «Das ist unamerikanisch», sagte die 56-Jährige, und betonte: «Mein Vater ist vor religiöser Verfolgung aus dem Nazi-besetzten Frankreich geflohen.»

«Viele Dinge sind unentschuldbar»

Als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet wurde Mahershala Ali, 42. Bezugnehmend auf seinen Film «Moonlight», in dem die Geschichte eines jungen, homosexuellen, afroamerikanischen Mannes erzählt wird, warnte er: «Wir sehen, was passiert, wenn man Menschen schikaniert. Sie klappen in sich zusammen.» Emma Stone, 28, wiederum, die den Preis als Hauptdarstellerin in «La La Land» gewann, sagte: «Wir sind in einer kniffligen Zeit in unserem Land, und viele Dinge sind unentschuldbar und furchteinflössend und müssen angegangen werden.»

Regelrecht tossenden Applaus erhielt David Harbour, der zusammen mit dem Cast von «Stranger Things» ausgezeichnet wurde, als er sagte: «Und wenn wir verloren sind inmitten von Scheinheiligkeit und beiläufiger Gewalt, werden wir einigen Leuten ins Gesicht schlagen, wenn sie versuchen, die Schwachen zu zerstören.»

Den wohl speziellsten Weg für das politische Statement aber wählten «The Big Bang Theory»-Darsteller Simon Helberg, 36, und Jocelyn Towne, 40. Schon auf dem roten Teppich zeigten sie ihre Soldiarität für Flüchtlinge. Während Helberg ein Schild mit der Auftschrift «Flüchtlinge willkommen» in der Hand hielt, schrieb sich seine Frau auf die Brust: «Lasst sie rein».

Screen Actors Guild Awards 2017 mit Ashton Kutcher, Julia Dreyfus, Emma Stone
© Getty Images

Sämtliche Gewinner der SAG-Awards im Überblick gibts auf der offiziellen Website der Schauspielervereinigung.

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