Sebalter 15 Fakten zur Schweizer ESC-Hoffnung

Am Donnerstagabend wird sich zeigen, ob Sebalter am Wochenende in Kopenhagen Chancen auf «Switzerland, 12 points» hat. Denn der derzeit gesundheitlich angeschlagene Tessiner muss beim zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contest Fachjury und Zuschauer begeistern. Wir fassen das Wichtigste zum 28-Jährigen noch einmal zusammen.
ESC-Teilnehmer Sebalter in seinem Wohnzimmer
© Thomas Buchwalder

Sebalter tritt im zweiten ESC-Halbfinale gegen 14 internationale Konkurrentinnen und Konkurrenten an.

#1 - KÜNSTLERNAME
Sebalter, der mit richtigen Namen Sebastiano Paù-Lessi heisst und aus Giubiasco TI kommt, hat seinen Künstlernamen folgendermassen zusammengesetzt. «Seb kommt von meinem Vornamen Sebastiano. Und ‹alter› bezieht sich auf Alter Ego», erklärte der 28-Jährige einst auf Blick.ch. Wenn er auf der Bühne stehe, spüre er eine spezielle und einzigartige Energie. Sein Nachname hingegen sei ein typischer Tessiner Name und stamme aus einem Dorf bei Bellinzona.

#2 - ESC-LIED
Mit seinem Song verbindet Sebalter eine besondere Reise-Erfahrung: Als er im Sommer 2013 zweieinhalb Monate alleine durch Nordamerika gereist ist, hat er «Hunter of Stars» in einem Bus geschrieben. Das Stück steht daher für das Freiheitsgefühl, das er während dieser Zeit verspürt hat. 

#3 - DIE GEIGE, SEIN EIN UND ALLES...
Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt Sebastiano die Violine. Und: Es war Liebe auf den ersten Ton, wie er einst in einem Interview erklärte. Als Teenager hat er dann noch mit Gitarre und Songwriting begonnen und mit 18 stiess er zu The Vad Vuc, mit denen er zehn Jahre unterwegs war. 2003 gewann die Irish-Ska-Band den «Kleinen Prix Walo», vor zwei Jahren verliess er die neunköpfige Formation allerdings - um sein Glück als Solokünstler zu versuchen. 

#4 - DAS HAT SUCHTPOTENTIAL
Zu seinen grössten Lastern gehören die typische Tessiner Gazosa-Limo und TV-Serien. Aber auch das italienische Nationalgericht Pizza hat es ihm angetan. Die zählt Sebalter neben Unabhänigkeit und Musik zu den drei wichtigsten Dingen seines Lebens. 

#5 - ABERGLAUBE
Marzipan scheint Sebastiano wohl nicht zu schmecken. Oder wieso sonst sollte er die Mandelmasse in Form eines Glücksbringer-Schweines mit sich tragen? Die Reise war dem rosa Säuli in seinem Hosensack wohl zu beschwerlich, denn Sebalter hat es zusammen mit einer kleinen indischen Statue zu Hause gelassen...

#6 - NERVOSITÄT
Grundsätzlich versucht der ESC-Kandidat mit der Startnummer Zwölf, Nervosität in Energie umzuwandeln. Doch dazu wird es in Kopenhagen wohl nicht kommen, auch wenn die Aufregung im Vorfeld zu seiner «besten Kollegin» geworden ist, wie er gegenüber dem SRF sagte: «Ich habe so einen vollen Terminkalender, daher habe ich nicht viel Zeit, um nervös zu sein.» 

#7 - AMORE & FRAUEN
Er ist sehr romantisch, seit einem Jahr Single und fand die skandinavischen Frauen «schon immer sehr charmant»? Na, dann kann auf seiner Reise ja nichts mehr schiefgehen! Doch etwas muss seine zukünftige Freundin haben, um ihn in ihren Bann zu ziehen: Spontanität - «und leuchtende Augen», wie er im SRF-Live-Chat verraten hat.

#8 - KOCHKÜNSTE
Ein begnadeter Koch ist Sebastiano zwar nicht, aber sein Risotto sei besonders gut, sagt er über sein Talent am Herd. «Es ist ein typisches Tessiner-Risotto mit Rotwein und Luganighetta», einer speziellen Wurst aus seinem Kanton.

#9 - BERUF & BERUFUNG
Er studierte Jura an der Universität Zürich, moderierte drei Monate lang eine Quizsendung im Tessiner Fernsehen und entschied sich hinsichtlich seiner Teilnahme beim Eurovision Song Contest, seinen Job als Rechtsanwalt an den Nagel zu hängen. «Ich habe eine wichtige Entscheidung getroffen. Ich setze alles auf meine Musik. Ich hatte schlichtweg keine Zeit mehr für beides», sagte Sebalter im Gespräch mit dem «Blick». Schliesslich sei er noch jung und wolle diese einma­lige Chance wahrnehmen. Angst vor den finanziellen Folgen habe er keine: «Ich habe alles kalkuliert», sagte er - im Bewusstsein, mit weniger Geld auskommen zu müssen. Dafür lebe er jetzt aber seinen Traum, so Sebalter.

#10 - DER FAST-RAD-PROFI
Bergauf, bergab und mindestens drei Stunden täglich auf dem Bike: Das war einmal und hätte Sebalter einst weit bringen können. Doch fehlte es ihm an Zeit und Disziplin: «Wenn meine Rennfahrerkollegen am Samstagabend zeitig nach Hause gingen, wollte ich halt jeweils noch bleiben», erzählte er «20 Minuten». Aber ein Hobby ist es geblieben. Er sei noch immer «sehr gerne mit dem Mountainbike unterwegs».

#11 - LIEBLINGSGETRÄNK
Champagner zum Feiern? Das muss nicht sein. «Ich stosse am liebsten mit Bier an.» Auch wenn er derzeit wohl eher auf einen Medikamenten-Cocktail zurückgreifen muss. «Ich fühle mich nicht topfit und möchte mich darum schonen», sagte er aktuell gegenüber Blick.ch. Aus diesem Grund schwänzte er am Montag auch eine Party. Sehr vernünftig. Wobei er jetzt wohl zu viel Zeit zum Nachdenken hat... Siehe #6!

#12 - HEIMAT IST...
...die Verbundenheit zu dem Ort, wo man aufgewachsen ist. Das fände man sonst nirgendwo anders auf der Welt, so der 28-Jährige. Obwohl er schon in Kairo und Rotterdam gewohnt habe, sei er immer wieder sehr gerne ins Tessin zurückgekehrt.

#13 - MACKEN
«Ich bin manchmal ein bisschen faul, und dann gibt es wieder Zeiten, in denen ich sehr aktiv bin. Ich wünschte mir, dass ich diesbezüglich etwas konstanter wäre im Leben», sagte Sebalter einst von sich selbst.

#14 - ANGST?
«Zeit zu vergeuden. Und Entscheidungen zu treffen, die ich im Nachhinein bedaure.»

#15 - BÄD INGLISCH
Er hat noch Verbesserungspotential - und weiss es! Deshalb hat Sebalter auch Gesangsunterricht genommen. Obs mit dem Englisch diesmal besser hinauen wird? Denn das ist nebst der Stimme sein grosses Manko. «Ich habe kaum ein Wort verstanden und dachte sogar erst, er singt in einem unbekannten italienischen Dialekt. Sinplus hatten ein ähnliches Problem in Baku», bemängelt der deutsche Blogger Oliver Lepold. «Nur weil halb Osteuropa in Bad English singt, muss die Schweiz das nicht auch tun. Hier müsste man also unbedingt noch etwas nachpolieren, zumal ‹Hunter of Stars› recht viel Text in die Melodie presst - das sollte dann schon auch verständlich sein.»

Sebalter mit Band bei der ESC-Vorentscheidung 2014
© David Biedert

Ob ihm und seiner Band die Startnummer zwölf Glück bringen wird?

Wird es Sebalter trotz der Kritik schaffen und am Donnerstag das goldene Ticket fürs ESC-Finale erhalten? Sie sehen es am Donnerstag, 8. Mai - ab 21 Uhr auf SRF2. 

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