Moss, Roberts & Co. Studie sagt: Lippenform bestimmt den Sex

Frauen mit definierten Lippen dürfen sich freuen: Ihnen wird ein aufregendes Sex-Leben attestiert. Das zumindest haben Wissenschaftler herausgefunden. Demnach geht bei Angelina Jolie die Post ab, bei Julia Roberts herrscht Flaute. Eine, die von solchen Untersuchungen nichts hält, ist die Zürcher Sexualberaterin Maggie Tapert. Sexualforscherin Andrea Burri sieht es hingegen differenzierter.

Es gibt Studien, die das Paarungsverhalten unter Grossstädtern untersuchen. Solche, die die Vorlieben der Frauen in Sachen Intimrasur unter Männern herausgefunden haben. Und andere, die belegen, dass die weibliche Mundform auf besseren Sex schliessen soll. Wissenschaftler der University of West of Scotland sind gemäss der «Daily Mail» letzterem nachgegangen. 258 Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren waren aufgefordert, sowohl ihre Lippen als auch ihr Sexualverhalten zu beschreiben.

Das Ergebnis der Studie:

  • 95 Prozent der Frauen mit ausgeprägten Lippenbogen erleben einen Orgasmus beim Sex.
  • Aber nur 60 Prozent der Frauen mit einem weniger ausgeprägten Lippenbogen können dasselbe behaupten.
  • Allerdings heisst es auch, dass die Lippenform keinen Einfluss darauf hat, ob Frauen auch anderweitig einen Orgasmus erleben können.

Lippenform und Sexualverhalten, schön und gut - aber sind solche Studien überhaupt glaubwürdig? Für die Zürcher Sexualberaterin Maggie Tapert ist klar: «Das ist absolut absurd und lächerlich! Anhand der Lippenform lässt sich doch nicht sagen, wie die Möse ist.» Vielleicht könne ein lockerer Kiefer ein Zeichen dafür sein, dass eine Frau auch im Sexleben offener ist, «aber wissenschaftlich belegen lässt sich das nicht», so Tapert gegenüber SI online.

Aus wissenschaftlicher Sicht beurteilt die Schweizer Sexualforscherin Andrea Burri die Studie differenzierter. Sie gibt zu, dass «man sich bezüglich Sinn und Zweck vieler Studien - wie zum Beispiel dieser - streiten kann». Jedoch hätten solche und ähnliche Studien in der Vergangenheit schon die Grundlage für bedeutungsvollere Entdeckungen gelegt. Das Problem vorliegender Studie sei, dass sie eine «sehr einseitiges, etwas sensationssüchtige sexuelle Psychoedukation erfährt». Auch sei es schwierig, da sich solche Studien meist auf sehr kleine Stichproben berufen und nicht in grösseren Populationen durchgeführt werden.

Lippen aber hätten allemal eine wichtige Bedeutung in der Sexualität, so Burri. «Lippen sind ganz generell ein Symbol der Sinnlichkeit, ein sexueller Erreger. Küssen ist wichtiger Bestandteil der sexuellen Aktivität, oft ein Ausdruck von Liebe, Intimität und Zuneigung.»

Die Studie zum Zusammenhang zwischen Lippenform und Sexualverhalten ist nicht die erste ihrer Art. Psychologieprofessor Stuart Brody hat beispielsweise anhand der Rotationsbewegungen der weiblichen Hüfte untersucht, inwiefern Frauen einen vaginalen Orgasmus erfahren können oder nicht. Bekannter ist der Zusammenhang zwischen dem Grössenverhältnis des Zeige- und Ringfingers und unter anderem der Attraktivität. Je länger beim Mann der Ringfinger im Verhältnis zum Zeigefinger ist, desto attraktiver empfinden Frauen sein Gesicht. Umgekehrt gibt es eine Studie, die besagt: Je höher der Farbkontrast zwischen Lippen und dem Rest des Gesichts einer Frau ist, desto mehr Gefallen finden Männer an ihr.

Doch auf die Lippe allein kommt es nicht an, wenn die Umfrageergebnisse führender Männermagazine berücksichtigt werden. So kürte «FHM» das Model Rosie Huntington-Whiteley zur «Sexiest Woman in the World», auf den zweiten Platz kam Katy Perry, gefolgt von Rihanna und Megan Fox. Was sich über ihr Sexleben aussagen lässt, haben wir jetzt gelernt. Demnach herrscht in Rosies und Katys Bett Flaute, bei Rihanna hingegen müsste die Post abgehen. Schenken wir der Studie Glauben, dann mag «Pretty Woman» Julia Roberts zwar schön sein, aber einen Seitensprung Wert ist sie nicht.

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