Vom hawaiianischen Strand in die Schweizer Berge Surfstar Kai Lenny: «Im Wallis fühlte ich das Mana»

Er kam, sah und befand, das sei der schönste Trip des Jahres gewesen. Der hawaiianische Surfstar Kai Lenny auf Besuch im Wallis.
Kai Lenny
© David Carlier

Lenny ist ein Star in der Surfszene und bereist die ganze Welt – die ein Dorf ist: Fotograf David Carlier fand heraus, dass er vor 20 Jahren auf Hawaii sein Nachbar war.

Kai Lenny ist ein Star: Der 24-jährige Hawaiianer von Maui ist Wellenreiter, Stand-up-Paddling-Weltmeister, Kite- und Foilsurfer. Und hat er ein passendes Brett, schafft er auch problemlos jeden Schneehang. Auf Einladung seines Sponsors TAG Heuer hat er das Wallis besucht und dabei nichts ausgelassen. Obwohl er mit dem Vulkan Haleakala einen 3000er gleich vo der Haustür hat, war er tief beeindruckt von den Bergen und der Landschaft. Und: Die Bilder, die er von seinem Trip auf Facebook postete, gehören zu den am meisten gelikten seiner Posts. Deshalb möchte er bald wieder Inseln gegen Berge tauschen.

Kai Lenny
© David Carlier

Kai Lenny mit dem Segel fürs Kiteboard am Riffelsee mit Blick auf das Matterhorn. «Hier zu surfen – amazing.»

Von Hawaii ins Wallis: Was war das überraschendste, als Sie hier eintrafen?
Kai Lenny: Ich war das erste Mal im Wallis und in Zermatt. Alles war irgendwie anders: verkehrsfreie Strassen, durchs Dorf laufende Ziegen. Und doch war es auch vertraut: Auf Maui laufen die Hühner und Gockel frei durch die Städte. Die Temperatur hingegen war eine Herausforderung, bei uns auf Hawaii ist es halt immer warm. Für immer in meiner Erinnerung eingebrannt bleibt aber der erste Blick aufs Matterhorn!

Ozean und Berge – gibt es da eine Verbindung?
Wenn ich mit dem Foilboard weit draussen auf dem Meer in hohen Wellen surfe, dann gibt mir das ein bisschen das Gefühl, ich sei von Bergen umgeben. Als ich im Wallis aber vor diesen imposanten Alpen stand, fühlte ich das Mana – die Kraft, die von ihnen ausgeht.

Kai Lenny
© David Carlier

Kai Lenny wurde von Geissen auf der Dorfstrasse in Zermatt empfangen.

Sie sind auf einem Bergsee aufs Brett gestiegen. Wie war das?
Das Wasser ist das verbindende Element. Sogar auf dem Snowboard fühle ich mich zu Hause – Schnee ist ja nichts anderes als gefrorenes Wasser. Auf Hawaii haben wir viel Wind, der uns erlaubt, auf den Wellen zu surfen. Mit dem richtigen Equipment habe ich aber auch auf einem wellenlosen Bergsee sehr viel Fun.

Sogar auf dem Snowboard fühle ich mich zu Hause

Auf Hawaii gibt es eindrückliche Vulkane, zum Beispiel den 3055 Meter hohen Haleakala auf Maui, der ebenfalls manchmal mit Schnee bedeckt ist. Der Unterschied zu den Alpen?
Wir sind mit dem Helikopter durch die Wolken und über die Berge geflogen, und ich war überwältigt von dieser Kraft, von den extremen Formen, die die Natur hier gestaltet hat. Es war einfach fantastisch. Das Wallis, Zermatt und die Schweiz gehören zu den schönsten Plätzen, die ich auf meinen Reisen je gesehen habe. Ich wäre begeistert, wenn ich bald zurückkehren könnte.

Kai Lenny
© David Carlier

Wasser ist sein Element – in welcher Form auch immer.

Wie haben Sie Ihren Freunden zu Hause das Wallis beschrieben?
Ich habe zu ihnen gesagt, stellt euch vor, auf ein Gemälde zu schauen. Das Grün ist so lebendig, der Himmel ist superblau, und die Seen haben ganz eigene Farben.

Was hat Ihnen am meisten gefallen?
Wir wanderten auf schmalen Berggraten, dann gings mit dem Snowboard über Gletscher, gefolgt von einem Sprung mit dem Paraglider, Kitesurfing am Fuss des Matterhorns und Foilsurfing auf dem Genfersee. Wow – ich müsste nochmals zurückkommen, um sagen zu können, was das Schönste von allem war!

Eine Interview aus «Wallis»

Wallis Cover 2018
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